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Sonntag 18. Juni 2017

Als Kind war ich ja eine richtige Leseratte und verschlang damals ein Buch nach dem Anderen, vorwiegend Texte über Forschung, Wissenschaft, Entdeckungen und all diese Dinge, die in irgendeiner Form einen realen Bezug oder Hintergrund hatten. Auch bei Science-Fiction und anderen, fiktiven Geschichten war es mir immer wichtig, dass ein starker technischer, wissenschaftlicher, medizinischer und so weiter Bezug vorhanden war. Es musste sozusagen greifbar und möglich sein. Und es war für mich selbst ebenso die Zeit der Entdeckungen neuer Welten, Lebewesen, Sterne und meiner eigenen Position in dieser Welt.

Doch dann tauchte der Lebensabschnitt mit täglicher Arbeit, dem Stress des Erwachsenen-Seins und auch der gewissen Frustration darüber auf, dass der Mensch den Fokus ununterbrochen verliert und sich selber tagtäglich in das Bein schießt. Entweder durch Ignoranz, Raubbau und des "Vergessens". Da kommt der Punkt, wo man Geschichten und das Thema zu all diesen Dingen nicht mehr wirklich sehen mag, weil es einfach nur traurig und müde macht. Und abseits von Makro~Nano~Mikro~Biologie, Quantenphysik und Supercomputer sowie globalen, ökologischen Diskussionen um ungreifbare, politische Inhalte, von denen sich ein Individuum nicht betroffen fühlt, tut sich heutzutage nicht mehr wirklich viel in der Öffentlichkeit und auch eher selten mittlerweile in der Literatur - wenn man reißerische Themen in kommerziellen Fachpublikationen oder Boulevard-Magazinen weglässt.

Aber das Feuer in mir ist nie wirklich erloschen und als ich vor einiger Zeit so nebenbei mal wieder über Hans Hass gestolpert bin und dann weiter zu Jacques-Yves Cousteau, dann wieder im Kreis zurück zu Konrad Lorenz, Otto König, Werner Fend, weiter zu den anderen Klassikern wie David Attenborough... verschlinge ich wie in den alten Tagen eine Dokumentation nach der Anderen und deren zugehörigen Literatur. Fühlt sich wirklich gut an - auch wenn es erschreckend und dramatisch ist, wie sehr sich die Welt gegenüber den letzten 20~30~40 Jahren geändert hat. Speziell wenn man Fotos und Filmaufnahmen von damals vs. heute sieht. Veränderungen, die radikal sind, aber trotzdem so schleichend, dass sie nicht bewusst auffallen... Stichwort Zitronenfalter, was ich hier schon mehrfach ausgeführt hatte. Wenn man etwas nicht kennt oder vergisst, dann vermisst man es auch nicht.

Nachtrag: Keine Ahnung, warum ich das hier festhalten wollte, aber dazu hat man eben ein digitales Logbuch. Eine kurze Momentaufnahme des eigenen Lebens. \o/

Nachtrag: Übrigens höre ich gerade das Buch "Der Schwarm" in Hörbuch-Form (Hörprobe vorhanden). Großartig! Wissenschaftlicher Einschlag, gepaart mit ausführlichen Schilderungen, Fiktion und Momente im Leben verschiedener Menschen - und der Natur. Kann ich nur empfehlen, vor allem in der ungekürzten Form mit 38 Stunden, es ist wirklich gut. Auch werden grundsätzliche Fragen von Mensch, Natur und dem dauerhaften Zwiespalt anschaulich und so nebenbei mal eben als Randnotiz verarbeitet.
07:50 Uhr / 18.06.2017 / 20170618055002.txt