Kinder, was zum lesen für Euch! Müsst natürlich nicht – aber sagt in ein paar Jahren dann ja nicht, dass ihr davon nichts gewusst habt und so. Gut? Und ja, das schaut nach viel Text aus, aber ganz ehrlich… ich WEIß nämlich, dass ihr nichts besseres zu tun habt und Eure Zeit so oder so sinnlos hier vorm Bildschirm vergeudet.

Wir schauen uns nämlich heute mal ganz kurz an, was das INDECT-Projekt denn so ist. Schon mal gehört? Nein? Na, bitte… dann geht’s los!
ACTA, SOPA und so halt
Also, was ACTA und SOPA ist, haben wir ja schon durch und ich glaube die meisten haben auch verstanden, dass es zwar einerseits natürlich notwendig ist, “Erzeuger von Dingen” zu schützen (Urheber und Co.) und das es natürlich auch nicht auf Dauer geht, dass man alles und jedes im Netz kostenlos bekommt oder runter laden kann – wie zum Beispiel Musik, Videos und Spiele – da ja tatsächlich auch irgendjemand das alles erst erzeugen und auch viele davon – no na net – irgendwie leben müssen… aber wir wissen auch, dass es für all das schon längst Gesetze gibt, die Verstöße dagegen ahnden können und dass man das auch alles viel einfacherer und sauberer regeln könnte.
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Freiheit Menschen Menschenrechte Politik Soziales Überwachung Wirtschaft
Wie gefährlich ist ACTA? Muss ich mich als Internet-Nutzer in Zukunft vor mehr Überwachung fürchten? Womit mache ich mich strafbar? Müssen für ACTA Gesetze geändert werden?
Auf diese und andere Fragen geht die Futurezone.at heute näher ein: Beitrag lesen.
ACTA Kriminalität Politik SOPA Wirtschaft
“Iran will Europa den Ölhahn zudrehen” (Kronen Zeitung)
Also wirklich… dieser Iran ist schon böse! Dreht uns das Öl ab und lässt uns austrocknen und leiden. Eh klar, das kennen wir ja schon vom Iran.
Oh, moment mal… wie war das… da war doch was… hat nicht die EU ein Import-Verbot iranischen Öls erst vor kurzem beschlossen? Aber nein… nein, nein – das muss ein Irrtum sein. Wirklich!
Kapitel: Öffentliche Meinungsbildung via Schlagzeilen.
Gesellschaft Medien Nachrichten Öl Politik
“Der ACTA-Zuständige beim EU-Parlament hat seinen Job hingeworfen. Er schreibt, er ist entsetzt darüber, wie wenig Einfluss die Demokratie auf so ein wichtiges Abkommen hat. Und mit der Demokratie meint er die einzige halbwegs demokratisch legitimierte Institution, das EU-Parlament.”
(Zitat-Quelle: Fefes Blog / Und Infos dazu hier.)
Demokratie EU Gesetze Kriminell Menschen Politik
Gestern gab es auf ARTE wiedermal einen Schwerpunkts-Beitrag rund um die Mafia in Italien. Um Staatsanwälte, die dagegen ankämpfen und Menschen, die ihr restliches Leben in abgedunkelten Wohnungen, Autos und gesicherten Justizpalästen verbringen – ständig umringt von Personenschützern und der Gefahr von Attentaten und Verrat. Menschen, die aus Überzeugung gegen ein System ankämpfen, das in Italien so verwurzelt ist, das es aussichtslos erscheint.

So. Nun könnte man sich zurücklehnen, vielleicht etwas nachdenklich sein, aber man ist jetzt auch nicht weiter überrascht – denn diese Bilder und Dokus sind nichts Neues. Falcone und all diejenigen, die sich gegen die Clans stellten, bezahlten mit ihren Leben – und jedem ist bewusst und klar, dass es heutzutage eh kaum eine Trennung mehr zwischen Politik, Wirtschaft, Staat und Korruption gibt. Eigentlich muss man sich mit dem Thema kaum noch auseinandersetzen. Zudem wohnt in der österreichischen Seele bis heute diese Ideologie von “Dort ja. Hier nein.”…
Wie schon früher einmal geschrieben, bin ich da entschieden anderer Meinung. Österreich ist schon lange ein Sumpf der Mafia. In der Politik, der Wirtschaft und genauso der Gesellschaft. Was bei uns vielleicht fehlt, ist dieses Szenario der gewalttätigen “Omerta” – bei uns wird halt alles von dem freundlichen, nasalen Wiener-Schmäh überzuckert. Dabei braucht man sich nur umschauen und umhören. Man sieht es und eigentlich weiß es auch jeder. Und das ganz völlig unabhängig von Geldern, die da und dort für den Bau von Großprojekten geflossen sind, Steuerhinterziehung, Stiftungs-Netzwerke und lächelnde Politiker, die einem mit Handschlag begrüßen und sowieso mit jedem auf Du und Du sind. Ich meine also nicht nur die Causa Grasser und ähnliches, sondern viel mehr auch eher den ganz normalen, kleinen Alltag rund um uns.
Bau-Ausschreibungen auf dem Land werden sowieso bis heute nach Absprache der dortigen Lokalkaiser vorgenommen, Grundstücke und Baugenehmigungen werden je nach Gebrauch umdeklariert, Lokal-Politiker passen Gesetze ganz zufällig und aus nichtigen Gründen einem sichtbaren Zufluss an eigenen Einnahmen an, Vergabe von Projekten im Kunst-, Kultur- und Bildungssektor verkommen zu einem Postenschacher und jegliche Anzweiflung und Hinterfragung mündet in müßigen, parlamentarischen Anfragen, wo man schon weit im voraus weiß, dass genau nichts dabei rauskommt. Und jeder, der schon mal bei einer lokalen Politiker-Veranstaltung war und sich später dann die Gesprächspartner und Tross an Ergebenen anschaut, weiß, dass der und der andere Handschlag wieder ein kleiner Deal zugunsten der gegenseitigen Zufriedenheit darstellte. Mal eben vielleicht doch ein wenig die Zahlen anpassen und schon sind Ausschreibungen in die “richtigen Bahnen” gelenkt.

Da stellen so Dinge wie Postenschacher beim ORF und ähnliches fast nur den Staubzucker auf dem gesamtem Kuchen da. Dort wurde es ja nicht mal verheimlicht, wie der Hase von bereits ausgewählten Personen und der nachträglichen, bürokratisch notwendigen Ausschreibungen so läuft.
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Gesellschaft Korruption Kriminell Mafia Politik Soziales Wirtschaft
Wie ja jeder weiß, rennt bei mir der Fernseher nicht so sehr zum Fernschauen, sondern eher wie ein Radio im Hintergrund bzw. halt nebenbei. Er rieselt vor sich hin, bietet hin und wieder sozusagen Kaugummi für die Augen und bringt etwas mehr Leben in den Alltag.
Aber mehr und mehr verstehe ich Menschen, die auf ihren Fernseher vollständig verzichten bzw. selten schauen. Obwohl ich sonst die Meinung vertrete, dass man sehr wohl merkt, wenn jemand kaum TV schaut, vor allem keine Nachrichten oder Dokus – da findet man bei Gesprächen oft “Lücken” (was aber auf der Hand liegt) – stoßen mir immer mehr und mehr Sendungen auf. Nachdem man die breiten Massen-Kanäle so oder so im Großen und Ganzen schon seit langem abschreiben kann – diverse Daily Soaps, Land X sucht den Superstar, billige Cartoons für Kinder und so weiter… denn das alles ist wirklich immer mehr und mehr Volksverblödung und die Ansprüche sinken immer mehr und mehr, bleiben damit eigentlich nur mehr die Nachrichten- und Doku-Sender.
Aber sogar da wird der Kahlschlag an Qualität immer größer… angefangen von “Wissenschaftssendungen”, die diverse Begebenheiten durch Experimente vor der Kamera auf Plausibilität prüfen – und dann offiziell eine Entscheidung treffen, ob es plausibel ist oder nicht. Ich wette, dass viele Zuseher diese Dinge dann beim Wort nehmen, für sich auch so abspeichern und dann nicht mehr weiter darüber nachdenken. Und das ist erschreckend – vor allem wenn man mehr als deutlich da und dort Fehler beim Experiment sieht, sogar vielleicht selber ein anderes Ergebnis schon gesehen hat und so weiter. Hier wird Kaugummi-TV als Lernbuch missverstanden.
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Ich hatte vorhin gerade im TV nebenbei EURONEWS laufen, als es plötzlich eine Live-Schaltung in das libanesische Staatsfernsehen gab, in der Muammar al-Gaddafi per Telefon zugeschaltet war. Die Sprecherin des europäischen TV-Kanals versucht merkbar dezent im Hintergrund eine Übersetzung zu bekommen und dürfte schließlich über einen Computer (zumindest war Tastenklappern zu hören – Chat alias Skype?) Bruchstücke einer Übersetzung von jemanden kurzfristig erhalten haben. Natürlich ist es klar, dass diese Situation für eine Sprecherin schwierig ist – so gesehen eine gute Leistung und sicherlich streßig. Bemerkenswert waren aber neben der Übersetzung, die in diesen Teilen nur wenig Sinn machte, die Zusatzbemerkungen.
*(…)*
*Er spricht anscheinend über Kaiserin Elizabeth.*
*(…)*
*Äh…. wie klar er gerade ist, ist mir jedoch nicht klar.*
*(…)*
*Er spricht etwas wirr über verschiedene Länder und Staatsmänner.*
*(…)*
*(Ende des Telefonats) (Anm. “Es scheint so”) (Mh) Dann hat er wohl aufgelegt.*
*(…)*
*(Diverse Infos und Anmerkungen) Ob er in Besitz aller geistigen Fähigkeiten ist, kann man nicht sagen. (…)*
Wäre es nicht so traurig und gäbe es keine Toten bei diesem historischem und beeindruckenden Vorgang, der zur Zeit in den südlichen Ländern – von uns aus gesehen – stattfindet, dann wäre es beinahe lustig. Aber leider ist es das nicht – und zudem ist es immer wieder erschreckend, wieviel Macht ein einzelner Mann und seine Person sowie Charakter als solches über ein ganzes Land hat. Hier liegt buchstäblich das Schicksal eines Landes in die Händen eines einzigen Mannes (mitsamt seines Stabes) – dem es einerseits zerrinnt – und auf der anderen Seite dabei die Faust immer fester zudrückt.
Verrückt eigentlich, dass dies überhaupt möglich ist. Aber eigentlich gab und gibt es das ja auch bei uns. Traurig und fragwürdig zugleich. Kann man nur hoffen, dass sich in Tunesien, Ägypten, Libyen, Bahrain und so weiter alles zum Guten wendet. Zudem finde ich, dass – auch wenn man sich sonst nicht für Politik und Nachrichten interessiert – sich hier durchaus informieren und wissensmäßig am Laufenden bleiben sollte. Denn einerseits sieht man hier das oft verschüttete basis-demokratische Prinzip und deren Wirkung der Macht bei entsprechender “Koordinierung” und zugleich ist es ein historisches Ereignis, das wir in unserer Generation erleben dürfen. Gaddafi beispielsweise ist mein gesamtes Leben lang bereits das Synonym für Libyen – kein Wunder, nach 30~40 Jahren an der Macht.
Und ganz ehrlich – ich hätte nie gedacht, dass all diese “Staatsmänner” in meinem Leben fallen werden. Abgelöst werden und durch Söhne ersetzt – ja, oder aus Altersgründen sterben und dergleichen – auch… das hätte alles irgendwie in das erwartete Verständnis vielleicht gepasst – aber diese Umwälzung durch das eigene Volk (Volk zumindest der groben, flüchtigen Ansicht nach) und noch dazu erfolgreich (Libyen vermutlich)… ist nun ja doch einmalig. Der Abstieg von Muammar al-Gaddafi, Muhammad Husni Mubarak als auch Zine el-Abidine Ben Ali – drei Gesichter, die seit meiner Geburt immer wieder als Figuren in Zeitungen und TV-Nachrichten mein Bild des Süden stark prägten – sind nun die gefallenen und zerbrochene Gallionsfiguren. Eine spannende Zeit!
Übrigens gab es gestern auf ARTE eine ebenfalls interessante Reportage über Pablo Emilio Escobar Gaviria – dem früheren größten Drogenbaron Kolumbiens und einem der reichsten Männer überhaupt anno dazumal. Ich habe bereits vor etlichen Jahren seine Biografie und noch etliche andere Bücher über ihn gelesen, ebenfalls spannend… ein Mörder, ein Politiker, einer der Gründer der großen Drogenkartelle, dessen Netz-System sich sehr effizient bis heute durchgesetzt hat und ein Familienmensch. Schon damals war ich zugegeben fasziniert und angesteckt – nicht vor seiner Tat als solches – die ist abstoßend und wirkt bis heute wie ein dunkler Schatten über das gebeutelte Land Kolumbien und deren angrenzenden Länder – sondern vor der “Leistung”, es von einem Viehzüchter bis in die Politik zu schaffen – auf Wegen, die eigentlich unfassbar klingen und zugleich völlig real und erfahrbar sind. Vielleicht war er selbst eine gespaltene Persönlichkeit – speziell nach dem Bild der gestrigen Reportage, in der sein Sohn und der Umgang mit der Familie porträtiert wurde – und dabei aber auch zusätzlich die Söhne seiner Mordopfer zu Wort gekommen sind. Im Laufe und Rahmen des TV-Beitrages haben sich diese Söhne der zwei Seiten dabei auch zusammengefunden und sich dabei gegenseitig Frieden geschworen. Interessant diese Form von “Sozialstudie” mitzuerleben. Spannend war es aber vor auch allem deswegen, weil in Kombination mit dem Vorwissen über seine Aktivitäten aus den von mir gelesenen Büchern, sich ein vollständiges Bild – gemischt nun mit der Worten und einem Rückblick seines Sohnens – bot. Und – der Kern – auch hier erstaunlich (und zugleich wiederum auf eine interessante Art und Weise logisch), wie ein einzelner Mensch soviel Gewalt und Macht ausüben kann, dass ihm buchstäblich jeder zu Boden liegt und es keine Grenzen zu geben scheint.
Man darf nie vergessen – dieses System der Macht funktioniert immer nur dann, wenn sich niemand der “Anderen” auflehnt, wenn Missstände und kleine Alltags-Delikte stillschweigend akzeptiert werden, sich die “Anderen” der Angst ergeben und einfach desinteressiert an der Umgebung und der Politik bleiben und sind. Dann können diese Dinge völlig problemlos passieren. Und diese “Anderen” sind wir. Wir, das “einfache” Volk… das auch in Europa einfach nur stumm da sitzt und schaut. Und wenn man nach Politik fragt, hört man nur ein “Interessiert mich nicht, eh zwecklos oder verstehe ich nicht oder will ich einfach nicht. Nein, ich schaue oder lese keine News – wozu?”. Und genau das baut wieder ein Steinchen der Mauer des Schweigens auf. Auch wenn breite Medien ebenfalls zum Spielball der Mächte gehören – das kennen wir schließlich auch von unseren eigenen, österreichischen Tagszeitungen, wieviel Stimmungen und “Interpretationen” da getragen werden – ist das keine Entschuligung meiner Ansicht nach, es einfach zu lassen. Wenn man aufmerksam ist, versteht man auch das “dahinter” der Polemisierung der Nachrichten und kann vieles zwischen den Zeilen lesen.
Ein Karl-Theodor zu Guttenberg, der seine Arbeit fälscht – mal ehrlich. In jedem anderen, kleinen Arbeiterjob würde man wegen der Aufdeckung dieser Dinge einfach seinen Job verlieren. Hat sich nicht qualifiziert, hat bei der “Bewerbung” somit geschummelt. Klar – jeder – auch von uns – hat “Dreck am Stecken” und jeder verschafft sich mal da und dort bewusst oder unbewusst mit kleinen “Anpassungslügen” ein besseres Standbein im Leben. Doch als Politiker, als Person einer öffentlichkeitswirksamen Position und als “Stellvertreter des Volkes” – fällt ihm die Pflicht zu, erst recht ein wesentlich höheres Level zu belegen als der kleine Arbeiter ums Eck. In dieser Position ist das, was beim kleinen Volk eher dennoch als Kavaliersdelikt gesehen wird, einfach wesentlich gravierender. Erstaunlicherweise steht das deutsche Volk aber breit dahinter (zumindest den Massen-Medien nach). Auch hier also das gleiche Bild… man legt sein Vertrauen in die Hände und vor allem in den Charakter einer Person – und lässt ihm da und dort einiges durchgehen.
Dabei müsste oder sollte der Ansatz völlig anders sein. Wer seine Aufgabe gut macht – wunderbar. Wer “Blödsinn” anstellt, hat seinen Platz einfach zu räumen – dieses Prinzip, das in der Privatwirtschaft völlig normal und gang und gäbe ist – und wo man wegen wesentlich geringeren “Vergehen” mal schnell eben gekündigt wird, sollte in der Politik auch gelten. Wer die Anforderungen nicht erfüllt – der Nächste bitte. Ganz simpel. Klingt hart, aber so ist es am Jobmarkt der Kleinen ebenfalls. Mal schnell in Karenz gehen – und schon gibt es “Einsparungspläne” zufälligerweise, mal eben eine neue Kosten/Gewinn-Rechnung anstellen und schon werden strategische Arbeitsplätze hundertfach vernichtet, usw… Warum gibt es diesen Persilschein in der europäischen Politik bzw. bei Politikern – wo denen praktisch nichts passiert? Egal, ob jemand Steuern hinterzieht, Doktorarbeiten fälscht, Preisabsprachen oder geschmierte Gewerkschaften, sinnlose Gesetze alias Glühbirnen-Aus für Stärkung des Wirtschaftsmarktes auf Kosten der anderen und so weiter… das liebe Volk sitzt da, zuckt mit den Achseln, schaut weg und rührt keine Finger. Und zahlt weiterhin die Gehälter, die Schmiergelder, erhöhte Preise durch Absprachen und stimmt schweigend Gesetzen zu, deren Sinnhaftigkeit nicht mal die sogenannten, anonymen “Experten” erklären oder verstehen können.
Wir finanzieren unsere eigene Ausbeutung und persönliche Bereicherung einiger weniger Menschen – die entweder ganz oben oder auf der ganz dunklen Seite der Macht stehen. Und schweigen. Und raunzen aber dann recht kräftig, wie “sinnlos es ja ist, sich damit zu beschäftigen” und warum man schon wieder weniger im Geldbörserl hat.
Zur Demokratie noch – es macht einem traurig, die europäischen Gedanken zu den Aufständen in den südlichen Ländern zu lesen und zu sehen. Da schweigt man Jahrzehnte lang in Europa, lässt den eigenen Wirtschaftsmotor des Netzwerk “Tourismus” davon beleben, lässt das dortige Volk zugrunde gehen (ja, auch ich habe dort Urlaub gemacht und auch wir waren froh, dass es so billig ist und ja, wir haben kein Trinkgeld gegeben und ja, keiner hat darüber ernsthaft nachgedacht oder Mitleid oder ein schlechtes Gewissen gehabt und ja, es ist immer Zeit, seine Ansichten neu zu überdenken) und dann kommt es zu den Aufständen und schweigt.
Aber nur soweit, dass man sich alle Optionen offen hält (klassische Diplomatie – ein dezenter, süffisanter Wink zu Wikileaks), kritisiert aber zugleich unverholen, dass man beispielsweise die Muslimbruderschaft (unabhängig jetzt von ihrer Ideologie gesehen jetzt) als politische Kraft sehr kritisch sieht, in ganz Europa davor warnt und hinter dem Handrücken zu einem Boykott und Verhinderung aufruft… Soviel also zu unserem europäischem Demokratieverständnis. Solange also die politische Kraft in unsere Denkweise und Lebensweise passt – solange sind wir für die Demokratie. Sobald es aber uns nicht passt oder es bedrohlich wirkt, beginnen wir den anderen vorzuschreiben, was sie besser tun sollten und nicht… Ein Schelm, wer jetzt böses denkt.
Gedanken Menschen Politik Soziales Terror