Das ist ein alter Beitrag aus 2011 – aber irgendwie passt er gerade so gut, dass ich ihn hier nochmal nach vorne schieben möchte, denn sonst müsste ich eigentlich das Gleiche nochmal schreiben…
Manchmal hasse ich es. Diese geistige Abhängigkeit von Fotografie. Fashion. Models. Grafik. Illustrationen. Design. Blogs. Lifestyle. All diese Dinge, die sich bereits seit meiner Kindheit in meinem Kopf manifestiert haben, die mich unaufhörlich antreiben, in diesem Pool ständig einzutauchen. Immer wieder. Es gibt Tage, da möchte ich Facebook, Twitter, die hunderten Blogs, die sich mittlerweile im RSS-Reader angesammelt haben, die vermutlich weit über tausend eleganten Fashion-Bilderchen aus Blogs und Co. auf den Festplatten… einfach löschen. Weg damit. Und nicht schon wieder stattdessen einen tollen, neuen Blog entdecken, der vor lauter Lifestyle beinahe platzt und wo man bei jedem Bild einfach nur “Mhhh” sagt.
Solche Blogs und Fotos wo man sich denkt “Verdammt, warum musste ich das jetzt entdecken?” Jetzt ist man wieder dem Trieb unterlegen, durchstöbert die Postings, die Links, speichert das und jenes Bild ab, weil sie alle großartig sind, unikat – und landen dabei eh nur in einem Ordner bei den anderen tausenden Bildern. Und wieder ein Blog mehr im RSS-Reader. Es kommt dann auch dieser Schub an Inspiration wieder auf… ja, ich will auch solchen tollen Fotos machen, solche Illustrationen, das Projekt und das da und ja, wow – das ist auch toll, so was möchte ich auch machen. Und so weiter. Und dann sitzt man eben da, zeichnet, designt, entwirft, fotografiert, bastelt oder programmiert stundenlang – Stunden. Minuten. Nächte. Wochen. Monate. Jahre. Mehr als 10 Jahre bereits. Und macht es dann – zumindest glaubt man das – eben genauso wie die anderen – man macht diese “coolen” Dinge selber. Toll. Eh. So wie Millionen andere im selben Moment. Und man ist rastlos dadurch.
Nicht meine Zeit zur Zeit. Echt. Außerdem könnte ich mich ständig ärgern. Unnötig.
Bär plündert Bienenstöcke!!! Du meine Güte – da wird gleich dramatisch berichtet. Da flammen feurige Diskussionen auf. Wie arg, wie schlimm, wie kann denn das überhaupt sein, dem muss man Einhalt gebieten, wohin soll das noch hin führen und überhaupt… und wie ist es möglich das ein “Bär” “Bienenstöcke” zerstört? Da stand doch sicher ein Schild oder so. Und die Milch kommt aus dem Packerl und Bienen fliegen natürlich nur bis zur Feldgrenze und lassen das Gen-manipulierte Feld wegen der Schilder aus. Und das radioaktive Wasser vor der Küste bei Japan macht ja nix, Fische und sonstige Meeresbewohner legen natürlich keine oftmals 1000 Kilometer zurück und laichen ja nicht woanders ab und werden dort aufgefuttert. Und jedes Jahr sind wir alle natürlich nicht überrascht von dem plötzlichen Schnee zum Winterbeginn oder der plötzlichen Wärme zum Frühlingsanfang – weil das ist atypisch. Und das war natürlich der schwerste Winter mit den 3 Zentimetern in der Stadt letzten Winter, weil das menschliche Kurzzeitgedächtnis vergessen hat, dass man noch vor 15 Jahren fast jeden zweiten Tag das Auto ausgeschaufelt hat in Wien.
Und natürlich ist ganz Österreich betroffen und schockiert, weil ich weiß nicht wer irgendwas irgendwo irgendwie gemacht hat oder passiert ist. Und ebenso natürlich – ganz Österreich liebt ich weiß nicht wen, weil es in der Zeitung steht. Und klar – dieser ganze Lobbyismus-Kram… das sind ja Ausnahmen. Das machen doch nur ganz wenige Politiker und sind einzelne schwarze Schafe. Und natürlich wird bei uns gegen Korruption vorgegangen – ganz streng sogar. Bei uns kommt es ja bitte nicht vor, dass man Politiker, Aufsichtsräte oder Spekulanten nicht bestraft. Freunderlwirtschaft gibt’s ja nur in Rumänien und in den bösen südlichen Ländern. Und selbstverständlich ist Österreich Vorreiter auf internationaler Ebene, wir warten nicht so wie andere Länder auf das große Nachbarland, bevor wir Entscheidungen treffen. Und die NATO und die UNO sind ganz besonders schnell bei ihren Entscheidungen – die warten nicht ab und schauen zerstritten zu, schließlich mischt man sich ja nicht in innenpolitische Gelegenheiten ein. Irak, Afghanistan und Co. sind ja bitte nur Ausnahmen. Und klar – bei der Debatte in Quartar ist der Ami-Senator empört, wie man nur das Kopftuch in Frankreich verbieten kann, schließlich toleriert sein Land ja als Grundsatz alle Religionen und jeder ist jederzeit willkommen.
Und nein, es ist nicht so schlimm das Portugal jetzt ebenfalls zu kippen beginnt, wir sind ja eine stabile und geschlossene EU und füttern uns schon gegenseitig. Das geht locker! Da haben wir noch Platz für andere und wenn nicht, dann ändern wie halt die Zahlen oder den Leitzins, macht ja nix. Und Frauen fühlen sich diskriminiert von der körperlichen Einteilung in “Birnen” und “Äpfel”-formen, deswegen heißt es zukünftig “Rubens” und “Botticellis” – na dann… Gratulation dafür! Und natürlich dreht sich jede Essens-TV-Diskussionen um die Massen-Epidemie von Magersucht unter jungen Mädchen, die sich alle tausendfach zu Tode hungern – das jeder und jede Zweite übergewichtig ist und mit 14 Zellulitis auftritt und aktiver Sport ohne Schule eine unbekannte Randerscheinung in der jungen Masse ist, lassen wir da schon mal beiseite – das ist ja nicht so schlimm und wichtig bitte. Wir wollen doch nicht Fakten, sondern uns aufregen und Emotionen. Und mehrsprachige Ortstaferl – ach kommt schon, ist doch egal, dass man seit Jahren Zeit und Geld und Ressourcen und unsere Steuergelder mit der Streiterei aufwendet, irgendein Thema braucht man doch für die Medien. Wir sollten dankbar sein.
Und Vorratsdatenspeicherung, die in anderen Ländern gekippt wurde, ist bei uns selbstverständlich in Arbeit, wir müssen doch unsere Insel der Seligkeit schützen. Außerdem, die Österreicher sind viel zu intelligent und technisch interessiert, die wissen schon ganz genau, was sie da unterstützen – die sagen ja nicht blindlings zu allem ja, ist ja lächerlich. Und klar – Fußball… natürlich haben wir alle Chancen zu gewinnen, ist ja unser erfolgreichster Nationalsport und zeigt die Glanzseiten unserer Nation, wie man an den letzten Jahren… aso, nein, Jahrzehnten sieht – da buttern wir gerne ein paar Millionen in neue Stadien und Spielerkäufe, das sind ja alles nur private Privat-Gelder, die da fließen. Betrifft ja keinen. Und natürlich stehen wir alle hinter unserem Land, solange das Beuscherl und das Bier am Tisch stehen, wo kommen wir sonst hin? Außerdem – ohne ein Glaserl ist der Österreicher nichts, solche Traditionen gehören schon erhalten. Und zwischen den oberen Österreichern, die also Geld, Macht, Politik und sonstige Einflüsse haben und den kleinen Bürgern herrscht natürlich Gleichberechtigung. Da sind wir ja ein herzeigbarer Sozialstaat der ersten Klasse mit Vorbildwirkung.
Argh – Bitte!
Und jetzt dröhnt noch der TV mit “Lazy Town” und dem Pseudo-Lolita-Charme mit einem “Aufstehen!!!”-Song. Meine Nerven. 06:59 Uhr.
Ich habe leider den Fehler gemacht und bin einem Blogeintrag gefolgt, wo es darum ging, ob es *das* oder *der* Blog heißt. Bei uns in Österreich heißt es zumeist durchgängig *der* Blog, in Deutschland historisch abgeleitet von Weblog (Logbuch) *das* Blog. Das Blog ist so gesehen natürlich richtiger… Die Diskussionen und Initiativen dazu sind jedoch erstaunlich, belustigend, amüsant und auch nervtötend. Ich gebe nur meinen Senf kurz dazu ab, bei mir heißt es dennoch *der* Blog, ganz einfach weil es in meiner “Region” üblich ist und sich auch beinahe standardisiert hat – und ich es zudem als eigenständiges Wort betrachte. Als Fantasie-Kreation und Kurzform eines englischen Wortes, das ich auch als “neu” sehe – deswegen zerbreche ich mir da nicht den Kopf. Genauso wenig wie über den Unterschied von das Joghurt oder der Joghurt, der Quark, das Quark und vieles mehr.
Ich finde generell, dass dieses ganze Sprachregel-System einfach zu technisch und zu krampfhaft betrachtet wird. Sprache war und ist immer schon ein dynamisches Ding gewesen – das in ein Korsett zu sperren und Regeln zu unterwerfen finde ich traurig. Natürlich – Kulturen und Mentalitäten sind hier verbunden, historische Elemente wollen erhaltet werden – aber ganz ehrlich… da müsste man sich schon die Wiener, die Tiroler, die Bayern, die Schweizer und Co. mal schnappen und sich deren Satzbau und Co. näher anschauen und vergleichen. Alleine da gibt es unglaublich viele Varianten – und trotzdem sind sie nicht “falsch”. Es ist einfach Sprache, die auch leben soll und auch ruhig geformt werden darf… man findet schon zusammen. Und die “neue deutsche Sprache” und Regelwerke würden jemanden aus dem 18. Jahrhundert auch schmerzen.
Der Witz ist ja, dass sprachliche Missverständnisse eher dadurch entstehen, dass man sie zu starken, festen Regeln unterwirft – ich bin der Meinung bei mehr Dynamik werden oder würden die Grenzen viel offener. Außerdem ist der ständige “Flow” in der Sprache sowieso nicht vermeidbar und fast natürlich. Und die Natur siegt immer.
Abseits von diesem Thema, das man stundenlang diskutieren kann, bin ich bei etlichen der klassischen und grausigen SEO-Spam-Blogs über die belustigenden Einträge zu “Wie blogge ich richtig? Wie wird mein Blog zum Erfolg? Wie schreibe ich richtig Blogs?” gestoßen. Es tut so weh. Ich verstehe nicht, warum auch hier immer alle krampfhaft versuchen, Regelwerke aufzustellen. “Nur so bloggt man. Nur so wird es ein Erfolg. Nur so ist man ein Profi…” Hallo? Es gibt da kein richtig und falsch – warum will das niemand sehen?
Da stehen auch die Klassiker-Fad-Schnarch-Sprüche drinnen, wie “Schreiben Sie nicht zu lange Beiträge”. Die gehören ja überhaupt verboten – meiner Meinung nach. Ganz ehrlich – dieser neue Trend, dass nichts zu lange sein darf, bloß nicht mehr als eine Zeile lang sein soll und man unbedingt einfache Wörter verwendet – genau dieser Ansatz lässt alle “verblöden”. Die meisten, die zum Beispiel den Blog hier sehen, werden vermutlich überfordert sein wegen der “sooo langen Einträge”. Es ist etwas anderes, wenn man sagt “Ich habe nicht soviel Zeit, das alles zu lesen”… das ist ok und hat mein vollstes Verständnis. Aber viele scheitern eher daran, dass sie dem Text nicht “folgen” können, den Faden verlieren und bei Sätzen mit drei Zeilen nicht mehr wissen, was am Anfang stand. Sie sind einfach überfordert. Seltsamerweise war das in der vorigen Generation nicht so – da gab es auch noch richtige Bücher, Erzählungen, Geschichten, Romane und vieles mehr… die auch wertvoll in ihrem sprachlichen Aufbau waren. Man vergleiche einen Generations-Leser dieser Bücher und einen Nicht-Buch-Leser mal sprachlich in ihren Wort-Variationen… Lesen und Schreiben bildet, nicht nur inhaltlich, sondern auch sprachlich. Und Bildung führt zur Erkenntnis.
Aber sinnergreifendes Lesen ist ja sowieso out. Beinahe verpönt. Fremdwörter und lange Wörter sowieso. Am besten einfach, kurz und in “Leichter Lesen”-Form. Habe ich eh schon mal beklagt hier im Blog – oder sogar öfter. Traurig – denn diese Generation stumpft ab. Und das sage ich als absoluter Anti-Grammatik- und Sprach-Regel-Gegner. Ich weiß bis heute weder was ein Substantiv, Adjektiv, Konjunktiv, Akkusativ und Co. ist. Ja, haltet Euch fest… wirklich…. und es kratzt mich auch nicht mal ansatzweise. Ich kann trotzdem schreiben, hatte in Deutsch sogar einen Einser und kann, wenn ich will, mich auch durchaus gewählt und nasal ausdrücken. Wozu muss man das also alles wissen? Einfach lernen durch Sprechen. Und aus. Im Gegenteil – mich hat in der Schule das langweilige Konjungieren (???) extrem gebremst und behindert… und den Spass gekostet. In der Zeit könnte man besser literarisch wertvolle und spannende Bücher in der Gruppe und Gemeinschaft lesen. Die Grammatik-Regeln haben mich auch in Französisch anno dazumal scheitern lassen. Jahrelang nur von einer Grammatik-Regel zur nächsten. Ganz ehrlich? Ich lerne in ein paar Wochen mehr “Sprache”, wenn ich mich in einem französischem Untergrund-Forum herumtreibe, in dem es um Mangas geht – als in einem klassischen Schuljahr mit einem Grammatik-Buch.
Aso – abgedriftet (abgetrieben) – bloggen kann man nicht lernen. Man kann bloggen nur “wollen”. Egal was man bloggt, welche Sprache man in welcher Form spricht… man kann immer etwas Schreiben und es wird sicherlich auch immer Menschen geben, die es interessiert. Das eine Thema mehr, das Andere weniger. Und wer Erfolg haben will, passt seinen Inhalt dementsprechend und mit Bauchgefühl an. Gilt für Anzahl der Absätze, Bilder und Formatierung genauso.
Nach den klassischen Ratgebern wäre dieser Eintrag übrigens zu lange, die Sätze sind zu kompliziert, es fehlt der Anfang, der Kern und das Ende im klassischen Sinn, es werden komplizierte Wörter verwendet und die Formatierung ist schlecht gewählt, ein Bild fehlt sowieso und das Thema ist sterbenslangweilig. Aber hey… ich blogge! Gröl!
Ich habe letztens mit einem Gotchi über das “an sich glauben” gesprochen. Ich denke, dieser Vorsatz – und der Versuch dessen – gehört zu den schwierigstens Aufgaben als Mensch überhaupt… gedanklich gesehen. Natürlich gibt es viele, die so etwas einfach im Blut haben, manche übertreiben es, andere machen sich mehr vor, als da ist – aber dennoch – der Grundsatz des “an sich glauben” ist nicht nur wichtig, sondern führt auch zum inneren Glück. In meiner ganz privaten Welt! Und soweit ich das überhaupt so sagen und behaupten darf, denn auch ich selber muss immer wieder damit kämpfen und mir es wieder und wieder selber vorsagen.
Sobald man “kreativ” ist, sobald man ein ausfüllendes Hobby hat, sobald man einer gewissen Getriebenheit folgt, die nicht unbedingt zur reinen Geld-Lukrierung dient – sondern einfach der ganz persönlichen Freude oder eines Traumes für die ferne Zukunft, stellt man sich recht oft, wenn nicht sogar täglich, die Frage “Wozu machen ich das überhaupt? Bringt ja eh nix.”. Fast nie führen solche Träume, Hobbys und die innere Unruhe zum großen Erfolg auf Anhieb. Und fast immer gibt es Momente, an denen man sich nur noch scheitern sieht und die obligatorische, klassische Wand vor der Nase hat, nicht mehr weiter weiß und alles hinschmeißen möchte.
Solche Momente habe ich recht oft, sehr oft, oft täglich – aber mittlerweile habe ich für mich und meine eigene Lebenseinstellung auch gelernt, dass nicht nur das Endergebnis und auch nicht nur der Weg an sich das Ziel sind, sondern vor allem auch die kleinen Bausteine. Kleine, unscheinbare Steinchen, die man selber baut, die man täglich produziert, manchmal unbewusst, manchmal bewusst, manchmal voller Freude und auch manchmal voller Frustration. Und das ist zugleich das Schwierige. Wir hätten natürlich immer gerne, einfach ins Regal greifen zu können und ein z.B. fertiges Häuschen zu nehmen und das war’s. Aber in der Wirklichkeit sieht es in uns ja doch anders aus – zumindest ist das bei mir so. Ein Beispiel aus der Kindheit – als kleiner Junge gab es in meiner Zeit noch das richtige Lego, aber auch bereits Playmobile. Beide haben ein wenig den selben Ansatz – mit einem Unterschied: bei Lego musste man alles erst selber zusammenbauen, bei Playmobile war alles fertig. Auch wenn leicht unterschiedliche Zielgruppen und Altersgruppen angesprochen wurden, waren sie auf eine gewisse Art gleichwertig, aber glücklicher machte mich dennoch das Lego. Obwohl es nicht vorgefertigt war.
Es war einfach viel spannender aus diesen kleinen Bauteilen auch mal eigene Objekte und Konstruktionen zu bauen, sie eigenhändig zu erschaffen und zu formen, als einfach das fertige Ergebnis vor sich liegen zu haben und Aus. Man konnte damals tatsächlich alle Träume damit ins reale Leben holen, egal ob ein Auto, ein Schiff, ein Flugzeug, ein Haus oder ein Raumschiff. Mal eben einen Kran? Mal eben eine Brücke…? Ein Fantasie-Objekt? Man konnte aus den selben kleinen Bausteinen unendlich viele verschiedenen Dinge bauen – es gab damit so gesehen keine Grenzen.
Und deswegen finde ich auch die kleinen Alltags-Bausteine im Leben genauso wertvoll. Mal eine Grafik und Illustration da, einen Buchtext dort, ein Foto hier, ein Video morgen und ein Treffen gestern. Oder Erfahrungen im Alltag. Ein Job. Ein Hobby, eine Idee, ein Experiment, ein Traum. Baustein, Baustein, Baustein. Nur – nicht jedes der Elemente führt dabei natürlich zum gewünschten Ziel und der größte Teil (leider) versinkt auch wieder schnell in der Bedeutungslosigkeit, verschwindet in der großen Legeokiste zwischen den anderen tausenden Elementen, wird von anderen achtlos weg geworfen, man tritt darauf, es wird womöglich kritisiert und mit einem “Mach doch mal was Sinnvolles, was Ernsthaftes, verplempere nicht Deine Zeit mit sowas” bedacht. Baut man zaghaft etwas Kleines, dann wird es von denen, die schon Größeres gebaut haben, nur mit einem milden, belustigten Lächeln bedacht. Baut man plötzlich etwas großes oder gar (ganz gewagt) etwas Eigenständiges, wird natürlich fleißig kritisiert, Fehler gefunden und es als Fragwürdig abgestuft. Der Neid, die Angst, die Missgunst, das nicht Greifbare, das zu “Selbstständige”… aber da darf man sich nichts gefallen lassen. Denn die bauen ja ebenfalls ihre eigenen Steinchen mit dem gleichen Ziel.
Je mehr Steinchen man in seinem eigenen Leben erschafft, umso mehr kann man damit spielen, Neues erschaffen, Neues probieren. Und – je mehr Steinchen man hat, umso solider wird das jeweilige Konstrukt. Anfänglich noch ganz kleine, unbedeutende Steinchen formen plötzlich irgendwann solide, große Blöcke. Das Fundament. Eine Basis im Leben.
Und sogar wenn mal eines dieser Konstrukte nicht das halten, was sie versprechen – hat man dennoch genug Material einen anderen Weg zu probieren… vielleicht sogar mit dem selben Ergebnis. Das kann jemand, der keine Bausteinchen formt – und es nicht mal versucht – nicht.
Und diese Einstellung hilft zumindest mir – klar, ich bin definitiv nicht das beste Beispiel für diese Philosophie, ich bin auch nicht besonders erfolgreich, leite keine Firma oder Millionen-Konzerne, schwimme nicht im Geld, habe keine drei Autos vor der Türe, fahre nicht wöchentlich auf Urlaube, muss die Euros mehrfach umdrehen und könnte mit mehr Drive sicherlich viel mehr erreichen – mein Leben ist eher bescheiden und sehr, sehr überschaubar. Aber ich freue mich trotzdem über jeder dieser kleinen Teile im Leben, denn sie bedeuten innere Freiheit und unendliche Möglichkeiten im Kopf. Und manche Konstrukte finden dann auch den Weg hinaus. Mit 2-3 Steinchen kann ich ein kleines Minihaus bauen, das schnell von der nächsten Spott- und Kritik- sowie Lebenswelle zerstört wird… mit jedoch hunderten oder mehr, lassen sich viel größere, schwerere und stabilere Gebilde bauen.
Das Video inspiriert mich immer wieder und ja, ich habe es bereits mal gepostet. Aber hier hat jemand seinen Traum gelebt, Bausteinchen gebaut, ist gescheitert, hat es wieder probiert und unablässig die Steinchen aufeinander gestapelt. Hat an sich und sein Ich geglaubt. An seine kleinen Bausteine. Nicht jede Idee stellt das Endergebnis da, aber sie schaffen – wenn nichts anderes – neue Ansätze oder mehr Möglichkeiten. Man muss nur an sich glauben, sich nicht von großen Zielen oder Erfolgen blenden und verleiten lassen, sondern sich über jedes kleines Element freuen. Und wenn man damit nicht durchstartet, was durchaus sein kann, dann hat man dennoch etwas erschaffen und vollbracht, mehr als die, die dann am Schluß nur 2 oder 3 Steinchen vor sich haben und sich fadisieren und frustriert da sitzen. Denn auch die größten Häuser, Brücken, Firmen, Konzerne, Erfolge und Millionen basieren schließlich oft im Kern auf kleinen Sandkörnern, Fehlschlägen und Irrtürmer.
So… philosophisches Blablabla, dass man recht leicht mit diesem und jenem Gegenargument problemlos kippen kann – das braucht man mir nicht sagen, das weiß ich auch selber. Aber wer einen besseren Weg für sich weiß, soll natürlich den einfach gehen. Und alles ist gut. Ich mag meine kleinen Bausteine und weiß, irgendwann ergeben sie einen Berg.
Es ist gerade Punkt sechs und ich sitze bereits etwas zerdrückt und verschlafen vor dem Gerät und bereit mich auf den heutigen Tag vor. So gesehen also ein normaler Montag. Ich war jetzt sehr knapp dran, eine Abhandlung über den grauen Montag zu schreiben, aber irgendwie klappt das bei dem Wetter nicht. Ich mag diesen Übergang – wenn es richtig warm wird, aber zugleich noch eine Wolkendecke den Himmel bedeckt und alles in ein Licht taucht, das ich aus völlig unerfindlichen Gründen mit den 80ern verknüpfe. Warum und wieso erschließt sich meiner Kenntnis, vielleicht weil einige der Lieblingsfolgen und Sendungen der Zeit bei so einem Wetter spielten? Nein, das wäre nicht nur verrückt, sondern auch völlig sic! Aber so oder so – der heutige Morgen steht in dieser Ära – achdem ich gestern mit Mikegotchi durch die Straßen gezogen bin, Graffiti-Art da und dort entdeckten, sind wir ja beim Sinnieren über das Leben ja auch irgendwann über eine ganz besondere Sendung gestolpert… die Curiosity Show.
Kann sich irgendjemand noch daran erinnern? An den coolen Rob und Deane? An die greifbaren Experimente? Gelebte Physik, die unsere Teller-großen Kinderaugen vor der glänzenden Mattscheibe der alten Röhrenbildschirme nicht nur mit Röngtenstrahlen aufleuchten ließ? Die Art von Sendung, wo mein ganzes Leben davon abhing, ja bloß rechtzeitig zur Sendezeit zuhause zu sein… Wo ich beim Intro nicht nur auswendig mitsummte, sondern jedes visuelles Fuzerl in mich einsaugte und dann – man halte sich fest – wirklich das Gefühl hatte, etwas gelernt zu haben! Man stelle sich das vor… da glotzt man als kleiner herumrotzender und hoffnungsloser Gschrapp eine unglaublich schlecht und völlig versetzt synchronisierte TV-Serie mit zwei Typen, die damals schon stylish jenseits von Gut und Böse waren (totaler Kult heute, oder? Love it.), zeigten physikalische Experimente vor laufender Kamera, wo vermutlich heute jedes Kind mit offenem Mund zurück kippen und in einen Tiefschlaf verfallen würde – ich damals aber in eine neue Welt eintauchte, fast unbeweglich und mit angehaltener Luft und knapp davor war, die Erleuchtung und Erkenntnis über unser Universum um 15:30 Uhr zu erhalten… TV-Strahlen sei Dank.
Heute würd mich ein 10-jähriges Kind vermutlich anstarren und fragen, ob ich einen Knall habe und was das für eine “komische” Kinderserie ist – aber ich habe einen Trumpf im Ärmel! Ich wette nämlich, dass unser heutiger Nachwuchs bei mehr als der Hälfte der Experimente nicht mehr die richtige Antwort sagen könnte… wie denn auch? Unsere Allgemeinbildung ist am Boden und der Klassiker-Schmäh mit “Die Milch kommt vom Supermarkt” und “Ich habe noch nie eine Kuh gesehen” ist leider völlig real. Absolut sogar. Es gab ja damals auch noch den Russisch-Sprachunterricht und dergleichen im TV. Meine Güte – nicht nur erst im Nachhinein lieb(t)e ich diese Sendungen… es war auch damals schon irgendwie stylish.
Aber ich bin trotz diesem herrlichen Erinnerungsbogen abgedriftet und wollte eigentlich ein völlig anderes Video posten – eines, das den echten Flow und Style der damaligen Zeit für mich verkörpert. Es zeigt das Bild, das in mir aufkommt, wenn ich an meine TV-SNES-DOS-PC-erste-MTV-und-erste-VIVA-Sendung zurückdenke, an den Übergang von Yps-Heften und den Bussibärli-Heften zu Bravo und all diesen Soft-Porno-Zeitschriften, die man ja offiziell als frühes Pickelgesicht nicht kannte, aber natürlich heimlich durchstöberte und hoffte, dass seine Freundin, dann bitte wie die ausschaut wie auf Seite 24 (?). An die Zeit, die erst dann greifbar und fühlbar wird, wenn sie schon wieder vorbei ist.
Ich meine ganz ehrlich, WO gibt es noch Musik-Videos dieser Klasse? Und ich finde, der Style ist nicht mal so out, wie man auf den ersten Blick glauben könnte. Im Gegenteil – heute sieht man eh nur noch Plastik-Botox-Strip-Girls und Lebendige-Ken-Puppen-Scharfkant-Gesichter mit dem 1-Tages-Soft-Stoppelbart, die mit Softhiphop-Tönen ihre Plastik-Goldketten in unsere Augen pimpen. Kein Kunststück – aber so “natürlich” wie hier oben – das schafft keiner. Ahahaha. Immer wenn ich mir das anschaue, geht’s mir gleich richtig gut. Da könnte man glatt seinen eingemotteten Pressekonferenz-Anzug rausholen, die zerdrückten Ledersohlen-Schuhe aus der Tanzschule von anno dazumal und dann elegant, fingerschnippend, mit einem Augenzwinkern und mit einer Flow-Drehbwegung durch die Regale des örtlichen Billa’s sliden. Yeah, step, step, klatsch. Uhhuuuhhuuuuu, klatsch, dreh…. klatsch. Wohooo ist mein Marsriegeeel…? Schnipp.
Irgendwann, irgendwie würde ich gerne mal eine Sommerparty machen. Mit all meinen Freunden auf einer Wiese. Wo im Hintergrund an einer Wall mit einem Beamer die Lautsprecher und das Video mit the Fresh Prince & Jazzy Jeff und “Booooom, shake, shaaake the room” dröhnt, dann in der Nachmittagssonne “Summertime” und danach The Whispers und alle shaken und grooven mit. Am Abend und in der Nacht gibt es dann Miami Vice-Folgen mit Sofa-Chill um dann am nächsten Morgen mit zwei “Supertypen in Miami” in den Tag zu starten.
Mhhhhhh… tja. Nur leider ist heute Montag. Man ist 30, etwas müde. Man klebt in Wien. Die Straßen sind im Gegensatz zu früher noch schmutziger geworden, noch grauer und die Leute noch depressiver. Alles schaut gleich aus und man bekommt schon vor der ewig gleichen Scheibe in den Lautsprechern im Supermarkt einen Ausschlag. Und sobald man das Postkasterl aufmacht und man lawinenartig von Rechnungen und Erlagscheinen verschüttet wird – um dann von der alten Nachbarin wiederbelebt zu werden und sich dann selber entkräftet zum nächsten Termin in die Stadt schleift. Das Jahr 2011. The future….. Raumschiff Enterprise hatte da mehr Flow.
Also gleich mal vorneweg – ich bin kein Theatermensch, ich bin kein Bühnenmensch, ich habe nie etwas Richtung Schauspiel gemacht (außer diesem Blog – ahahaha) und ich bin zwar sehr an moderner Kunst und Architektur und all diesen tollen Sachen interessiert, ich mag herrliche Theaterstücke – habe aber jetzt nicht besonders viel Ahnung von dieser ganzen Materie. Da weiß ich eher, in welcher Folge Spongebob Schwammkopf seine Hose verkehrt an hatte. Also – damit hier nicht irgendwelche abstrusen Missverständnisse auftreten – und auch, weil ich hier mal Frust ablade. Und ja, Kunst ist frei, jeder wie er will… erspart mir das.
Das was man so zur Zeit wieder (…wieder…) so auf den Bühnen, Theatern und Opern-Häuser sehen kann – tut mir leid, aber das ist alles einfach nur *shit*. Aber so richtiger *shit*. Ich finde es fast eine Frechheit, was man heutzutage in den exklusiven Häusern der Welt-Bühnen so sehen “darf”. Kalt, nackt, Mord, Metall, Stille, Vergewaltigungen. Das Ganze betrifft leider auch den Ausdruckstanz. Irgendwie wird heute einfach jeder Schrott vermarktet und das gehobene, natürlich elegante und gediegene Publikum lauscht und klatscht brav mit, bloß keine Blöße geben, schön Aufmerksamkeit zeigen und mit gerunzelter Stirn wissend und anerkennend modern und kunstvoll nicken. Pah.
Erstens – irgendwie gleichen sich alle Bühnenbilder zur Zeit, nicht wahr? Entweder einfach nur schwarz oder einfach nur weiß. Meistens irgendein shit-Bauelement, das quer über die Bühne liegt, hängt, in den Raum ragt und aus. Oder ein minimales Brett. Oder ein Sessel. Oder gar nichts. Und fertig. Dazwischen laufen Schauspieler in Business-Anzügen herum, die dem visuellen Chargon von Wasserleichen gleichen, ausgeleuchtet oder besser ausgebleicht von kalten blau-weißen Strahlern, die die Trostlosigkeit in Perfektion porträtieren, man wälzt sich vorzugsweise halbnackt und schreiend am schwarzen, leeren Boden… lässt sich schlagen, peitschen, erniedrigen, vergewaltigen, erbricht… verliert literweise Blut und bespritzt alles damit. Dazwischen werden Haare ausgerissen, man steht stumm und wortlos da, verschwitzt und stöhnend und ergibt sich in epileptischen Zuckungen (Achtung: Tanz!), beschimpft das Publikum und versucht so unkrampfhaft wie möglich, so modern und inhaltlich unbestimmt zu bleiben, wie es nur geht. Die wahre Kunst ist ja schließlich nicht greifbar und entzieht sich dem niedrigen Publikum… oder so.
Danach folgt ein tosender Applaus, ein Interview mit dem jungen, ausgezeichnetem Regisseur, der natürlich wie alle – wie kann es anders sein – etwas zerzaust, wuschelig aussieht, vermutlich seit Jahren nicht schlafen kann und sich jede Nacht im Bett wälzt, da die Gedanken ihn überfluten und vereinnahmen, er ist sehr bestimmt, wirft mit der erhobenen Nase tolle, literarische Wörter in den Raum, in seinem Mund werden Emotionen und die dunkle Seite der Menschen ausgeformt. Es ist das Spiegelbild, ich wollte etwas Neues, etwas Anderes schaffen, es ist eine Kritik an der Gesellschaft, an der Politik, an der Perversion des Ganzen und überhaupt. Gähn… Dazwischen noch sehr sinnierend da sitzen, fast etwas verzweifelt und mit einer langsamen, ruhigen Geste, den glasigen Augen sich mit dem Finger über die Lippen fahren. Genau.
Wenn nicht schon in den ersten 10 Minuten beim Stück selber, könnte ich spätestens hier auszucken. Kunst? Anders? Neu? Emotionen? Tanzen? Diese ganze Welt leidet an einer völligen Verblendung ihrer selbst. Ernsthaft. Was ihr da produziert momentan ist völliger…. lassen wir das. Blöderweise… hust… Glücklicherweise dürft ihr machen was ihr wollt und wem es nicht gefällt – soll’s sich nicht anschauen. Seufz, eh!
Nur – all diese Bühnen schauen gleich aus – so ganz “modern” (uiiiii) – also auf Deutsch gesagt, völlig ideenlos, Schrott, trostlos, fad. Und da ist es mir schnurz-egal, dass der vielleicht wochenlang dieses Metallband geplant hatte, was einfach am Boden rumliegt. Und sorry, es ist “kunstlos” sich in jedem Stück auf den Boden zu werfen, schreiend, nackte Körper, die sich ineinander wälzen und dann noch der übliche, entsetzliche Meuchelmord, natürlich so plastisch wie es nur irgendwie geht. Dann der irre, verzweifelte Blick ins Nichts und Leere… und aus. Klatsch, klatsch. Heimgehen.
Die Kritiken bestätigen natürlich dieses fantastische Aufwühlen der inneren Konflikte der Menschen, das Durchleuchten der Gedankenwelten und die großartige, gewagte Neuinterpretation von Blablabla. Uff.
Ganz ehrlich – wann gab es das letzte Mal (und kommt mir jezt nicht mit einem Ami-London-Tournee-Plastik-Kitsch-Musical-Beispiel daher) ein schönes, aufwendiges und fein gearbeitetes Bühnenbild? Eines mit Liebe zum Detail? Verzierungen und dergleichen? Eines, das von sich aus eine Stimmung erzeugt – mehr als den heute üblichen Tiefgaragenflair? Ein verträumtes oder gar greifbares Bild? Eine Landschaft, die nicht aus zwei Tüchern, einem Scheinwerfer sowie einem Handy-Sendemast besteht? Schauspieler, die farblich nicht wirken wie aus einem billigen, deutschen Krimi, die seit zwei Wochen versoffen im Bergwerk leben?
Oder – ganz gewagt – ein Inhalt der Freude macht?! Gibt oder gab es überhaupt in letzter Zeit ein “modernes” Stück an den großen Häusern, wo das Publikum ernsthaft lachen musste – ganz ohne der höfischen Tradition? Denn darin liegt doch die wahre Kunst… Jemanden zum weinen zu bringen, zu schockieren und dergleichen ist nämlich einfach. Ganz ehrlich – ich bräuchte jetzt am Abend nur ein großes Küchenmesser schnappen und wild schreiend – aja, vorzugsweise nackt und ganz viel zerzaust, am besten noch blutüberströmt – durch die Straße laufen und dabei rufen “Das Ende. Das Ende. Du ruchloser Gott Du!”. Und dann mich bestialisch vor dem nächsten Supermarkt im Müll wälzen und damit unsere Konsumgesellschaft kritisieren. Der Effekt ist der Selbe – und er ist billig. Aber jemanden zum Lachen zu bringen… und womöglich sogar noch 200, 400 oder mehr Zuschauer – DAS ist ein Kunststück! Wann hat man zum letzten Mal bei einer der gepriesenen Neuauflagen irgendwelcher Stücke in “der modernen Fassung” herzhaft lachen müssen? Mit Freudentränen? Mir fällt da nichts ein… Wer hat es geschafft in letzter Zeit ein Publikum wirklich zu verzaubern? Ja, richtig – zu verzaubern… so dass man heimgeht und sich denkt “Wow, das war ein Traum! Ein geträumter Traum!”
Aso – Ausdruckstanz… es gab mal eine Zeit, da waren Tanzstücke wirklich beeindruckend. Tolle Körper, unerwartete visuell ausgeformte Bewegungen, sichtbare Emotionen und eine Handlung – Achtung: der man folgen konnte. Aber heute? Heute wirft man sich zu Boden, bäumt sich dreimal auf, greift sich an die Stirn, sitzt eine Minute lang weinend und stumm schreiend am Boden und zappelt dann wild herum – auch hier wieder mit dem Tenor “Bloß ungreifbar sein, unbedingt so ganz modern und ‘anders’ sein”… Und ich habe schon viele Tanzstücke gesehen und viel Tanz-Choreographie in künstlerischer Form – aber in den letzten Jahren vergeht einem echt die Lust darauf. Es gab mal früher so eine Art von einer “Grenze” zwischen dem “Volk” und der “Kunst” – das Gefühl “Wow, da sieht man etwas besonderes, tatsächlich etwas ungreifbares” – aber heute? Zappel, werf, zappel, werf. Stöhn. Aus.
So schade. Anscheinend hat der junge, künstlerische Nachwuchs entweder wirklich einen völlig trostlosen Geschmack – oder sie wagen es nicht, dem herrschenden Bühnen-Style zu widersprechen. Oder sie wissen nicht, wie man jemanden zum Lachen bringt. Denn Tod, Trauer und Perversion bringt jeder Triebtäter in wenigen Minuten auf die Bühne. Kein Kunststück… Irgendwie eine arme Generation. Und das liegt jetzt nicht nur an mir und meiner verengten Sichtweise. Oder?