Leben abseits. Und dann doch nicht…

Ich hab vor langem mal das Foto davon gepostet, als die Nachrichten weltweit darüber ausführlich berichteten. Nun per Zufall auch das Video gefunden… eigentlich traurig, dass wir es nicht mal schaffen, uns vor uns selbst zu schützen. Wie soll das dann mit dem Rest funktionieren?

Be yourself

Sehenswert ist auch das Video hier…!

Single. Moral-Ehepaare. Freunde.

Das Thema wiedermal. Jaja, der übliche Dauerbrenner. Heute hatte ich darüber eine content-bezogenen Diskussion mit Sonnenschein in einem amerikanischen Fast-Coffe-Shop mit dem grünen Logo in fetten Sofas. Worin liegt der Vorteil, worin liegt der Nachteil und warum ist es eh viel besser Single zu sein und überhaupt… Nein.

A) Es hat keinen Vorteil Dauersingle zu sein. Da könnt ihr alle daran herumschrauben soviel ihr wollt, der Vorteil ist zu gering. Natürlich, es kratzt niemanden, wann man aufsteht, wann man sich die Zähne putzt, wie oft man seine textile Beschichtung wechselt oder wäscht und man kann sich unterhalten mit wem man mag (sprich flirten und primitivst offenkundig angraben), man kann ruhige Stunden verbringen, ohne, dass man seinem Hasiputzimausi groß und breit erklären muss, warum man gerade so gar keinen Bock hat es zu sehen, man kann anderen wohlgeformten humanen Lebewesen nachblicken (also primitiv nachgaffen) oder blöde Frauen/Männer-feindliche Sprüche schieben, ohne sich in tiefenpsychologische Diskussionen von Gleichberechtigung und Evolution zu verlieren. Auch so ein Valentinstag oder andere soziale Party-Massen-Bangs gehen da angenehm an einem spurlos und amüsant sowie unberührt vorbei. Man muss sich nicht um unnötige Satzphrasen kümmern, nur weil der andere dann angebissen ist, weil das ein Um-vier-Ecken-Kompliment war, welches nicht verstanden wurde, man muss dem anderen nicht beim Nasebohren zuschauen oder mit einem “Fuck?” da sitzen, nur weil man im Browserverlauf unbekannte Pornoseiten findet – und man steuert keinem finanziellen Ruin zu, nur weil man mal in einer Therme alias Julius Cäsar zu zweit abchillt oder sich dort einen Kaffeeschlurf gönnt, der mit Blattgold beklebten Klopapier kostenmäßig gleichzusetzen ist.

B) Man weiß genau, von was man redet. Das von vielen Seiten geäußerte Argument “Wenn Du eine Beziehung hättest, würdest Du das angenehme Single-Dasein erst recht zu schätzen wissen” ist nicht richtig. Vor allem dann, wenn einem das viele Gesichter erklären, die selber zufällig fast durchgehend von einer zur nächsten Beziehung leben und wo schon sechs Monate ohne Sex und Bussi-Drück ein Fiasko ist. Genau. Single-Dasein heißt, an einer bescheuerten Grafik einen ganzen Tag zu arbeiten und sie am Ende des Tages wieder zu löschen – ohne, dass ein “Wow, toll Schatz – schön, da hast Du viel Zeit investiert hast, schaut nett aus! Weiter so.” kommt. Nein, denn da kommt nur der Blick in den Spiegel, der einem müden Wasserleichen-Foto einer Vermissten-Seite gleicht, da gibt es kein romantisches Abendessen mit Kerzenlicht in den Anfängen des behutsamen Kennenlernens, mit glirrenden Weingläsern, sondern nur das Gejaule, weil das Katzen-Tier-Depp wiedermal zu blöd war, um zu kapieren, dass man den Schwanz nicht auf die Teelichter legt und es dabei bitte nicht auch noch die Gläser runterschmeißt, da liegt man am Abend im Bett – alleine – und kann sich aussuchen, welchen der beiden vollgesabberten Polster man heute Nacht nimmt… anstatt sich in den Haaren des anderen zu schmiegen, da gibt es niemanden, der einem den Nacken krault oder massiert oder der in der Früh nackt vor einem steht, so dass man sich denkt, ach was – eine Stunde später los und dann wird mal halt gekündigt ist doch auch völlig piepegal, komm besser jetzt her, Du Kuschelkatze.

Und vor allem – im Gegensatz zum hochgelobten und gelebten Single-Dasein: eine Beziehung kann ich jederzeit beenden, wegwerfen, stilllegen, auslaufen lassen, per SMS kündigen oder öffentlich auf Facebook den Beziehungsstatus auf Single ändern und den anderen ein Messer in das Herz rammen. Man kann damit tatsächlich gesehen immer Schluß machen und jederzeit wieder in das freie, wilde Partyleben-ich-spiele-die-ganze-Nacht-Supermario-Games-und-keinen-kratzt-es zurückkehren. Da ist höchstens eine emotionale Ebene vorhanden, die es dann eventuell zu überwinden gibt… aber Fakt ist: man kann jederzeit eine Beziehung beenden und wieder Single sein. IMMER. Aber das “Singel-sein”, das kann man nicht von heute auf morgen mal so nebenbei schnell beenden. Abgesehen vom Straßenstrich, der meine Wohngegend kreisförmig flankiert und in der Dunkelheit lange, glänzende Beine, blutjunge Milch-Mädchen und blinkende Bar-Lichter sowie den in den Handtaschen steckenden kleine Radios mit dröhnenden Balkanlieder hervorblitzen lässt und wo deren in “Anspruch nehmen” jedoch aber sogar mir als Anti-Moral-Wo-sind-die-hot-Girls-long-legs-am-Cover-Mensch die Lust dran vergeht, wenn man so tagtäglich schaut, wie grausige primitiv fette BMW- und Mercedes-Familien-Väter-Fahrer sich dort ihren Lolita-Kick holen und diese armen Seelen ausbeuten, naja – dann bleibt nicht viel übrig. Und mal eben in die Stadt kippen und sich dort im Dreieck des Pseudo-Bermudas eine abgesoffene Schülerin-Schnapsdrossel holen, ist ja auch nicht das Wahre.

Eine richtige Frau, mit Verstand, Witz, Intelligenz, Eigenständigkeit, breitem Wissen und Offenheit für das Leben und Kulturen – und mit viel Bonus und Glück auch noch hübsch – sowas “hebt” man nicht einfach so nebenbei irgendwo auf und nimmt “es” mit. Sowas muss man kennenlernen, sich annhäheren, ein wenig spielen und flirten und mit noch mehr Glück gibts dann irgendwo diesen Kurzschluss und eine Berührung ist dann plötzlich wie ein abrauchender FI-Schalter, der sein Leben aushaucht und dessen Schein sich stattdessen in Kerzenlichter verwandelt. Aber – so eine muss man mal finden… und wenn man sie gefunden hat, dann muss die natürlich auch wollen. Und frei sein. Und so weiter und so fort. Tja… damit wären wir wieder beim Single-Dasein.

Nur eines stimmt – ich bin generell ein freier Wolf, der am liebsten alleine durch die Lebens-Wälder streift und am liebsten so ungebunden wie nur irgendwie möglich ist, ohne, dass einem jemand an der Leine führt oder verlangt, ich muss jetzt das oder das machen. Das geht nämlich schon gar nicht – ich alter Sturkopf. Insofern bin ich tatsächlich nicht Beziehungstauglich und kann die Vorzüge des Single-Daseins ernsthaft voll ausleben. Nur das ist wie mit dem Essen. Man kann sich auch sein Leben lang nur von Reis ernäheren und überleben und vor Gesundheit strahlen… aber hin und wieder zumindest ein Schokodessert tut schon gut. Und wenn es dann nicht aus den Händen einer Schoko/Menschen-Mafia ist, umso besser. Zwischenmenschliche Beziehungen sind ja doch etwas wertvolles und eh nur temporär. Single sein geht allerdings immer. Kostenlos ist es auch noch.

Übrigens – weil es heute auch aufgeworfen wurde und am WE auch bereits… Nein, bitte – schminkt Euch das ab. Es gibt KEINE 100%-pure-Freundschaft zwischen Mann und Frau. Das ist ein Blödsinn und ein Pseudo-idyllischer-Moral-Glauben. Männer und Frauen können nicht miteinander NUR befreundet sein, sie können nur den aktuellen Ist-Stand des anderen tolerieren oder damit leben. In einer Freundschaft zwischen Mann und Frau spielt immer auf mindestens einer der beiden Seiten irgendein zusätzlicher kleiner Bonus-Punkt an “Wenn’s-geht-würde-ich-Dich-nackt-ausziehen-und-auffuttern” mit. Speziell von Mann an Frau. Und Frauen sind dann immer ganz oft verwundert “Ich war so überrascht, ich hab das gar nicht gemerkt, der? Der doch nicht… den kenne ich doch schon so lange, wir haben doch eine so schöne Freundschaft, usw….” – irgendwie lustig. Als ob das wirklich immer so eine Überraschung wäre!?

Also zusammengefasst: Dauersingle-Sein ist Mist. Dauerbeziehungs-wir-heiraten-und-sterben-gemeinsam-egal-was-passiert-und-betrügen-uns-aber-sowieso-trotzdem-reden-aber-nicht-drüber-um-den-Glücksschein-zu-wahren ist genauso Mist. Ein bisschen Single da, ein bisschen Sex da, ein bisschen Beziehung da – DAS ist der Stein der Weisen. Ungebunden gebunden ungebundenlos. Und Freundschaften haben zu 50% Freund und zu 50% “Zieh-Dich-bitte-endlich-aus” dahinter – wer dabei auf welcher Seite steht ist unterschiedlich oder auch mal durchschüttelt vermischt aufgeteilt. Im schlimmsten Fall 99 : 1. So… noch Fragen?!

Dinge, die man einmal im Leben machen sollte.

Ein bereits sehr altes Posting aus dem Blog-Archiv, aber irgendwie passt das zu dem 30. Geburtstag und diversen Lebensphilosophien des heutigen Tages. Also – diesen Eintrag habe ich halbernst vor ~2 Jahren geschrieben:

Jeder kennt das. Da ist man jung, fröhlich, voller Energie und zielstrebig. Frisch auf dieser Erde angekommen. Man glaubt im zarten Kindheitsalter, dass einem alle Türen und Tore dieser Erde offen stehen, man der große Star wird, berühmt und von allen anerkannt sowie geliebt wird. Auch noch als Jugendlicher hält man an dieser Illusion fest. 28 Jahre später sitzt man ernüchtert in einer Altbau-Wohnung in Wien, hat so irgendwie sich eine Karriere als Webdesigner-Redakteur-Fotograf-Assistent-Grafiker zurecht geschustert und aufgebaut und kämpft sich von einem Tag zum nächsten und jeder Tag bringt einem weiter weg von den ursprünglichen Zielen. Zeit für ein Resümee bzw. mal nachzudenken, was alles schon getan wurde und was noch offen ist.

Folgend erstmal eine unsortierte Liste an Dingen, die ich bereits getan habe und sogar immer auch mal wollte:
Einen Baum pflanzen, Einen Baum umarmen, Eine Freundin haben, Einen Berg besteigen, Eine Vogelspinne halten, Zwei Tage komplett durchmachen, Zur Biennale nach Venedig fahren, Im Meer schwimmen, Unter Sternen schlafen, Einen Meteoriten sehen, Schreiend am Wohnzimmer-Boden liegen, Einen Kaktus mit der Hand fest umgreifen, Katzen haben, Hamster haben, Vögel haben, Eine Ameisenzucht, Eine Fruchtfliegenzucht, Mit Linux arbeiten und Windows in den Arsch treten, Gschrappn Kinder sozial betreuen, bei einem internationalen Hilfsprojekt arbeiten, ein internationales Kunstprojekt realisieren, eine Manga-Figur am Tisch stehen haben, einen Kurzfilm drehen, eigene Wohnung, Halb-Schwester haben, Beziehung mit einer Frau, die bereits ein Kind hat, Verliebt sein, Backstage bei einer Fashion-Show Fotos machen, Models fotografieren, Fashion-Shows besuchen, mit einem Elite-Model-Look-Fahrzeug mitfahren, 8 Eiswürfel schlucken, eine kleine Bombe bauen, ein Spielzeug-Auto in Säure auflösen, Modell-Hubschrauber fliegen, mit Pferden reiten, durch die Wüste fahren, urviel Computerzeugs haben, bei Film-Drehs mitarbeiten, bei Ausstellungen mitarbeiten, BMX fahren, Stop-Motion-Film drehen, 3D-Animationsfilm machen, ein Haus entwerfen, eine Herzoperation überleben, Verletzten nach einem Unfall helfen, bei einer Demo dabei sein, Nacktfotos von sich selber machen, ein ‘Suicide-Girl’ fotografieren, einen Tag lang nur im Bett liegen zum Spass, im Regen ein langhaariges, junges Mädchen küssen, 20 Stunden in einem Stück Computerspielen, 3 Tage lang nichts essen, ein lustiges Muster in die Schamhaare schneiden, sich schminken wie eine Frau und HighHeels tragen, Grashalme einfach auf der Wiese essen, eine eigene Homepage haben und selber machen, einen langen Liebesbrief an ein Mädchen schreiben, sauteure Fashion-Fotostrecken bewerten, aussuchen und publizieren, Art-Director werden, Fliegen und einen Regenwurm essen, einen Labello komplett aufessen, einen Vogel retten, Häuser entwerfen.

Dinge, die ich noch nicht getan habe, aber noch unbedingt möchte bzw. an denen ich arbeite:
Ein großes Sofa aus Trinkpackungen bauen, einen schönen, verträumten Porno-Film drehen, Fashion-Fotograf werden, nackt durch den Wald laufen, Sex auf dem Flach-Dach von einem Haus haben, ein Hochgeschwindigkeits-Modell-Boot bauen, ein Segelflug-Modell steuern, SW-Fotos alias Sally Mann machen, ein wildfremdes Mädchen einfach so auf der Straße anquatschen und dann in einer Fotokabine oder so verführen, von einem wildfremden Mädchen einfach so verführt werden, einen Raum komplett bis zur Decke mit bunten Luftballons füllen und dann mit Nadeln in der Hand hineinspringen, den Boden einer Wohnung komplett mit Figuren mit einem Lackstift bemalen, eine Reisetour mit dem Auto über 100 Tage durch ganz Europa, bei einem BMW-Werbespot-Dreh dabei sein, einen französischen Akzent einen ganzen Tag lang machen, Self-Made-Kino mit Beamer irgendwo im Freien mit Freunden, eine eigene Agentur gründen, in einem eigenen Mini-Container-Haus leben, ein großes Tatoo am Körper machen lassen, mit einer Kalaschnikow wild herumfeuern und ein Auto in die Luft jagen, eine Bank überfallen, einen eigenen Roboter bauen, Modedesigner werden, jemand anderen mit einem Lackstift heimlich bemalen, einen Farbkübel alias Mister Bean in einem Zimmer hochjagen, auf dem Dach stehend auf einem Auto mitfahren, nie mehr schwitzen.

Dinge, die in diesem Leben eher schwer klappen werden, ich aber trotzdem machen wollte ursprünglich:
Erwachsen werden, von Wölfen aufgezogen werden, Gewicht zunehmen, reine Haut haben, Busfahrer in Südamerika werden, Profi-Fahrer für gefährdeten Regierungschef werden, MakeUp-Artist werden, einen neuen Geschwindigkeitsrekord zu Land aufstellen, eine Sekte gründen, ein Hochhaus aus Lego bauen, Taucher werden, eine Boing 747 heldenhaft landen und alle retten, Fallschirmspringen, Mitglied einer Spezial-Kampf-Einheit werden, international gesuchter Cracker von Computer-Systemen, TV-Moderator für Kindermalsendungen, einen Wirtschaftsskandal aufdecken, coolen Banküberfall machen, Mitglied der russischen Mafia werden, 3 Jahre lang als Autoschieber arbeiten, Scharfschütze werden, Kriegsfotograf werden, Ameisenforscher werden, in Afghanistan untertauchen, eine Bewegung alias der FARC aufbauen, ein Mädchen vor TV-Kameras mit einem Hubschrauber retten, mit dem Motorrad durch eine Feuerwand fahren, sich mit einem Auto gezielt überschlagen, Tierfilmer werden, Kampfjet-Pilot werden, Segelfliegen, Hanf anbauen zum Spass, eine Auto-Verfolgungsjagd und SChießerei quer durch Nizza, einen Nationalpark gründen und dort leben und arbeiten, mit Delfinen schwimmen, den Mars mit einem eigenen, selbstgebauten Roboter besuchen, einen eigenen Satelliten bauen, Heiraten und Kinder bekommen, einen Adler aufziehen und mit ihm rumfliegen, jeder meiner Freundinnen einmal küssen, einen LKW kapern, jeden Tag glücklich sein.

So. Nicht ganz vollständig, aber so im Groben ist es das. Wer mir bei der Umsetzung einer dieser noch fehlenden Dinge helfen kann, just let me know!

Schokolade. Kinder. Schokolade.

… ein Grund mehr, den Schokoladekonsum zu überdenken. Trifft aber leider auf fast alle dieser Nahrungsmittel zu. Mahlzeit.

Intelligentes Scheitern

Also der Titel ist – weil ich heute etwas unkreativ bin – eine Kombination zwischen “Intelligentes Design” und “vollkommenen Scheitern” – zwei Dinge, die rein gar nichts miteinander zu tun haben, ich aber trotzdem mal hier in einen Eintrag zusammen klatsche. Wenden wir uns mal der Intelligenz zu – also der mutmaßlichen Intelligenz, die uns ja angeblich erschaffen hat. Heute gab es auf Scienceblogs ein Artikel zum Thema Intelligente Kreativität und wie weit Zufall, Masse und Co. in der Evolution eine Rolle spielen. Und da werden wieder die Diskrepanzen zwischen dem naturwissenschaftlichen Ansatz und dem – ja doch sehr stark religiös und kulturell angehauchtem – Ansatz des intelligenten Designs sichtbar. Gleich vorneweg um es festzuhalten – es war vermutlich auch nicht anders zu erwarten – ich bin eher der sachliche, der naturwissenschaftlichen und der Evolution zugewandten Seite angehörig. Liegt aber vermutlich auch daran, dass ich persönlich mit Religion nur bedingt etwas anfangen kann.

Als grober Grundriss kann man sagen, dass ich durchaus einen religiösen Zug in mir trage, also den Begriff Gott oder “höheres Wesen” – nur dass für mich diese Wörter einen rein symbolischen Charakter für die Natur bzw. das Universum haben. Für mich sitzt nirgendwo da oben ein bärtiger Mann, der uns liebt und straft zugleich, der uns Intelligenz angeblich geschenkt hat und zugleich uns beim Denken einschränkt – beispielsweise heißt es ja immer, die Bibel (oder andere religiöse Schriften anderer Kulturen und Glaubensrichtungen) sind die einzige Wahrheit und nach diesen gilt es sich zu richten, man soll sie sozusagen nicht hinterfragen (bzw. wird es in diesen Gesellschaft meist nicht toleriert)… da stelle ich mir beispielsweise die Frage, wenn uns tatsächlich ein höheres “Wesen” erschaffen hat, warum hat es uns dann soviel Intelligenz und Neugierde geschenkt, dass wir nun in der Lage sind, dieses “Wesen” zu hinterfragen, es skeptisch zu betrachten und es sogar eventuell auszuschließen? Darin liegt für mich kein Sinn bzw. würde es dann ein fehlerhaftes Design bedeuten. Und das kann nicht sein?! Oder – radikal und sehr abstrakt gesehen – man hat uns tatsächlich soviel Intelligenz “geschenkt”, dass wir eines Tages endlich in der Lage sind, um zu begreifen, dass es eben diesen ursprünglichen Vater (Mutter) nicht gibt – was aber in sich gesehen wiederum die Frage nach der nicht vorhandenen Existenz einer Gottheit aufwirft.
Vollständigen Artikel lesen…

Wie die Fruchtfliegen, aber echt!

Sorry, das wird jetzt ein depressiv-genervt-schimpf-Eintrag, aber es ist soooo unglaublich mühsam in den Öffis zu fahren! Nicht wegen den Öffis an sich, sondern wegen den Fahrgästen. Heute musste ich bereits um fünf in der Früh auf und bin um sechs Uhr bereits in der dunklen Stadt und der Straßenbahn unterwegs gewesen. Quer durch Wien – zum anderen Ende der Stadt. Stundenlange Fahrt, die aber noch einigermaßen erträglich war… Abgesehen von dem Termin, der für mich nur Zuschauen und Abwarten bedeutete, war der Vormittag auch noch in Ordnung.

Aber dann ging es den selben Weg durch die mittlerweile belebte Stadt zurück. Straßenbahnen und andere Verkehrsmittel sind durchsetzt von Mitbürgern – und Krankheitserregern. Ich bin ja sonst sehr unbedarft und keiner der ständig mit einer Chlor-Seife sich abschrubbt und jedes Glas und Dose viermal abwischt… ich habe als kleines Kind schon im Dreck und Schlamm herumgewühlt und ich denke, das hat mich auch vor vielen Erkrankungen bewahrt – einfach weil es den Körper abhärtet, er besser Abwehren kann, da geschult und nicht wegen jedem Bazillus gleich kippt. Aber gegen das was in den Öffis und auf den Straßen und Geschäften los ist, ist das ein Dreck dagegen.

Kennt jemand diese Punkte, die Fliegen hinterlassen, wenn sie auf Gläsern, Wänden, Fenstern und Lampen sitzen? Das sind kleine Speicheltropfen. Bei Fruchtfliegen kann man das gut beobachten. Jetzt nehme man diese Hinterlassenschaften und multipliziert sie mit dem Faktor 100. Das enstpricht ungefähr dem “Auswurf” eines Mitbürgers.

Da wird gehustet, gerotzt, geschleimt, gekratzt, geschlatzt und was weiß ich noch alles. Speziell in den Nacken der Mitbürger oder in das Gesichtsprofil.

Ich habe ganze zwei volle Straßenbahnstrecken gebraucht, um einen dieser humanen Bazillenschleudern los zu werden. Erst steht der Typ hinter mir und erstickt fast an seinem eigenen Sekret, das er in regelmäßigen Abständen aus sich rinnen lässt, nur um in der nächsten Straßenbahn sich vor mich zu pflanzen und gezielt einzelne Bazillen, Viren und Sekrete auf mich prasseln zu lassen. Ein Attentat könnte man nicht besser machen… wer braucht Autobomben? Man gehe in eine Menge und rotze und schlatze mal rum – der Effekt ist auch verherrend. Echt. Ich bin richtig angefressen.

Ich wette, dass mindestens die Hälfte aller Grippe-Erkrankungen locker vermeidbare wären, wenn sie A) zuhause bleiben würden oder B) sich wenigstens in ihre Jacken, Ärmel oder sonstige verdeckenden Textilien ergießen würden. Man muss doch nicht röchelnd und mit weit offenen Mund quer durch ein Verkehrsmittel husten – noch dazu im 10-Sekunden-Takt, stundenlang. Nicht, dass mir der andere nicht leid tut – aber ein wenig Humanität seitens des Betroffenen ist ja wohl nicht zuviel verlangt?!

Eine der Unsitten ist auch das Schlatzen bei den Stationen. Fruchtfliegen auf einem Kuchen sind ein Dreck dagegen – soviel Speichelfluss können die nicht mal produzieren, als ein – zumeist jüngerer, männlicher – Mitbürger bei einer Straßenbahnstation!? Da rinnen literweise Speichelflüsse vorbei… was da cool sein soll, verstehe ich nicht.

Für Bazillen und Co. sind wir Menschen echt sowas wie Disneyland oder ein anderer Vergnügungspark. Man kann sich austoben und wird dabei noch an der Hand geführt zur nächsten Attraktion.

Also wenn ich morgen nicht krank bin, dann wäre es fast ein Wunder. Ächz.