Donnerstag

Mh, es regnet. Na supa… ausgerechnet jetzt.

Gefühlsblick

Wie könnte es anders sein, habe ich bei dem Wetter beschlossen, ein wenig in die frische Natur zu gehen, den Blick über die Stadt zu genießen, den Wind, der den Blütenduft mit sich trägt, ein wenig in der Sonne zu schlafen und den beiden hübschen, jungen Mädchen, die sich wie kleine Katzen auf einer Decke in der Sonne räkeln, zuzuschauen.

Der Frühling bringt immer die schönsten Seiten der Natur vor… ich bin gerade unter blühenden Bäumen, durch einen dicht verwuchterten Wald und weite Wiesen spaziert und habe einen herrlichen Ausblick über die Stadt von der Bank hier. Es ist leider ein wenig dunstig, aber dafür treten aber die Silhouetten der Mikro-Wolkenkratzer unsere Stadt im Sonnenlicht um so deutlicher hervor. Der Geruch ist so herrlich und intensiv, dass man fast eine Überdosis bekommt – anscheinend sitze ich genau in der Windlinie… schön, mag das!

[ Foto ]

Die beiden jungen Mädchen faszinieren mich insofern, weil sie eben nicht nur wie verspielte Katzen in der Sonne wirken, sondern weil sie mir bereits im Wald entgegen gekommen sind. Nur mit T-Shirt und Co. und bunten Handys in der Hand. Sonst nichts. Wie die es aber nun geschafft haben, nur fünf Minuten später hier mit Decken, Essen, Getränken, Sonnenbrillen und Co. es sich hier bequem zu machen, ist für mich erstaunlich – und es gibt weit und breit niemand anderen oder eine Möglichkeit für ein verstecktes Lager. Seltsam. Aber gut, gehört wohl zu einem der sagenumwobenen Rätseln dieser Erde.

Ein Rätsel und auch – um ein wenig Frust abzulassen und mehr Freude im Leben zu haben – ist mir auch, wie sogar Projekte, die eigentlich dem Tode nahe sind, sich weiterhin verbissen gegen “fremde” Einflüsse wehren. Eigentlich habe und wollte ich unter Muli.cc eine Seite rund Blosxom einrichten und habe dazu etliche Blogger und Entwickler, die damit ihre Seite betreiben, angeschrieben. Bis auf zwei wirklich sehr nette und extrem hilfsbereite BloggerInnen, die schon seit vielen Jahren damit rumwerkeln, waren alle anderen eher negativ eingestellt. Das gehört da umgeschrieben, das stimmt so schon mal gar nicht nicht, das ist überhaupt eine falsche Philosophie und es sollen ja auch in Wirklichkeit nicht alle was damit anfangen können, das ist ein geschlossener Kreis, richtet sich an erfahrene Programmierer und so weiter und so fort. Sehr erstaunlich. Mein erster Gedankenansatz war “Was solls, mache ich es halt komplett alleine” – aber dann irgendwie ist in mir dieser bittere Geschmack aufgekommen, wo ich mir denke, ich war im Leben schon oft genug “lieb und nett” – und habe auch immer gerne meine Freizeit her geschenkt… aber heute nicht mehr. Keine Lust dazu. Es muss mal Schluss sein.

Ich werde schon was anderes finden – eine ganz kleine, insgeheime und niedliche Idee schwebt mir schon vor – ein wenig angesteckt durch Humans.txt. Das Positive an der Idee, die sich soeben gerade in dieser Sekunde manifestiert (ihr seid live damit Zeugen dieses beeindruckenden Prozesses, Luft anhalten), dass es keinen technischen Hintergrund, sondern einen rein philosophischen hat. Textfiles – die alternative Computer-Lebensweise. Dazu ein paar ebenso witzig gezeichnete Maxerl aus Spass – und das ganze ohne Ziel und ohne “Inklusion” anderer. Das ist es. Und falls ihr nicht versteht, um was es geht – macht nix. Wenn’s irgendwann mal so weit sein sollte, gibt’s einen Link.

[ Foto ]

Na gut – sehr schön. Ihr habt nun erlebt, wie innerhalb von einem Absatz meine Stimmung von “Naja” auf “Freu” umgeswitcht ist. Der Hund auf dem einen Foto übrigens ist mein neuer, treuer Gefährte. Also aus seiner Sicht heraus, er hat es sich bei mir bequem gemacht und weicht nicht mehr von der Seite und verbringt die Zeit mit mir.

Das eine der beiden Mädchen hat sich gerade aufgesetzt und ihr langen Haare wehen total weich im Wind. Schon schön sowas. Erinnert mich jetzt an eine Mischung von Katze und einem jungen Fohlen, das auf einer saftigen Löwenzahnwiese grast und herumtollt, die Sonne glänzt dabei im Fell. Mhhhh. Beide blicken jetzt über die Stadt… es ist schon seltsam wie ruhig hier diese Welt sein kann. Zwar zwitschern rund mich die Vögel wie verrückt, fast lauter als eine Stereoanlage in einem unnötigen Golf GTI, und eine Hummel summt gemächlich vorbei – aber es ist friedlich und “leise”. Wenn man aber daran denkt, was sich da unten jetzt in der Innenstadt, U-Bahnen und Co. gerade so abspielt… mh, danke. Auch sehr eigen – als Stadtkind der ersten Sekunde meines Lebens, das auch bisher alle relevanten Atemzüge in den Straßenschluchten Tag für Tag gemacht hat und wenn dann nur maximal für ein paar Stunden oder Tage mal “draußen” war, zieht es mich so wie die anderen Stadtkinder hinaus. Wie könnte es anders sein – diejenigen die am Land aufgewachsen sind, können es sich gar nicht mehr vorstellen, wieder zurück zu gehen. Für die ist die Stadt der heilige Graal – und für die Städter wiederum das Land. Aber vermutlich eh immer so. Allerdings ein Dorf würde mich auch nicht reizen, das “Dorfleben” – danke nein. Eher so ein 5 Minuten nach Stadtrand und Öffi-Anbindung ein Haus mit herrlichem Weitblick. So wie hier. Kann auch eine Wohnung sein, ich bin kein “Häuslbauer”.

[ Foto ]

Naja, wobei – nachdem ich letztens wieder ein architektonisch besonderes und beeindruckendes Holzkonstrukt gesehen habe – so eine Art von Wohnmodul auf Stelzen, aus Naturholz und großen Glasflächen mit weiten und offenen Innenräumen, alles hochmodern, aber völlig aus Holz und warmen, hellen und unbehandelten Natur-Farben, vermischt mit etwas versteckter Elektronik – das könnte ich mir schon vorstellen. Sogar zum selber bauen. Würde man mir die nächsten Jahre Zeit geben, genug Geld und genug Holz und eine schöne, ruhige Wiese abseits der Zivilisation… ich könnte sofort loslegen. In meinem Kopf habe ich an die 12 Entwürfe, die ich in tiefen, schlaflosen Nächten bis ins Detail durchgedacht habe – angefangen von wie natürlich belüften lassen, wie Kabel- und Wasser-Rohre möglichst modulartig integrieren, wie die Ausrichtung in Bezug auf Licht, wo und wie eine Fussboden-Heizung, die sich durch eine nahegelegen Quelle speist und dessen Wasser mehrfach wiederverwerten wird, bis hin zu einer Integration von Solarzellen innen und außen zur Stromreduktion…. und so weiter. Könnte damit ganze Seiten füllen.

Leider hat ja mein 3D-Grafik-Programm den Geist aufgegeben, die neue Version ist unleistbar, illegal cracken mag ich nicht mehr und mit den anderen komme ich nicht so gut zu recht wie mit meinem Gewohnheitsarbeitstier – ansonsten würde ich nämlich zur Zeit sicherlich einen Entwurf nach dem anderen raus schleudern. Aber es ist eh gut, dass ich mich einschränke. Team-Projekt, Blog und Textdateien. Die bewährte 3er-Regel.

Übrigens ärgere ich mich gerade, dass ich mir nichts zum Essen mitgenommen habe… denn sonst wäre ich jetzt schon längst beim Futtern und anschließendem Dösen. Mh, ich mag den Frühling. He – ich bekomme einen leichten Sonnenbrand auf den Armen… sehr witzig.

Kondensstreifen mit Wasser

Über mir zieht gerade ein Flugzeug langsam einen dünnen, kaum sichtbaren Strich in den unberührten Himmel. Keine Wolken, da und dort Vogelgezwitscher, das Plätschern von Wasser. Schön.

Eine große Wiese. Sie geht weiter vorne leicht in einen sanften Abhang über. Eine blühende Wiese mit vielen Blumen und Insekten. Eine dieser Wiesen, die sich richtig saftig anfühlen und zeitig in der Früh vollgesogen sind mit Tau und einen kühlen, feuchten und frischen Geruch ausstrahlen.

So stelle ich mir es gerade vor. Leider ist nur das Flugzeug Realität, der Rest leider nicht und ich liege auch nicht in einer Wiese… aber dafür plätschert der kleine Springbrunnen weiter vorne. Erinnert mich an Wasser. Und an das Trinken. Aja, genau. Ich muss endlich wieder mehr trinken – stimmt. Damit wollte ich bereits letzte Woche wieder beginnen, aber der Ansatz ist schnell irgendwie versandelt. Sollte ich also wieder anstreben, denn es macht nicht nur die Haut und den Körper generell frischer, sondern auch den Geist. Aber man muss sich auch ganz schön dazu zwingen. Ich zumindest.

Natürlich, ich schlürfe so oder so locker an die 2 Liter pro Tag an flüssigen Nährstoffen namens Fruchtsäfte und Co. in mich, aber ein Liter zusätzlich und vor allem reines Hochquellwasser aus der Leitung (Gott sei Dank lebe ich im richtigen Stadtteil von Wien) wirkt doch wahre Wunder. Man muss nur konsequent sein und den Vorsatz sinnvoll über den ganzen Tag verteilen. Als ich damals noch jeden Tag Stunden vor dem Computer verbrachte, hatte ich so eine kleine Erinnerungsfunktion, die mich mahnte, jede Stunde brav ein Glas Wasser zu trinken. Das klappt recht gut und man zieht es mehr durch, als wenn man es ohne Timer probiert. Denn die andere, übliche Methode von mir ist, dass ich den ganzen Tag darauf vergesse, mir dann am Abend vor dem Schlafen es wieder einfällt und ich in zwei Minuten einen bis zwei Liter Wasser oben reinschütte. Das sind dann die Momente, wo meine Katzen völlig angespannt sind, nervös und ängstlich um sich blicken – weil sie sich nicht erklären können, woher dieses glucksende Rumpel-Geräusch kommt, wenn sich ihr Herr und Meister einmal kurz umdreht beim Schlafen. Da sind dann zwei Liter in Bewegung im Magen… also auch nicht ideal.

Was ist also die Schlußfolgerung des unnötigen Eintrages hier? Richtig…! Ich habe mir soeben einen Timer gestellt – und in genau 60 Minuten beginnt meine Frisch-mich-wieder-auf-Wasser-Kur. Also – immer brav eine gesundes Gläschen trinken. Mal schauen, was dann in drei Tagen ist… Wasserleiche oder “Frisch und Gesund”!?

Abendgestaltung

Eigentlich wollte ich jetzt einen etwas längeren Blogeintrag schreiben, merke aber, dass mir das Thema gerade zu schwerfällig ist. Vielleicht klappt es morgen besser. Aber immerhin war heute ein schönes Wetter – leider natürlich viel zu wenig Sonne, aber am späten NM war dieses ganz eigene, warm-kühle Wetter, bei dem man (ich) recht entspannt durch relativ leere Gassen spaziert, die Luft einsaugt und einfach diese gleichmäßige, schattenlose Ausleuchtung der Szenerie beobachtet. Erinnert an einen Diffusor in der Fotografie, wo alles ganz weich gezeichnet ist.

Und – ich verbinde das Wetter wiedermal mit der guten alten Zeit, als ich mit einem damaligen Schulfreund immer wieder in einen nahegelegenen Park bei der Schule am Nachmittag bzw. in den Ferien ging, wir uns dort bei einer Baumgruppe wie kleine Robin Hoods einen Bobachtungsposten suchten – und Mäuse und Ratten in den Gebüschen beobachteten. Zeitweise fütterten wir die auch mit mitgebrachtem Käse. Rückblickend eine sehr fragwürdige und seltsame, aber auch regelmäßige Aktion und sie hat damals enorm viel Spass gemacht. Die Straßenkinder gehen Ratten füttern. Das Leben. Den Mäusen verpassten wir sogar Namen und das Ganze ging, soweit ich mich erinnern kann, einige Jahre vor sich hin. Irgendwann waren sie aber dann alle weg. Aja, und irgendwie stimmt da das Wettergefühl heute mit dieser Erinnerung überein.

Es gab heute zu Mittag, als ich in der Stadt unterwegs war, sogar einen ganz kurzen Moment, wo ich in mir schon die Vorfreude auf kommende Gewitter verspürte. Ich liebe Gewitter. Die paar Stunden vor und nach einem Gewitter jeweils gehören zu meinen absoluten und kostbaren Glanz-Lebens-Momenten… nur da blühe ich zu 100% auf, das restliche Leben ist sonst eher so 80%-60%. Mhhhh, das erste Frühlings/Sommergewitter wird hoffentlich ein wahrer Genuss! Ich freue mich schon wie ein kleines Kind darauf… ich gehe da auch immer nach Möglichkeit dann direkt davor und beim Beginn spazieren, im Idealfall in der Nähe eines Waldes… denn da ist der Geruch des Gewitters am stärksten! Kann es gar nicht mehr erwarten!

Übrigens, wenn wir schon wieder beim Kind sein sind. Was mache ich heute als 30-jähriger, zurückgezogener und asozialer, männlicher Nerd-Single, der gerade keine Lust hat, an einem Projekt zu arbeiten oder sonst irgendeine Leistung zu erbringen? Richtig, ich futtere Kernöl-Bio-Chips, schaue Cartoons, lasse mich dabei verblöden und spiele zudem nebenbei alte SNES-Games alias Donkey Kong I bis III… und was macht ihr so an diesem Samstag-Abend?

Mumienstaub

Schon wieder… ständig wache ich wie tot auf, weil Nase und Co. eingetrocknet sind und wundere mich dann, wie gerädert ich bin. Dabei kenne ich den Grund ja mehr als gut… zu trockene Luft. Das ist eben das Phänomen an dieser Wohnung, dass sie wie ein Docht arbeitet und jeden Tropfen an Feuchtigkeit der Luft entzieht. Was eigentlich gar nicht so unpraktisch ist, weil zum Beispiel nasse Wäsche fast immer bis zum nächsten Tag in der Früh bereits staubtrocken ist. Schimmel und Co. sind ebenfalls auf einem verlorenen Posten. So wie ich… Zahi Hawass hätte an meiner Wohnung seine helle Freude mit mir, denn hier kann man binnen einer Nacht für die Ewigkeit konserviert werden. Also werde ich heute überall so kleine Wasserschälchen und andere Feuchtgebiete aufstellen. Mal schauen, ob es dann besser wird. Ansonsten steht ja noch die Übernachtung in der Badewanne offen.