Frisch via Fefe gerade gefunden, gelesen und gedacht – wenn das, was ich da gerade lese, stimmt… tja, dann passt das Posting (Absurde Datenschutz-Diskussion) von heute, das ich eigentlich unter dem Titel “Aufgeben” veröffentlichen wollte, erst recht. Der globale Internet-Schalter ON/OFF. Er wird ist Realität.
Aber lest mal selber den ganzen Text. Zur kurzen Erklärung – mit Whois kann man abfragen, wem ein Domain und dergleichen gehört, bei wem er läuft und all diese Dinge. Also wer steht sozusagen dahinter.
Versucht den Text zu verstehen – und was das bedeutet…!
Habt ihr Euch schon mal gefragt, welche Firma mit welcher Firma so verbandelt ist und wo in welche Kanäle Euer sauer verdientes Geld nach dem fröhlichen Ausgeben hingeht? Nicht? Egal. Hier seht ihr mal eine kleine Übersicht, wer denn da so aller die Fäden zieht… müsst auf’s Bild klicken, um es in groß zu sehen!
Allerdings habe ich den Urheber bzw. die verlässlichen Quellen nicht dazu gefunden, aber so im Groben wird’s schon stimmen. Ich finde es immer gut, solche Sachen visualisiert zu sehen, auch um zum Beispiel die Herkunft oder Handhabung von Produkten in bestimmten Fällen ein bisschen kritischer zu sehen bzw. so manche Aussagen vorsichtiger zu genießen. Mahlzeit übrigens!
Sehr sehenswerte Doku-Reportage, die gestern Nacht auf ARTE lief. Sie schildert die Ereignisse am und nach dem 6. November 1985 mit Original-Aufnahmen von der Stürmung des Justizpalastes in Bogota. Ich sage da nur Politik, Armee und verschwundene Menschen – und Angehörige, die bis heute (beeindruckend) durchhalten, um den Verbleib von Geiseln zu klären.
“Am 6. November 1985 stürmen schwer bewaffnete Mitglieder der M-19-Guerilla den Justizpalast, Sitz des Obersten Gerichtshofs, in der Innenstadt von Bogota. Sie nehmen Hunderte Geiseln, darunter fast alle Obersten Richter Kolumbiens. (…) Die Regierung verweigert Verhandlungen, der Präsident setzt das Militär in Bewegung und gibt den Befehl zur Erstürmung des Justizpalastes. Bogotas zentrale Plaza verwandelt sich in ein blutiges Schlachtfeld. Fast hundert Menschen sterben, darunter fast alle M-19-Guerilleros, elf Richter und viele Angestellte des Gerichtshofs. Zwölf Personen bleiben bis heute vermisst. (…) Im Verlauf eines emotional aufgeladenen Prozesses fürchten Anwälte, Ankläger und Richter um ihr Leben, engagieren Leibwächter, tragen kugelsichere Westen und müssen sich gegen Todesdrohungen behaupten.”
Das ist jetzt ein klassischer, philosophischer Eintrag, wo jeder Leser sich denkt “Ja eh… aber das lesen… ist so fad wie eine Live-Übertragung aus dem Parlament”. Absolut. Trotzdem möchte ich es hier loswerden. Ich kann das Wort “Wachstum” nämlich einfach nicht mehr hören.
Schon gar nicht aus der Politik oder Wirtschaft. Nicht nur deshalb, weil es sowieso sinnlos geworden ist, denn die da oben richten es sich sowieso immer, Korruption an allen Ecken und Enden, geförderte Schattenwirtschaft, kosmetische Gesetze, die nichts bewirken, seit dem 1. April mit der Vorratsdatenspeicherung nun jetzt auch ein Überwachungsstaat, über den vor ein paar Jahren noch viele gelacht haben und als utopisch abgestempelt haben und so weiter und so fort. Da stellt es einem so oder so die Haare auf, aber mir fast noch mehr, wenn nämlich wiedermal über das “fehlende Wachstum” geklagt wird.
Wir müssen wachsen!
Alles muss ständig wachsen, alles muss ständig größer werden, alles muss um mindestens soundso viel Prozent pro Jahr steigen, sonst kippt das System und so weiter. Blablabla. Ich kann das einfach nicht mehr hören. Es kann und darf kein immerwährendes Wachstum geben. Es darf nicht sein.
Tofugotchi und ich haben letztens die alten Kollegen bei einer Veranstaltung besucht. Und waren dann noch kurz futtern. Kann sich jemand noch an den Schilling erinnern? Ja? Und kann sich jemand noch daran erinnern, wie viel man damals für eine Pizza und zwei Getränke gezahlt hat? Ja? Gut.
Heute sind es nämlich über 240 Schilling. Schöne, neue und wunderbare Welt.
Jeder der mich kennt weiß, dass ich schon aus Trotz heraus das Gegenteil wähle, aussuche oder mache und so weiter. Ich rege mich gerne über die Großen da oben auf, unabhängig davon, wie die Bewertung der Richtigkeit im ersten Moment ausschaut. Aber ich bin auch, glaube ich, vernünftig genug, Argumenten und Vorschlägen zuzuhören und sie einfließen zu lassen in meine Meinung. Ich “versuche” zumindest offen zu sein. So viel mal dazu.
Aber ich habe mehr und mehr ein Problem mit den “Alternativen” – sei es in der Politik, Veganer, Aussteiger, Hacker bzw. Cracker, generell Demonstranten, Tierpelzgegner oder was auch immer… und nein, nicht wegen dem was sie tun, sondern um das WIE. Genau um das geht es nämlich.
Ich bin nämlich dafür.
Ich bin für politische Anti-Bewegungen, ich bin für veganes Essen und würde mir wünschen, dass ich es auch zu 100% schaffen würde, ich bin absolut für Aussteiger (braucht man ja nur die Wohnung- und Häuser-Geschichten anschauen hier im Blog – ich liebe das), wer kiffen will, soll es tun – ich brauche es nicht, aber wenn man die schweren Suchtmittel Zigaretten und Alkohol offiziell kaufen darf…. dann ppfff, ja warum nicht? Ich finde es gut, dass jemand Programme und Datenbanken crackt vom Prinzip her (mehr unten dann), ich finde es toll, wenn man auf die Straße geht und sich gegen den Sumpf an Politik, Korruption und Wirtschaft stellt, und in Zeiten von High-Tech-Textilien ist es begrüßenswert, wenn sich jemand hinstellt und klar macht, das echter Pelz Schwachsinn und Quälerei ist.
Aber die Klischees?
Aber das wie. Das ist das Problem und es nervt mich zusehend. Warum haben Veganer dieses “Veganer-Klischee”? Warum müssen Aussteiger Dreadlocks, Bärte und Co. in unseren Köpfen haben? Warum ist der Kiffer für uns der klassische, gechillte Jugendliche auf der nächsten Parkbank während der Unterrichtszeit? Warum ist der Hacker oder Cracker ein fetter Milchbartträger oder dünn, 15 Jahre alt, hat Pickel und ist ganz weiß im Gesicht, dicke Brillen und keine Freundin? Warum sind Anti-Politik-Demonstranten immer Clowns, Chaoten und “Wir sind gegen alles, aber für nichts”? Warum haben Tierpelzgegner immer etwas anrüchiges in Form von Radikalität an sich?
Das Spiegelbild
Weil sie es zulassen. Weil sie nichts dagegen tun. Tut mir leid, aber so ist es. Klar – die Medien und die konservative, gehobene Gesellschaft mischt da gehörig mit, formt und verzerrt das Bild zu ihren Gunsten, beeinflusst das allgemeine Stimmungsbild, schafft Vorurteile und drängt damit so manche tatsächlich auch in das gelebte Klischee. Sie versuchen damit, solche Bewegungen zu ersticken, sie in das lächerliche zu ziehen und sie klein zu halten. Aber dennoch – man muss sich selber zuerst bei der Nase fassen.
Kinder, was zum lesen für Euch! Müsst natürlich nicht – aber sagt in ein paar Jahren dann ja nicht, dass ihr davon nichts gewusst habt und so. Gut? Und ja, das schaut nach viel Text aus, aber ganz ehrlich… ich WEIß nämlich, dass ihr nichts besseres zu tun habt und Eure Zeit so oder so sinnlos hier vorm Bildschirm vergeudet.
Wir schauen uns nämlich heute mal ganz kurz an, was das INDECT-Projekt denn so ist. Schon mal gehört? Nein? Na, bitte… dann geht’s los!
ACTA, SOPA und so halt
Also, was ACTA und SOPA ist, haben wir ja schon durch und ich glaube die meisten haben auch verstanden, dass es zwar einerseits natürlich notwendig ist, “Erzeuger von Dingen” zu schützen (Urheber und Co.) und das es natürlich auch nicht auf Dauer geht, dass man alles und jedes im Netz kostenlos bekommt oder runter laden kann – wie zum Beispiel Musik, Videos und Spiele – da ja tatsächlich auch irgendjemand das alles erst erzeugen und auch viele davon – no na net – irgendwie leben müssen… aber wir wissen auch, dass es für all das schon längst Gesetze gibt, die Verstöße dagegen ahnden können und dass man das auch alles viel einfacherer und sauberer regeln könnte.