Dienstag 05. Juni 2018

# "Microsoft kauft GitHub für 7,5 Milliarden US-Dollar" bei Heise. Also ich weiß ja nicht, die Bemühungen um Open Source und das Integrieren solcher Projekte sowie Funktionen wie unter Windows via PowerShell ist auf den ersten Blick ja sehr löblich und gut und all diese Dinge würden eigentlich Sinn machen.

Aber ich bleibe dabei, dass mein Innerstes mir sagt A) einfach sinnvolle Strategie um am Markt bestehen zu können, es bleibt ja noch immer ein von Grund auf kommerziell agierender Konzern mit Aktionären und Co., deren Ziel noch immer die Maximierung dessen ist und B) Konzern-Wandlungen sind immer mit Vorsicht zu genießen, denn 180 Grad-Wendungen sind entweder aus der Not heraus geformt oder verfolgen Marketing-Zwecke oder eben Positionierung, um langfristig bestehen zu können.

Das Microsoft zurück zu den Hacker-Wurzeln findet und das Garagen-Basteln wieder forciert und deswegen einen 1:1 Handshake mit Linux und diversen Entwickler-Plattformen macht, um die Kreativität zu pushen, kann ich mir einfach nicht vorstellen. Ist ja nicht so, dass Bill Gates, der ja nicht mehr führend ist, aus Altersmilde sich seiner Nostalgie besinnt und nun Alles öffnet - und die "neue" Führung ist mehr denn je darauf angewiesen, den Betrieb in schwarzen Zahlen zu halten und weiter zu pushen. Microsoft ist in sich zu groß und wirtschaftlich zu sehr verzahnt für diese Dinge - in meinen Augen.

Für mich ist es ein Teil einer völlig rationalen, nutzbringenden Strategie und Positionierung, aber ich frage mich halt, was dann Phase zwei des Strategy Plans ist. Wo ist Microsoft in 5 Jahren und wo in 10 Jahren und wie sehr wird hier die offene Community und Linux Platz in dem System haben? Notgedrungen müssen sie am mobilen Markt weiter bestehen und benötigen die Evolution in diese Richtung, aber die Philosophie ist sicherlich eine grundlegend Andere.

Und das ist jetzt von Github getrennt zu sehen, denn all diese Plattformen sind kommerzielle Produkte in verschiedenen Formen und Arten. Aber kritisch bleibt, dass sich der Markt mehr und mehr auf wenige, große Betreiber aufteilt. Und das minimiert den positiven Wildwuchs im Netz - langfristig. Warten wir also mal ab, was da noch so an Feinheiten kommt.

Nachtrag: Man darf auch nicht vergessen, weil es oft heißt, dass MS einen Kurswechsel in den letzten zehn Jahren vorgenommen hat, dass z.B. Windows 10 auch nicht das offenere System geworden ist oder gar weniger heimtelefoniert und dem User mehr Freiheiten zugesteht... ganz im Gegenteil. Hier ist immer noch eine Divergenz zwischen Marketing und grauem Alltag. \o/