Muli schreibt...

Sonntag 31. Jänner 2016

# Falls jemand an einem verregneten oder müden Sonntag ein wenig Ruhe und Entspannung sucht, dafür Lesestoff benötigt und gerne so Retro-Technik-Zeug mag, dann empfehle ich zum Beispiel diesen kleinen Artikel über den jugoslawischen Selbstbau-Computer Galaksija.

"It was in December 1983 when three of us - magazine author Dejan Ristanović, editor Jova Regasek and me - finished the job and were sitting in the editorial office, talking about how the new magazine would be accepted by the audience. Jova asked for our opinion on how many readers would make the computer, and I said that I would be satisfied if the number reaches 50. Dejan said that it would be at least 100, and Jova said, 'Don't be a fool, there will be at least 500'. We laughed at him, but a few months after that we received more than 8,000 letters from readers who had made their own Galaksijas."

Ich mag ja solche Erzählungen - einerseits weil sie einfach nett, harmlos und interessant sind, aber zugleich auch nichts (direkt) mit der zerworfenen Gesellschaft, Krise und dergleichen der heutigen Zeit zu tun haben. Das war noch diese "Hey, wir lösen die Probleme einfach selber und lernen dabei und freuen uns darüber"-Gesellschaft. \o/

# Ah, endlich mal wieder ein wenig Raumfahrt. Wenn wir an den Mond denken, dann fällt uns sicher erst einmal die NASA ein. Dann eventuell noch ein wenig Russland. Und diverse, amerikanische Mondlandungen auf verschwommenen Fernsehbildern. Aber ansonsten? Irgendwie spielt der Mond eher eine kleine Rolle in der Alltagsberichterstattung und Bilder von der Mondoberfläche sind auch schon selten geworden.

Dabei gab es ja 2013 eine Mondlandung - und zwar eines Rovers von den Chinesen. "Jadehase" nennt sich das Teil, das Teil werkelt übrigens nach wie vor, und man hat nun hunderte Fotos von der Mondoberfläche veröffentlicht. Darunter sind großartige Bilder - sowohl vom Landemodul, als auch vom Rover-Gefährt selber. Aber Vorsicht und etwas Geduld ist gefragt... denn es laden sehr viele kleine Vorschaubilderchen - ist eher was für den Laptop bzw. PC und weniger für das Smartphone.

Bilder: Serie 1 und Serie 2. Sehr feine Sache.

# Habt Ihr Euch nicht auch schon oft gedacht, dass speziell bei amerikanischen Polizisten dieser Schnauzbart fast sowas wie ein Erkennungsmerkmal sein muss? Mh, egal. Auf jeden Fall hat ein Hacker sich mal eben da Zugang zu einer Datenbank gegönnt und die Inhalt darauf im Netz verstreut. Und siehe da und ganz überraschend natürlich:

"Hundreds of contracts between regional authorities and local fraternal order of police lodges across the country were posted online as part of the hack. Some such deals have been sharply criticised as shielding police officers from prosecution or disciplinary action following the excessive use of force. ... The most troubling thing is that they have been able to work out disciplinary procedures that shield them from oversight, as in what steps that the employer has to go to discipline or terminate someone."

Man ganz da jetzt umfassend diskutieren... ist denn so etwas richtig, sauber, korrekt, macht man damit mehr kaputt, als dass so ein Hack hilft oder spielt man hier unnötig mit dem sozialen Gefüge und dem Feuer und so weiter. Aber immerhin gibt es einen Fakt, der schon überwiegt: die ganze Datensammelei und Verknüpfungen, Datenbanken und Co., die man heute so über die Gesellschaft anlegt und archiviert, können auch umgekehrt genauso in den eigenen Brunnen fallen. Und ich bin überzeugt, dass da noch öfter die eine oder andere unangenehme Datenbank platzen wird. Aber ja... es sind schließlich die Geister, die man selber rief.

# Linux steht ja sozusagen für "eigene Entscheidungen" und "Unabhängigkeit". Wie oft ist es aber auf der politisch-medien-organisatorischen Seite eher selten so: "Linux Foundation quietly scraps individual memberships. ... has quietly amended its bylaws so that individual members, now called "supporters", no longer have the right to elect board members." Aja.

# Falls sich jemand schon mal Gedanken darüber gemacht hat, ob es auf Wikipedia~media auch Belästigungen bei den Usern oder Probleme mit Pornographie und Co. gibt, dann kann man hier festhalten: Ja, gibt es. Dazu wurde eine Umfrage gestartet (Ergebnis: PDF) und seitdem gibt es auch eine Diskussion in der Mailingliste - nicht uninteressant zu lesen. Die Nachrichten beginnen hier und dann muss man sich unten mittels "Next message..." durch die Mails bzw. Antworten durchklicken (die ersten 3-4 Nachrichten kann man überspringen).

Nachtrag: Generell ist die Mailingliste auch bei den anderen Themen nicht uninteressant, weil es immer wieder recht kontroverse Ansichten und Diskussionen gibt, beginnt bei den Vorständen bis hin zum Umgang mit Entscheidungen. Hier nach aktuellen Themen sortiert.

Freitag 29. Jänner 2016

# Ein großartiges Bild. Man beachte die offene Türe dabei.

# Die sexuellen Übergriffe müsse man geißeln, "so wie man sonst von ostdeutschen Nazis spricht oder westdeutschen Hooligans. Ich verstehe nicht, warum man sich plötzlich an dieser Stelle zurückhalten muss oder wieso die Beschwichtiger dann darauf hinweisen wollen, dass man jetzt vorsichtig sein soll. ... Und unten zünden jetzt irgendwelche Vollidioten Flüchtlingsheime an oder träumen von einem reinen Abendland. Die armen Schweine gehen aufeinander los. So war es immer, so wird es immer weitergehen." Autor Zaimoglu zur aktuellen Debatte.

# Spannende Sache, vor allem als Bastelgrundlage: Jährlich findet ja in Devos in der Schweiz das Weltwirtschaftsforum statt, wo Geschäftsleute und Politiker sich untereinander austauschen - immer schon eine Sache, die gerne heiß kritisiert wird und wo man eben von den klassischen Querverbindungen sprechen kann, die oftmals das Schicksal von vielen und noch mehr Menschen bestimmen und wo man zudem nie so genau weiß, was da eigentlich hinter den Kulissen alles passiert und beschlossen wird.

Ein Journalist von Quartz hat sich da jetzt mal in unmittelbarerer Umgebung einquartiert, sich zudem ein paar Kabeln, Adapter, etwas Open Source Software und einen Raspberry Pi besorgt und draus um ca. 200 $ einen Tracker im Hotelzimmer gebaut, um den Zubringer-Flugverkehr vor Ort aufzuzeichnen. Mal eine andere Idee als Berichterstattung.

Und er konnte damit die Flugbewegungen der privaten Helikopter recht umfassend aufzeichnen. Von der Flugroute bis hin zum Helikoptertyp - daraus lassen sich wiederum weiters einige Statistiken, Kostenaufstellungen und andere Überlegungen ableiten... aber viel interessanter ist da eigentlich die Tatsache, wie leicht man mit kleinen 30$ Bastelcomputern heutzutage Dinge anstellen kann, die früher nur finanzkräftigen Personen bzw. Firmen oder Behörden möglich waren. Hier übrigens 50 weitere Beispiele an Möglichkeiten (französisch).

Donnerstag 28. Jänner 2016

# Ein bisschen Bashing darf sein, oder? Ist ja nur Spass und nicht ernstgemeint.

# "Isn't it strange how you always feel nostalgia for the stuff you're not currently doing? When I'm deep into some computer nerd thing, holed up in the basement for weeks on end, I feel that I'm missing out on real life. As I get older, I place more and more emphasis on the real life stuff and end up not doing any technical projects for so long that I come across some and they feel like ancient history, like a part of me that has been lost." My life as nerd.

Und ich verstehe das gut. Ich bin zwar jetzt kein Programmier-Freak oder Hardwarebastler, aber einen starken Hang zur Materie habe ich im Laufe der Jahre seit den ersten holprigen Versuchen durchaus entwickelt und ebenso spielt sich ein großer Teil meines Daseins und~oder Arbeit im Netz und am Computer ab. Aber auch ich merke zunehmend, dass es sich langsam umdreht.

In der Zeit nach 2000 bin ich zum Beispiel regelmäßig Nacht um Nacht vor irgendeinem Online-Projekt gesessen, habe herum getüftelt und wollte ALLE Features kennenlernen. Das war fast wie eine Sucht. Lernen, Entdecken, Sehen, Erfahren. Ein Grund, warum ich beispielsweise damals weit über hundert CMS vollständig durchprobierte und jedes Einzelne installierte, einrichtete, durchforstete, Templates dafür erstellte und so weiter. Das tue ich bis heute noch immer (selten~manchmal), aber generell merke ich, wenn ich heute Etwas umsetzen will, dann suche ich nicht mehr den umfangreichsten Weg, sondern stattdessen genau das Gegenteil... den kürzesten, einfachsten und schnellsten Weg und wo kann man wie welche Features vermeiden, wenn sie nicht nötig sind. Siehe dieser Blog hier, der ja genau das Gegenteil meines früheren Ich ist. Ich sage nur Flash-Webseiten. ^^

Das hat zwar einerseits mit meiner generellen Philosophie von "Einfach & wenig ist mehr" zu tun, die ich mehr und mehr ausleben~ausformuliere in den letzten Jahren (und weil effizienter und man sicherlich auch erfahrener ist), aber zugleich auch mit der Tatsache, dass man eben merkt, was man eigentlich da draußen in der Welt alles so versäumt hat (und speziell bei sozialen Netzdingen, wie viel heiße Luft da in Wirklichkeit drinnen ist, wenn man mal die ganzen Jahre Revue passieren lässt). Die digitale Welt ersetzt die analoge Welt definitiv nicht.

Zeitgleich stolpere ich aber bei Backups immer wieder über zum Beispiel alte 3D-Visualisierungen - die ja manchmal tagelang auf einem zweiten Rechner inklusive Kabelsalat mitten im Wohnzimmer am Boden laut surrend gerendert wurden - und werde richtig nostalgisch dabei und bin selber erstaunt, wie viel Zeit, Energie und Nerven ich damals in irgendeine Darstellung oder Grafik investiert hatte... und könnte~wollte das wohl so auch nicht mehr heute. Dennoch geht es mir auch irgendwie ab. Seltsam, ja.

# Ich habe übrigens beschlossen, dass ich Gemeinschaftskühlschränke~Gefriertruhen in Wohnhäusern für sinnvoll erachte. Also große Tiefkühlgeräte mit einzelnen Fächern / Boxen alias Postfächer (verschließbar mit Schlüssel)... würde nämlich einen Haufen Energie sparen. Denn eigentlich ist es verrückt, wenn man sich vorstellt, dass fast jeder Haushalt zuhause seine eigene Mini-Kühlkammer unterhält und 24 Stunden am Tag mit Strom betreibt. Absurd fast.

# "Lügenpresse": Aktionismus hilft nicht gegen Desinformation im Netz, sagen Experten". Ich will auch mal ein Experte sein. \o/

# "Kein anderer Sender zieht so viele Hörerinnen und Hörer an wie Ö3, die tägliche Hörerschaft liegt bei deutlich mehr als 2,6 Millionen. Der Marktanteil in der Gesamtbevölkerung ab zehn Jahren liegt seit Jahren stabil bei 31 Prozent, und ist damit knapp viermal so hoch wie jener des größten nationalen Mitbewerbers." Ich finde das eher erschreckend und keinen Erfolg. Weichspülprogramm ohne echten Informationsgehalt und Massen-Allerweltsmusik. Aber gut, ist wie mit der Krone und Co. - erscheint den Lesern ergiebig genug anscheinend.

# Jetzt habe ich es glatt versäumt: "Umstrittenes Staatsschutzgesetz im Parlament beschlossen". Großartig und war zugleich auch klar... Übrigens haben sich ein paar Abgeordnete quergelegt und jetzt sind statt 1 Million Menschen nur mehr ~200.000 betroffen (offiziell). Man erinnere sich an mein Kommentar zu der heute üblichen Art, dass man nicht mehr etwas verhindert, sondern nur mehr abschwächt und sich dann darüber freut, während sich zugleich dennoch die Schraube weiter zusammenzieht... Außerdem zählt da auch der Punkt bei den Befugnissen dazu:

"Die Speicherung der Ermittlungsdaten ist für fünf Jahre erlaubt (jene von Kontakt- und Begleitpersonen für drei Jahre), personenbezogene Daten sind aber zu löschen, wenn davon auszugehen ist, dass sie nichts mehr zur Ermittlung beitragen. Umgekehrt ist es erlaubt, dass solche Daten bis zu sechs Jahre aufgehoben werden, wenn von den Betroffenen erneut Gefahr erwartet werden kann."

Kann man also auch vereinfacht als Freibrief sehen bzw. verstehen... die schöne, neue Welt! Und den meisten Österreichern wird es weiterhin am A... vorbeigehen, weil "Wos hot des mit mia zu tuan, ha? I bin ja ka Islamist oder so a deppater Vegana, gö!? Ghört eh amol aufgräumt!" Genau. Geschichte wiederholt sich.

Nachtrag: Staatsschutz: Keine Überwachung ohne Verdacht.

# Erst dachte ich, ich könnte hier mal so ein paar Sichtweise aus diversen Foren zusammenfassen und auch Einträge (gekürzt) wie "Anstatt hier aber einhellig anzumerken, daß man Krankheiten leider nicht heilen kann, indem man den Arztbrief verbrennt, läuft hier eine dämliche Links-Rechts Diskussion in der sich "Gutmenschen" und "Besorgte Bürger" gegenseitig unterbieten - in jedem Fall rückt man an eine möglichst äußere Position. Die Flüchtlichgsproblematik wird genausowenig wie irgendein anderes Problem von idiologischen Spinnern gelöst. Weder von "Gutmenschen" noch von "Besorgten Bürgern", sondern, wenn überhaupt, von Leuten die einen kühlen Kopf behalten, Probleme analysieren, Lösungswege durchdenken, irgendwann einen konsensfähige Entscheidung treffen und die dann durchführen.

Links ist falsch! Rechts ist falsch! Mitte ist falsch!

Dialektik, also die Fähigkeit, eine Situation neutral von mehreren Positionen auszuleuchten, ist das Gebot der Stunde.
"
Recht hat er. Nur dann habe ich noch mehr rumgelesen (jetzt mir ist schlecht) und es ist erneut klar, dass es nichts bringt. Sich die Sichtweisen des Anderen eigen zu machen und versuchsweise aus dessen Perspektive zu sehen, ist ja recht unmodern und können scheinbar auch immer weniger Menschen - manchmal muss man sie sogar extra daran erinnern "Ok, versuche mal, es aus dem seiner Sichtweise unter den und den Umständen zu sehen?!".. nada. Empathie ist mittlerweile schon fast so was wie ein Fremdwort geworden. Aber ja, das wissen wir eh alles...

Nachtrag: Da soll man sagen, es ist leicht, über Dinge mal eben zu schreiben. Ich wollte gerade ein alternatives, stärkeres Wort für Dialektik suchen und man kommt erst recht wieder ins Stolpern. "Die analytische Philosophie kritisierte zuallererst die dialektische Sprache, die sich aus Sicht der Sprachkritik nach der linguistischen Wende nicht an die Standards der Logik halte. Man kann sogar sagen, dass die Feindseligkeit gegen oder Empfänglichkeit für Dialektik eines der Dinge ist, welche im 20. Jahrhundert die anglo-amerikanische Philosophie von der sogenannten Kontinentalen Tradition spaltet, eine Kluft, die nur wenige gegenwärtige Philosophen gewagt haben zu überbrücken.

Der analytische Philosoph Georg Henrik von Wright hat der Dialektik eine kybernetische Deutung gegeben, indem er Dialektik als Kette negativer Rückkopplungen deutet, die jeweils zu einem neuen Gleichgewicht führen. Anders als die Dialektiker versteht von Wright die Verwendung logischer Begriffe innerhalb der Dialektik als metaphorisch, wobei etwa „Widerspruch“ für Realkonflikte steht. Damit trägt er der Kritik an den Dialektikern Rechnung, nach der sie einer Verwechslung zwischen logischen Widersprüchen, die nur zwischen Sätzen und Propositionen bestehen können, und realen Gegensätzen unterliegen würden, etwa zwischen physikalischen Kräften oder auch gesellschaftlichen Interessen.
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Uff!! \ô/ Gut, vielleicht sollte man doch einfach nur mit Duplo spielen und die Augen ganz fest zumachen. Und dabei jede menschliche Neigung unterdrücken.

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