Muli schreibt...

Samstag 14. April 2018

# So sitze ich nun in der Gelassenheit der Natur, umgarnt von grünem Laub und dem Spiel der Sonne, die Vögelchen gießen ihre Zwitschertöne in den weitläufigen Raum und neben mir unterhalten sich zwei junge Mädchen auf französisch über unbenannte Themen, die ich nicht zu bestimmen vermag.

Aber es ist erschreckend. Ich schwelge mit 37 Jahren noch immer in lustigen Taschenbüchern und habe mir innerlich die Grenze eines 13 Jährigen gesetzt, der die Welt noch ständig neu entdeckt und unbeschwert bleibt. Ja nicht altern geistig, denn es führt nur in die Depression und mentale Verwahrlosung der grauen Eminenzen, die nicht mehr lachen können und schmallippig und verbittert das Leben zur Seite schieben.

Die innere Kindheit schützt und bewahrt nämlich vor diesen schlimmen Tugenden der reifen Gesellschaft und deswegen entfleucht aus mir jedes Mal die Freude, wenn so junge Mädchen ernst wie Herbstlaub und gewohnt selbstverständlich, wie die Kanzleidame vor der Pension, das Leben in Worthülsen formen und schon diesen trockenen Blick der Entbegeisterung in sich tragen.

Das macht traurig, denn der einzige Sinn des Daseins sollte nicht im Schwermut liegen, sondern in der Fröhlichkeit der Naivität und Entdeckung mit den Augen eines Kindes. Der kleine Kieselstein auf dem Anderen, der Spinnfaden in der Luft, der Schatten seiner selbst, der sich in die Länge zieht. Soviel zu sehen, so viel zu erfreuen.

Ihr jungen Mädchen, bewahrt Euch doch die Freude! \o/