Muli schreibt...

Dienstag 22. März 2016

# Dass Online-Überwachung die Meinungsvielfalt verändert, kann ich ebenfalls bestätigen - speziell bei den erwähnten Themen wie Snowden und dergleichen. Mit amerikanischen Gesprächspartnern, in Foren oder auch im Freundeskreis, wird zwar hier in Österreich privat durchaus darüber gesprochen, aber online in Chats wird das Thema merkbar umschifft oder recht knapp beantwortet. Speziell wenn man die Landesgrenze mehrfach übertritt und sich jedesmal der "Border" stellen muss und das Risiko besteht, plötzlich abgewiesen bzw. nicht eingelassen zu werden.

Aber auch ich selber merke das Spiel und frage mich, was sich wohl an Konsequenzen ergeben, wenn man gewisse Themen noch breiter tritt oder fokussiert behandelt. Nicht, dass ich die Qualifikationen dazu habe oder der Blog hier dazu relevant ist, aber auch einfache Meinungsbilder reichen aus... da ich hier mittlerweile im Gegensatz zu einigen vorherigen Blogs unter meinem richtigen Namen schreibe, bin ich da naturgemäß ganz instinktiv vorsichtiger und denke an eventuelle Konsequenzen, auch beruflich. Auch wenn ich das eigentlich nicht möchte.

Nachtrag: Mini-Anekdote am Rande - als ich früher nebenbei auch mit der Modeszene in Österreich zu tun hatte, hatte ich regelmäßig Pressezugang und Einladungen zu Veranstaltungen und Shows. So auch einmal für eine Modeshow, die auf mehrere Teile im Rahmen eines Großevents gedehnt war, ich glaube, es war damals das Nr. XY (keine Ahnung mehr) Festival for Fashion & Photography in Wien oder so - und bereits am Vormittag hatte ich ein Foto der aktuellen Show damals noch auf Facebook gepostet, wo der Laufsteg in meinen Augen viel zu hoch gelagert war (Brusthöhe oder mehr) und die Fotografen-Blogger-Meute direkt am Rand gedrängt rundherum eigentlich nur eine visuelle Perspektive hatte... nämlich von unten dem Model zwischen die Beine fotografieren, das Kleidchen über den Rock war so auch nicht sichtbar aus der Position heraus - da hätte man die Stellplätze besser organisieren müssen. Hatte das aber eher amüsiert als Bildunterschrift unter dem Foto angemerkt (muss das glatt mal aus den Backups suchen), bereits nach zwei Stunden hatte ich dann aber auch schon meine Ausladung der PR-Agentur für die Nachmittagsveranstaltung, weil "plötzlich das Kontingent der Presse-Karten zu knapp wurde und man neu zuteilen musste". Hrhrhr, hatte damit nicht gerechnet und war ein Unikat - aber man las mit. Kleiner Klassiker, aber es ist schon die Frage, wie sehr zum Beispiel mittlerweile auch automatisiert heutzutage im Netz bei Blogs direkt getrackt wird, wenn es um politische Gesinnung, Meinungsbilder oder natürlich auch Job-Profile geht (nicht nur aus Marketinganalysen und Klicktracking heraus sowie Thementrendbeobachtung durch PR-Agenturen).