Geruchsblog

Schade, dass es sowas nicht gibt. Als ich gestern aus der Wohnungstüre ins Leben gefallen bin, wäre der perfekte Moment für einen Geruchsblog gewesen – obwohl es ganz banal nur das frisch gewaschene Stiegenhaus war…

Aber der Geruch war plötzlich wie eine Mischung zwischen Altbau, einem kleinen Hotel auf Malta auf einer der Anhöhen, einem Lokal in Venedig direkt neben dem Markusplatz und einer Baum-Allee in Tunesien direkt am Meer… wie sie das hinbekommen und wieviel Chemie sie da in die Kübel kippen weiß ich nicht, aber auch wenn es dumm klingt – durch das Stiegenhaus zu gehen, dazwischen einige wenige Sonnenstrahlen, die durch die Fenster durchbrechen und diese Ruhe und Stille, die alten Bodenkacheln…

Es hätte eigentlich nur noch gefehlt, dass man aus der Haustüre tritt – und direkt vor einem liegt eine staubige Straße, auf der einer der alten maltesischen Oldtimer-Busse wie in Malta steht, der darin Fahrer mit Zigarette und verschwitzt und mit Öl verschmiert versucht die Kupplung einzulegen, man geht ein wenig weiter vor, vorbei am Bus, weiter zu einem kleinen LKW, der seine Ladefläche heruntergeklappt hat, auf dem sich Obstkisten aneinanderreihen und der Verkäufer mit seinem Schnauzbart überfreundlich angrinst, noch ein Stück weiter, weiter an den beiden alten Oldtimer-Autos, deren Achsen fast durchbrechen, den kleinen, staubigen Weg hinauf… ein Blick zurück, auf die Lagune, das Meer, die Bucht mit ihren Booten, der Kaktus auf der Seite und die niedrige karge Vegetation, noch weiter rauf… man ist da, der kleine Vorplatz vor der großen und wuchtigen, über allem thronenden, alten und historischen Kirche, es ist windig, aber warm, es trägt feuchte und schwere Meeresluft an einem vorbei, man hört Grillen in der Sonne zirpen, eine kleine, viel zu dünne Katze huscht zwischen den Steinen vorbei und man steht einfach nur da und saugt die Luft ein. Atmen… mhhhh, der Geruch… das Gesicht in die Sonne halten und entspannend. Mhhh.

Dabei waren das nur wenige Sekunden im frisch aufgewaschenem Stiegenhaus. Wie auch immer die das gemacht haben, aber das sollte bitte öfter so sein, ja? Danke.

Nachtmüde

Ausnahmsweise habe ich meine eigene Regel des täglichen Bloggens gestern gebrochen, aber gestern und heute blieb einfach keine Zeit dazu.

Es sind gerade die Tage, wo alles zusammenkommt und man praktisch 16 Stunden am Tag von A nach B unterwegs ist. Immerhin gab es jetzt am Abend ein schönes und entspanntes Essen (ich halte fest: vegetarisch) in der Nähe einer der alten Stadtbögen – gemeinsam mit Miaugotchi. Ein wenig abschalten. Eigentlich wollte ich von der Gemüselasagne ein Foto machen, aber so wie jedesmal wenn ich mit jemanden fortgehen, vergesse ich darauf. Manche Sachen ändern sich nie.

Und es sind auch die Tage, wo alles schief geht. Beispielsweise vorhin die Fahrt in die Stadt – erst die Straßenbahn versäumt, dann endlich kommt sie, dann gleich bei der nächsten Ecke verstellt ein Auto den Weg, ewig lange warten, es geht weiter, dann ein paar hundert Meter weiter prompt Straßensperre, weil ein Rettungshubschrauber landen musste auf der Straße, mitten in Wien und im dichten Verkehr, dann die U-Bahn versäumt, tausende Menschen stopfen sich rein und dann eine Station zu früh ausgestiegen. Die Rückfahrt war in etwa das Selbe.

Allerdings bin ich ein Stück zu Fuss heimgegangen durch die Nacht – mit dem Lied von Los Super Seven (das Video hier – aber natürlich die ganze CD auf dem MP3-Player- herrlich). Love it – es klingt jetzt vielleicht pervers, dumm und platt – aber am Abend entlang der Bahnlinien, den Brücken, durch den multikulturellen Straßenstrich und deren ‘Schönheiten’ die sich dutzendenfach um die Autos scharen und vorbei an den rosa und rot leuchtenden Bars, an den Kreuzungen, die von einsamen Neonlichtern ausgeleuchtet werden… und dann die Musik im Ohr und dabei ein leichter warm und kühlender Wind… das hat irgendwas von “Leben”. Eine Ich-bin-kein-Havana-aber-versuche-sowas-ähnliches-zu-sein-Stadt.

Das sind die Momente, wo ich gerne Schriftsteller wäre. Ein Hemingway und Co. – einer der es schafft, diese Szenerie in lyrischen und wohlgeformten Wörter lebendig zu malen, die Stimmung sozusagen aufzeichnen mit gesprochenen Phrasen… vielleicht schaffe ich das mal. Aber ich mag – obwohl ich ein Sonnenanbeter bin – im Frühling bzw. Sommer die Nacht als Stimmungsgeber. Und auch wenn die Gegend hier abgewohnt, heruntergekommen und die Illegalität blüht, schenken ihr genau diese Elemente das Leben. Und am Abend tauchen die Bar- und Straßenlichter das Ganze in eine unwirkliche und zugleich völlig reale Szenerie.

Ich mag es zum Beispiel auch, wenn die Straße staubig ist, ein der Straßenlaternen flackert und ein Zeitungspapier, angetrieben von Wien, leicht raschelnd sich einen Weg durch den Straßenzug bahnt. So eine Mischung zwischen minimalistisch, abgelebt, einsam und dennoch dann ja wiederum mit Menschen.

So, ich schaue jetzt kitschig “Tiger & Dragon” im TV – und werde wohl bald sehr müde einschlafen.

Schreiben und der Katzenjammer

Nach dem kurzen technischen Abdriften und dem sich sinnlosen Beschäftigen mit dem Nichts und einem hin und her, was in Wirklichkeit nur sowas wie eine Beschäftigungstherapie ist, weil man andere Sachen nicht erledigen möchte, wollte ich jetzt eigentlich wieder was gedankliches Schreiben. Aber das gelingt mir gerade nicht.

Einerseits bin ich zu müde, was natürlich einfach daran liegt, dass ich zu lange auf war letzte Nacht (wir reden hier von 2 Uhr Früh und einem sehr aktiven, munteren Gehirn) und ich durch einen völlig schwachsinnigen Film, den ich mir während des nächtlichen Abhängens anschaute, die Augen ein wenig runiniert habe (staubtrocken), und andererseits auch, weil ich mir abgewöhnen sollte, vorher andere Blogs durchzulesen – denn wenn dann jemand schreibt, wie er gerade mit seinem Sein und Leben umgeht – und man wollte genau das Gleiche schreiben… dann klappt das nicht. Man will ja jetzt nicht genau das Gleiche von sich werfen – auch wenn es keiner weiß, in sich drinnen funktioniert das bei mir einfach nicht.

Übrigens habe ich gestern in einem Kommentar auf einer Webseite das Zitat gelesen “Blogger sind sowieso nur eitel, völlig sinnlos und unnötig alles. Wer bloggt, bloggt nur um sich zu – zensiert -. Facebook, Twitter und Blogs – alle das Selbe. Unnötig.”. Mh. Ok. Das ist mal wieder die Würze des Alltags, die diesen leichten, bitteren Nachgeschmack verursacht, wenn man mit Kulleraugen zu Bett geht. Eigentlich würde ich gerne schreiben, dass man diesen ungebildeten Flegel einfach in ‘Mad Max’-Manier vorne an einen Trash-LKW schnallen sollte und damit dann gegen eine Wand fährt, aber so was gehört sich nicht online und eine solche Meinung offen in seinen Blog zu schreiben empfiehlt sich ebenso nicht, deswegen schreibe ich es auch nicht. Sondern, viel humaner, hinterlasse ich meine Senfspur, in dem ich sage, dass es vielleicht sogar stimmt, aber nicht aus Eitelkeit (na Mahlzeit), sondern des Teilens wegen. In erster Linie mit sich selber, aber natürlich auch – und jetzt aufgepasst – mit anderen, weil – festhalten – der Mensch sozial ist.

Ich weiß, ich weiß… eine kühne Behauptung. Und jeder der einmal beim Supermarkt einkaufen war an einem Samstag Vormittag in Wien, weiß, dass das Wort “sozial” nur so ein Pseudo-Nasales-Blabla-Gesülze ist. Da wird eher gemordet und geschlagen, bevor jemand den anderen bei der Kassa vorlässt. Aber dennoch, heruntergebrochen auf eine wohlgemeinte Weltanschauung, will man doch nur seinen Mist los werden, in der insgeheimen Hoffnung, dass ihn die anderen total super finden, und man damit etwas Zuneigung bekommt. Privates Bloggen hat also was von “Ich schreibe mir meinen eigenen Teddybären”, den Teddy, der durch die Leserschaft geformt wird. Gibt natürlich auch Masochisten darunter bei den Schreibern und noch andere, aber im Großen und Ganzen geht es doch nur um das “Och, lieb!”. Gut, mehr gibt’s da eh nicht zu sagen.

So, eigentlich – so ganz eigentlich – wollte ich festhalten, dass mich meine Katzen wiedermal fertig machen. Aber so richtig. Denn heute wurde beim Haus gegenüber der Baukran abgebaut – heißt detaillierter, dass tonnenschwere Bauteile nur einen Meter vor dem Fenster vorbei schwebten… stundenlang, Stück für Stück. So weit, so gut. Selber sitzt man Computer und versifft den Tag vor elektronischen Bytes, während die Katzen daneben auf kleinen Pölsterchen ihrem üblichen Ich-schlaf-mich-tot-Schlaf widmen. Zur Abwechslung – habe ich mir zumindest gedacht – wollte ich ihnen dieses tolle Abenteuer vor den Fenstern zeigen… das muss sie ja auch irgendwie beeindrucken. Dachte ich.

Aber keine Chance. Egal was ich angestellt habe, sie haben immer – IMMER – im genau falschen Moment weggeschaut. Man muss sich das vorstellen. Da schwebt ein Haken am Fenster vorbei, der alleine beinahe so groß ist wie ich selber… und die Katzen sehen es nicht. Oder wollen nicht. Das ging fast 20 Mal so und jedesmal schauten sie immer nur dann aus den Fenstern, wenn der mobile Abbau-Kran gerade ruhte. JEDESMAL. Ich habe dann sogar versucht – natürlich mit zarten Fluffi-Händchen – die Katzen dazu zu zwing…. bitten, JETZT hinzuschauen. Keine Chance. Immer um ein paar Sekunden zu früh oder zu spät.

Und ich kann Euch was sagen – sowas kann einem unglaublich fertig machen. Aber so richtig. Psychisch, mental, nervenmäßig. Am Ende sitzt man total fertig, angefressen, gereizt, zittrig und ermattet wieder da, schnauzt alle an und die Katzen schlafen bereits wieder fest und eingerollt vor sich hin – und das letzte Bauelement schwebt wie eine Taubenfeder am Fenster vorbei. Streßbedingter Hirnschlag lässt da grüßen. Ganz am Ende ein Erfolgsmoment, die Katze erhascht die Ketten, den Haken, das Gerüst… gähnt einmal kurz und schläft weiter.

Wie bitte kann das einer Katze, die sonst eh nichts erlebt oder kennt außer der Wohnung hier, sowas von egal sein bzw. so uninteressant? Das muss doch auch ein “Oha, was ist denn das sein”… Ist mir ein Rätsel, ernsthaft! Seufz. Immerhin habe ich jetzt doch noch was geschrieben…

Langsam laufen

Ich bin vorhin gerade eine Runde spazieren gegangen um ein wenig Sonne zu tanken und damit die leeren Batterien aufzufüllen. Dabei ist mir mal auch wieder bewusst geworden, wie schnell ich oft gehe. Mir passert es so gut wie nie beispielsweise, dass mich jemand auf dem Gehsteig überholt. So etwas kenne ich gar nicht – ich ziehe durch die Straßen und kann sicherlich mit so manchen Fahrradfahrer beinahe mithalten. Auch in meinem Freundeskreis, Marygotchi, Sonnenschein, Tofugotchi, Chaigotchi – sie gehören ebenfalls zu den Schnellen. So richtig langsam vor sich hintrotten und bei einer kurzen Ampelphase dann mal keuchen müssen – davon gibt’s in meiner Umgebung nur wenige.

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Stört im Alltag auch nicht, ich lege dadurch große Strecken zurück, gehe in der Stadt fast alles zu Fuß (mehr oder weniger alles, was unter einer Stunde ist – natürlich vorausgesetzt, dass beispielsweise Termine nicht zu knapp sind oder es in Strömen regnet). Aber heute habe ich mich mal gebremst und bin langsamen Schrittes (für andere sicherlich noch immer zu schnell) durch die Seitengassen, dem Bahn/Industriegebiet und ein paar grünen Fleckerl spaziert. Und habe mir auch bewusst die einzelnen Häuser näher angeschaut. So gibt es beispielsweise etliche Wohnhäuser, die nur bis zum zweiten Stock Altbau vor 1945 sind, während die Stockwerke darüber eindeutig nachträglich hinzugefügt wurden – sei es aus Erweiterung oder wegen Bombenschäden. Oder auch alte Graffitis, die vermutlich schon Jahrzehnte alt sein müssen, aber vollständig überwachsen sind und ganze Reviere hier in der Gegend abgrenzen, alte Straßenlampen mit noch älteren Glühbirnen oder kleine Verzierungen an den Hauseingängen. Oder auch die Bahnstation, dessen Überdachung vollständig aus alten Holzbalken besteht. War nett… als getriebene Seele ist das aber nicht leicht – das langsame Laufen.

Donnerstag

Die Stadt, der Regen, etwas Frühling… ich muss los!

7 Milliarden Menschen

Und alle wollen das Gleiche. Erfolg, Geld, Glück, Liebe und Zukunft. Ich bin bei meinen morgenlichen Streifzügen in diversen Blogs heute auf das Youtube-Video bei Gilly gestoßen. Man vergisst wirklich schnell und oft, dass man sowas von *nicht unikat* ist, sondern wirklich nur ein kleiner Punkt in einer gewaltigen Masse. Und dass sich das Leben, die Menschheit und die Zukunft auch dann fortsetzen, wenn man als eigener Punkt mal nicht mehr ist.

Auf Wikipedia habe ich das Bild von Zara Seemann gefunden – es verkörpert recht gut, dass *da noch mehr ist*. Nehmen wir das Beispiel Wien – meine Heimatstadt. Man kann hier bequem durch die Innenstadt spazieren, dabei tausende und abertausende Touristen beobachten, die wie wild jedes Haus und jeden Fahrschein-Automaten abfotografieren. Die wuchtige, schwere Oper, das Parlament, die Kunsthalle, die Museen, die Pavillions… und auch die großen Events, Film-Festivals, Orchester, Bühnen, Opern-Aufführungen und so weiter und so fort. Wirtschaftsmetropole da, Kunst und Handwerk dort, Klassik und Innovation hier. Es gibt alles und alles und Wien ist sicherlich einer der Städte mit der besten Lebensqualität.

Aber man vergisst dann auch so nebenbei, dass wir zwar ein Sammelbecken vieler Kulturen und Gedanken, Träume und WÜnschen sind, aber diese “Welt” praktisch in jeder anderen Stadt ebenfalls vorhanden ist und ebenso gelebt wird. In jeder Stadt läuft ein kleiner Emanuel herum und sieht seine Umgebung als “den zentralen Punkt” seiner Erfahrungswelt und unbewusst damit auch als “Herz” des Lebens auf dieser Erde im Gesamten. Man muss sich das mal vorstellen – in unglaublich vielen tausenden Städten und Metropolen weltweit steht jemand auf in der Früh und sieht um sich den Kern der Menschheit – in seiner Wahrnehmung. Überall findet gerade gleichzeitig ein Konzert statt, eine Film-Prämiere, eine Sport-Veranstaltung oder auch einfach ein Ausflug am Stadtrand… und jeder dieser Besucher hat (hoffentlich) das Gefühl, dass er beispielsweise gerade das beste und tollste Konzert dieser Erde sieht.

Und praktisch jeder der 7 Milliarden Menschen steht in der Früh auf und hofft, dass er derjenige ist, der Erfolg im Alltag hat. Dass nur er die wahre Liebe gefunden hat. Das sein Gegenüber einzigartig und der beste Freund oder Freundin, Geliebte/r oder Ehefrau/Ehemann auf der Welt ist. Dass er oder sie am besten singen kann, am besten tanzen, schreiben, denken, organisieren und so weiter kann… genau er oder sie gerade jetzt die Idee hatte, die noch niemanden sonst gekommen ist. Oder das Verständnis der Welt erfasst hat… als Erster.

Es ist einerseits erschreckend und andererseits auch faszinierend, wenn man sich das mal wirklich bewusst macht und auf einen einwirken lässt. Jedes Leben und jede Stadt stellt seinen eigenen Mittelpunkt da, in jeder Sekunde streben alle nach dem gleichen Ziel und in jeder Sekunden denken sich Millionen oder Milliarden Menschen: “Ich… und die Welt um mich herum”. In jeder Stadt und jedem Land gibt es eigene Stars, Pop-Musiker, Film-Darsteller und politische Zentralfiguren. Eigene meistgelesene Zeitschriften, erfolgreiche TV-Sendungen und so weiter und so fort.

Wiedermal bewusst ist mir das auch unlängst bei einer TV-Reportage geworden, als eine “Stadt” gezeigt wurde, die mit all ihren Flächen und Ausuferungen und Umgebung (praktisch Fläche Österreichs) als einer der größten “administrativen Städte” gehandhabt wird: Chongqing mit knapp 32 Millionen Bewohnern. Schon mal davon gehört? Ich nämlich nicht… Auch wenn es sich hier nicht um eine direkte Stadt im normalen Verständnis handelt – Fakt ist: ich hatte weder den Namen noch deren Ausmaße bis dato je gesehen oder davon gehört. Dabei sind das jetzt nicht gerade wenige Menschen (oder sollte man sagen Mitbewerber?). Nimmt man eine richtige, klassische Metrople wie Tokyo (siehe Bild oben) dann sind es aber ebenfalls 37,5 Millionen Menschen dicht gedrängt. Und das sollte man sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen und mal innerlich verbildlichen. Im Gegensatz dazu ist die “weltberühmte Wiener Metropole” wirklich ein kleines Dorf. Und alle paar Sekunden denken sich zahlreiche Mütter und Väter weltweit, dass ihr Kind das Herrlichste auf der Welt ist und ebenso zahlreiche, dass gerade einer der liebsten Menschen dieser Erde gestorben ist. Jede einzelne Sekunde. Weltweit.

Sonnenschein

Nun ist es also wieder soweit. Sonnenschein fliegt wieder ab – weit weg in die Ferne, in ein fremdes Land, fort in eine andere Kultur, abseits von der technologischen High-Tech-Welt zwischen Facebook, Twitter und MMS.

Keine nächtlichen Emails mehr, keine neckischen SMS, kein Museumsquartier-Treffen, kein Naschmarkt-Spazieren, kein Abhängen mehr im Starbucks mit den falschen Heferl, kein kuscheln mit den Katzen, kein gemeinsames Erfrieren in der Silvesternacht und im Votivpark, kein Sofachill mehr, kein gedankliches Abklatschen, kein sich lustig machen über etwas, keine tiefen, stundenlangen Diskussionen über das Leben, Freunde, Liebe, Träume, Zukunft, Hoffnung, Trauer und das Sein. Kein philosophisches, nachmittaglanges aufdröseln von Menschen-Beziehungsgeflechten, kein stundenlanges Angleichen von Ansichten und dem Verständnis des Universums zwischen mathematischen Punkten, Spiritualität, Glauben und Wissenschaft… und kein Sonnenschein mehr.

Schon wieder ein Abschied… und er tut verdammt weh… die Welt wird mal wieder kleiner. Aber die gemeinsame Zeit hier war echt fein und schön! Alles Gute Sonnenschein und komm bald wieder zurück!!! In echt, in natura, als Mensch aus Fleisch und Blut, verstanden!?! * rumschimpf-mit-erhobenen-finger * Sonnenschein hat mir übrigens ein Mulischaf geschenkt. Danke! Auch wenn das arme Ding jetzt fast ein Jahr als Ersatz herhalten muss… :’(

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