Dienstag 24. April 2018

# "Der Anteil der Motorschäden am Gesamtvolumen der regulierten Baugruppenschäden von Gebrauchtwagen stieg von 10,9 auf 11,2 Prozent, womit sich der seit Jahren stetig steigende Negativtrend abermals fortsetzte. Zunehmender Kostendruck bei den Herstellern und immer mehr Elektronik führen offenbar dazu, dass die Langzeitqualität sinkt."

Ja, wer heute ein neues Fahrzeug kauft, hat einen weicheren Sessel, Pseudo-Geländegängigkeit, Kaffeebecher-Wärmer und 8 Airbags rund um den Fahrer, damit die anderen, ebenfalls zu großen Fahrzeuge bei einem Crash überhaupt abgefangen werden können.

Aber einmal zu heiß, zu feucht, eine falsche Erschütterung oder ein statisches Problem und das Auto ist tot und der Laptop darf übernehmen für die Diagnose. Geschoben werden sollte auch nicht, Nachziehen auch nicht, wegen dem Getriebe und die Sicherheitsblockierung schützt das Fahrzeug sowieso vor einer bösen Bewegung im Schadensfall. Und bitte keine Ladehilfe bei neuen Autos, weil das kann die empfindliche Elektronik zerstören und zum Garantieverfall führen.

Früher hat man mit dem Hammer mal kräftig draufgeklopft, den Gurt als Keilriemen genutzt und die Glühbirne selber am Parkplatz per Hand eingeschraubt. Und die Abgaswerte waren vielleicht diskussionswürdig, aber solange die Autos der heutigen Zeit angeblich sparsamer (ahahaha), aber zugleich immer schwerer, größer und fetter werden, ist das Ganze sowieso Schmafu und sinnbefreit.

Die einzige sinnvolle Neuerung ist also wohl eher die automatische Unfallbenachrichtigung, aber auch die wird schon für das Tracking und Scoring ausgenutzt. Nervt auch.

Nachtrag: Jetzt werden viele sagen: Ja, aber es ist auch sicherer geworden und deswegen gibt es weniger Tote. Nein, ist es nicht. Man hat nur mehr Watte um die Idioten gewickelt, die zu schnell fahren, drängeln oder mal eben riskant überholen. Man hat die natürliche Selektion gebremst.

Eine echte Innovation wäre es, wenn man einfach mal Autos produzieren würde - Standard - die halt eben nicht schneller als 120 km/h am Land und 50 km/h in der Stadt fahren können (ausgenommen Einsatzfahrzeuge). Was würde man sich da an Staus ersparen, die oft durch Drängler oder Intelligenzler entstehen, nur weil sie doch noch über die Kreuzung drüber wollen und dann alles blockieren - mit ihrem flotten Mercedes mit Chrome-Alufelgen, mit dem sie mal eben vorpreschen. Auto als Schwanzverlängerung für's Ego.

Bin ja sehr dafür, dass man die Geschwindigkeit der Fahrzeuge einheitlich limitiert und viel mehr Standard-Modelle rausbringt, die der Funktion folgen und nicht dem Protz-Ego. \o/

Und ja, ich liebe Oldtimer, ja, ich liebe Nascar-Racing, Rallye, Monstertrucks und High Speed Motorrad-Rennen und so weiter... ich mag Autos, ich mag die Technik und ich mag die Geschwindigkeit. Aber das hat Nichts im alltäglichen Berufsverkehr zu suchen, sondern gehört abseits. Abgesehen davon sollte man die Anzahl der Autos pro Haushalt limitieren. Ein Zweites nur bei echtem Nachweis einer dringenden Nutzung (Familie, getrennte Arbeitsplätze und so weiter). Und wer auf einem Innenstadtgürtel vorsätzlich Rennen fährt und bei Rot über Kreuzungen brettert, damit das Ego platzen kann, gehört ab 5 Jahre aufwärts weggesperrt und lebenslanges Führerscheinverbot.