Ich versuche es wieder. Nachdem ich ja nicht nur meine Wohnung minimalisiere in den letzten Wochen und Monaten, sondern auch sonst generell versuche, viele Dinge zu vereinfachen oder besser zu strukturieren, habe ich mich nach dem letzten Eintrag wieder ein wenig mit der Philosophie des “Organisierens” auseinander gesetzt… und für mich beschlossen, dass ich mich so wie früher dem Prinzip des “Big-ass plain text file” bzw. “Life inside one big text file” widmen werde.
Elektronischer Old-School-Organizer im 90er-Jahre-Style… aber die funktionieren auch am besten, vor allem weil sie mit dem handgeschrieben geführten Filofax anno dazumal recht ident sind. Diese Organizer waren schließlich eigentlich auch nichts anderes, als eine große “Datei” aus zusammengehefteten Zetteln.

Ein einfaches Beispiel, wie so eine Text/Txt-Datei im Groben ausschauen könnte… im Bild hier mit einigen aufgeklappten Unter-Punkten, in denen sich dann weiter Unterteilungen bzw. die Einträge befinden. Ich habe meinen tatsächlichen Txt-Organizer allerdings ein wenig anders strukturiert und folge eher dem klassischen rohen, zeitlich chronologischem GTD-Prinzip.
Denn das hat eigentlich auch früher am besten funktioniert – auch wenn man sich im Vorfeld recht genau Gedanken machen muss, was man wie aufbaut – allerdings hatte ich damals ja auch das Folding von Textelementen noch nicht so wirklich für mich entdeckt. Folding ist in dem Fall übrigens nichts anderes, als das Zusammenklappen bzw. Ein/Ausblenden von Textabschnitten in einer Datei – nicht jeder Texteditor ermöglicht das, Emacs zum Beispiel schon… und den habe ich ja bereits lieb gewonnen, wie wir ja bereits nun wissen.
Soll heißen, ich kehre (wiedermal wie so oft) dahin zurück, wo ich bereits war… an den Anfang, wo alles gut und besser lief – und viel unkomplizierter und wesentlich schneller. Ich lasse mich nämlich ja auch leider gerne zu leicht verführen und dem unstetigen Geiste hingeben – und verliere mich dann in irgendwelchen modernen Organizer-Tools… für nichts. Also auf Deutsch gesagt heißt das nun nichts anderes, als dass ich meine Termine, Aufgaben, Kontakte, das Journal, Notizen, Webseiten-Sammlungen, Ideen und sonstiges alles in einer einzigen Datei sammle. Einmal monatlich werden alte Beiträge nach Datum in eine zweite Datei (Archiv) verschoben – speziell bei Terminen und sonstiges. Und natürlich gibt es ein Backup davon.
Der große – damals vor Jahren schon in meinem alten Blog breit ausgeführt – Vorteil ist, dass wenn ich eine Information suche… sie leicht zu finden ist. Es kann sich nur in dieser Datei am Computer befinden… und nicht in einem Outlook, Webmail, Handy oder in der x-Datei XY irgendwo auf der Festplatte. Emacs bietet weiters eine gute und schnelle Suchmöglichkeit, speziell in Kombi mit den halb-automatisierten Tags/Schlagwörtern sowie Datum/Zeitstempel und dergleichen bei den Einträgen. Ich verzichte übrigens (vorläufig) ganz bewusst auf einige Features des Org-mode-Zusatzes von Emacs.
“Aber die Datei wird ja dann ziemlich groß?” – Ja, sicherlich… aber hier kommt der Zeitumstand einem zu Gute… im Jahr 2012 lassen sich einfache Textdateien auch mit tausenden von Zeilen auf halbwegs modernen Computern im Sekundenbereich öffnen. Und mit einer Archivierung/Auslagerung alter Abschnitte sowieso.
Sehr gut. So macht mir das Spass… Wieder etwas vereinfacht – und ich greife auf etwas, das ich selber bereits gut erprobt habe, zurück. Modernes Retro.