Samstag 26. Dezember 2015

# Auch da bin ich ein wenig spät dran, aber falls sich jemand (ganz sicher) schon mal gefragt hat, warum bei Space X die Rakete unbedingt senkrecht landen muss, anstatt einfach und unkompliziert am Fallschirm zu landen und warum man das so groß feiert - dann empfehle ich diesen Beitrag bei Golem, der ausnahmsweise mal mehrere Gründe berücksichtigt: Falcon, warum hast Du so viele Triebwerke?

Freitag 25. Dezember 2015

# Ein kleiner Service-Eintrag: wenn Ihr mal zum Beispiel Bilder von Euch oder ähnliches in Google findet, die Ihr weghaben wollt, dann bietet sich Googles Removal Seite an. Funktioniert aber nur, wenn das Bild auf der entsprechenden Webseite/Plattform/Account bereits nicht mehr vorhanden ist und sozusagen in der Google Bildersuche nur mehr als veraltete Dateileiche/Verlinkung angezeigt wird.
Ich entferne ja zur Zeit sukzessive Fotos von mir oder lasse sie entfernen bzw. löschen, sperre sie und so weiter. Alte Jugendsünden quasi, wo man noch der Meinung war, man muss jedem gleich von Haus aus zeigen, wer man ist, was man wo wie gerade macht und dergleichen... in der Zukunft wird es mein Konterfeit und Co. jedoch - zumindest von meiner Seite aus - nicht mehr im Netz geben. Sollte es dann auftauchen, lässt sich wesentlich "leichter" der Ursprung sowie Uploader festlegen bzw. feststellen. Es reicht schließlich schon, wenn die Behörden meine Daten im Netz versehentlich verstreuen oder Firmendatenbanken aufgrund schlechter Absicherung platzen... da muss ich nicht auch noch selber aktiv den Datenberg vergrößern bzw. erweitern.

# Generell ist ja die amerikanische Weihnachtsgeschichte mit dem alten, bärtigen Typen schon eine seltsame Sache. Zudem verlernen Kinder heutzutage sowieso den Umgang mit Traditionen. Das Christkind kennt eh keiner mehr von den jüngeren Massen-Kids und auch sonst entwickelt sich da eine neue Zukunft. Formulieren wir das zu einem zukünftigen Zeitungsbericht, der in den nächsten Generationen dann vermutlich nicht mal mehr Kopfschütteln auslösen wird, sondern eher so "Typisch. Man muss wirklich schon alles zusperren und absichern heutzutage, echt!":

Einbruch mit Schlitten als Fluchtfahrzeug
Wie die Polizei in Guntramsdorf NÖ mitteilte, konnte am heiligen Abend ein 70-Jähriger Einbrecher auf frischer Tat ertappt werden. Der Mann war mit einer Kopfbedeckung und einem aufgeklebten Bart maskiert, als er in das Haus der Familie Bauer am Rande von Guntramsdorf eindrang. Er verschaffte sich über eine offene Dachluke Zugang und versuchte in weitere Folge durch den Rauchfang in das Wohnzimmer einzudringen. Als die beiden Kinder des im Haus lebenden Ehepaars den Mann an ihrer Wäsche entdeckten, alarmierten die von den Schreien aufgeweckten Eltern umgehend die Polizei und ergriffen in den Vorgarten die Flucht. Ein Einsatzkommando der WEGA sowie mehrere Streifen aus Baden, Wr. Neustadt und Wien-Umgebung konnten den Mann bereits nach wenigen Minuten während eines Fluchtversuches über den Dachsims eines Nachbarhauses festnehmen.
Polizeikommissar Rudolf S.: "Im Zuge der Amtshandlung konnten die Kollegen einen älteren Verdächtigen festnehmen, der sich bis jetzt jedoch schweigsam zeigte. Momentan prüfen wir die Personalien und seine Herkunft, konnten hierbei aber noch keine Details in Erfahrung bringen, aber die Vermutung ist, dass es sich hierbei um einen Grenzgänger handelt. Auch macht der Tatverdächtige einen verwirrten Eindruck und äußert sich immer wieder mit Rufen und versuchte, einen Beamten mit einer Hand-Glocke außer Gefecht zu setzen. Vermutlich ist diese Person über Deutschland eingereist, da sprechen wir aber noch mit den Kollegen aus Bayern. Unsere Beamten vor Ort konnten zudem umfangreiches Diebesgut sicherstellen, darunter Fernsehgeräte, Smartphones und andere, hochpreisige Elektronik, Parfüm, Markenkleidung sowie Nahrungsmittel, vermutlich aus einem vorherigen Einbruch in einem Supermarkt in der Nähe. Das Diebesgut befand sich auf einem Schlitten auf dem Garagendach mit eingespannten Rentieren davor. Ein Sachverständiger des örtlichen Tierschutzverbundes prüft momentan eine Überstellung in das Tierschutzhaus Wien, außerdem wird der Verdächtige neben dem Einbruch damit auch wegen Misshandlung von Tieren angezeigt. Wir müssen aber auch zugeben, dass die Kollegen ganz schön überrascht waren, als sie die Tiere bei der anschließenden Routinekontrolle des Wohnhauses entdeckten - das hatten wir zuletzt vor fast 8 Jahren, kommt also nicht so oft vor. Was der Tatverdächtige mit dem Schlitten und den Tieren vor hatte, ist uns noch nicht klar, es liegt aber die Vermutung nahe, dass das Fell der Tiere über der Grenze zu hohen Preisen am Schwarzmark verkauft wird, ebenso das Fleisch - das kommt immer wieder vor. Zeugen haben uns zudem informiert, dass sie auch zwei kleinwüchsige Personen wahrnehmen konnten, momentan läuft diesbezüglich eine Fahndung - die umliegende Bevölkerung wird deswegen von uns aufgefordert, in den nächsten Stunden ihre Wohnungen beziehungsweise Häuser nach Notwendigkeit nicht zu verlassen. Informationen über eine Bewaffnung der Personen liegen allerdings nicht vor." Im Einsatz ist neben den umliegenden Polizeidienststellen zudem auch noch der Polizeihubschrauber "Libelle 3" aus Wien, um bei der Suche mittels Infrarot und Wärmebild zu unterstützen. Generell gilt, dass es rund um die Weihnachtszeit immer wieder zu Dämmerungseinbrüchen kommt, die Polizei hat deshalb dazu auch eine neue -Informationsseite- eingerichtet und steht ebenso telefonisch für eine Beratung zur Verfügung. Verkehrsinfo: Der Verkehr auf der B17 wird bei Guntramsdorf zur Zeit immer wieder für Fahrzeugkontrollen angehalten - es wird deshalb empfohlen, großräumig auszuweichen.

# Ohne Schnee wirkt Weihnachten noch künstlicher, als es eigentlich eh schon ist. Und was wirklich unglaublich nervt, sind diese Millionen an Weihnachtswünschen im Netz, die sich überall die User gegenseitig um die Ohren schlagen. Das ganze Jahr ignoriert man sich im günstigsten Fall höflich oder lebt in der Masse als Schwarmintelligenz (oder so ähnlich halt), aber rund um die Weihnachtszeit wünscht man dann persönlich voller Kraft und Freude jedem umstehenden Leser "Alles Gute" und "Frohes Fest" und sonstige Worthülsen, die heutzutage aus den Marketingabteilungen entfleuchen und damit am Leben erhalten werden. Oder wünschen sich Menschen unter der Woche im normalen Alltag auch "Alles Liebe!" und "Alles Gute für Dich und Deine Liebsten!"...?
Wäre mir noch gar nicht aufgefallen.
Dann die Weihnachtsmärkte. Jeder zweite Stand führt Dinge, die eigentlich nichts mit Weihnachten zu tun haben. Stoffpuppen. Plüschtiere. Tee. Glasfiguren. Holzschuhe. Plastiktiere. Und so weiter... Und diesen Trend findet man jetzt auch bei den alten, traditionellen Märkten mehr und mehr. Nur weil der Stand ganz nostalgisch mit viel Holz, Sandelholzgeruch und Teelichtern geschmückt ist, werden die Massenindustrie-Papierlampen aus China, die man das ganze Jahr auch bei Ikea, Interior und Co. kaufen kann, deswegen nicht weihnachtlicher, romantischer oder herziger. Aber ja, vielleicht bin ich auch einfach der falsche Typ für das Alles - denn bei den Meisten funktioniert es recht gut.

# Falls jemand mal wieder ins Kino gehen möchte und etwas aus österreichischer Hand sehen und sich zugleich auch einen Eindruck über unseren Alltag verschaffen will, hier ein Tipp: Alles unter Kontrolle.

# Okay, hier haben wir einen Text über Stalking. Nerd folgt Blogger und beginnt zu stalken. Eifersucht, Missgunst und unterschiedliche Welten beziehungsweise Lebensräume. So weit, so tragisch und soll niemanden so gehen bzw. niemand erleben müssen. Aber ich tue mir mit zwei Formulierungen im Text etwas schwer:

"Wie fast alle Netzaktivisten war er überzeugt davon, dass Anonymität etwas Gutes ist. ... Jetzt beginnt er, an diesen Prinzipien zu zweifeln. Immer, wenn er an den Unbekannten denkt, sieht er einen dunklen Raum, in den von schräg oben ein schwaches Licht fällt. Er zoomt langsam heran und erkennt schattenhaft einen Mann, über einen Laptop gebeugt." und es geht dann weiter mit "Hier auf dem Berliner Polizeirevier fällt ihm (Anm.: dem Blogger) auf, dass man die Sache auch anders sehen kann. Wäre der Datenschutz in Deutschland nicht so streng, könnten die beiden Polizisten den Stalker vielleicht mithilfe der Pizzabestellungen überführen. Die Vorratsdatenspeicherung ... wäre für die Lösung seines Falles eine Riesenhilfe gewesen."

Versteht ihr was ich meine? Es bleibt ja beim Leser mehr oder weniger naturgemäß hängen: Vorratsdatenspeicherung ist gut und wichtig, besser als andersrum. Und da grummelt es bei mir ein wenig. Der Beitrag bei der ZEIT: Der Feind in unserem Netz.

Donnerstag 24. Dezember 2015

# Da sieht man wieder die ganze Absurdität und Sinnlosigkeit bezüglich des Ausmerzen von weltweiter Armut bis in das Jahre XY und so weiter. Es wird einfach nie passieren... man stelle sich vor, man würde diese Energie einsparen oder auch die ganzen Leuchtmittel dazu und so weiter und stattdessen Bildung und Infrastruktur in anderen Ländern schaffen oder sie zumindest weniger ausbeuten: US-Weihnachtsbeleuchtung: Mehr Strom als ganze Länder

# Vorhin mal eine Installation von HumHub (eine Social Network Plattform) getestet...
Du meine Güte! Schon wieder so eine Irrsinnigkeit von Größenwahn. Über 16.000 Dateien. WTF?! Und natürlich im Main-Package alle Sprachen dieser Erde wiederum jeweils mit Hunderten Dateien. Und lauter Frameworks bunt durchmischt.
Wer kommt nur auf so eine Idee, so ein aufgeblähtes Teil zu basteln? 16.000~ potenzielle Schwachstellen, 16.000 Dateien, wo es immer irgendwo irgendwie einen Stolpereffekt geben kann... ich verstehe das nicht. Für mich arbeiten Developer heutzutage definitiv an zu guten Geräten mit zuviel an Tools, Frameworks und Co. und verlieren aus Bequemlichkeit, Hipstertum und Feature-Pumpen völlig den Fokus auf den Kern. Eigentlich sollten solche Lösungen ausschließlich auf alten Geräten mit schwachen Verbindungen entwickelt werden, auf einem nicht ganz taufrischen Server (um der breiten Masse an Hostingangeboten zu entsprechen) und mit begrenzten Ressourcen und vor allem auch Tools - und zudem auch nicht allzu großen Bildschirmen um ebenso ein Gefühl für die Millionen von Bastlern zuhause zu bekommen. Und eine klare Präferenz, dass Dinge wie Sprachen und Anderes nur optional vom User selber später je nach Bedarf beigesteuert werden können. Schade eigentlich... man verliert damit viele eventuelle User~Nutzer da draußen. Und wieder ein Kandidat weniger auf der Liste.
Und nachdem es wegen Abhängigkeitsproblemen unterschiedlicher Natur sowohl in der Stable- als auch Beta-Version Probleme gibt, fällt HumHub prinzipiell mal aus der Liste. Dieser Ressourcen-Aufwand lohnt nicht.

Mittwoch 23. Dezember 2015

# "Wegen eines Softwarebugs sind 13 Jahre lang Häftlinge in den USA vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen worden."

Dienstag 22. Dezember 2015

# Boah - bin ich genervt. Da wollte ich ursprünglich auf einem alten, kleinen Monitor die Raspberry Pi anhängen, bis ich nach längerem Suchen mich endlich daran erinnern konnte, dass ich den ja gar nicht mehr habe, sondern den damals defekt entsorgen musste. Meine Güte.
Dann habe ich mir gedacht, ich mache mir eine Mini-Blog-Engine mit dem kleinen, aufsteckbaren LCD-Bildschirm direkt auf der Raspberry drauf, inklusive kleiner USB-Tastatur... das nimmt keinen Platz weg, fällt nicht störend auf und ist nicht größer als ein Buch visuell - und wäre somit 24 Stunden am Tag direkt als Blog-Eingabe-Tool jederzeit sofort verfügbar, in der Zwischenzeit könnte mir das Teil die Wettervorhersage anzeigen und~oder auf IRC mitlurken.
Dachte ich... aber die Bluetooth-Tastatur ist eine Mini-Variante (so TV-Fernbedienung-Größe) und es fehlen etliche Tasten und die Belegung ist wirklich völlig chaotisch und wüst aufgedruckt und einige wichtige Dinge wie Pfeil nach oben oder Trennstrich oder gar Umlaute sind damit auch nicht möglich, es sei denn ich tweake mühsam herum. Also folgte der Gedanke an die Bluetooth-Tastatur, die auch noch herum kullert... aber aus irgendeinem Grund erkennt die Debian-Version auf der Pi die "Anker"-Tastatur nicht, während es mit dem selben System auf dem alten Nettop mit dem gleichen BT-Stick sehr wohl klappt. Ich habe sicherlich deutlich mehr graue Haare jetzt als zuvor. Und auch nach längerem genervt aufgegeben. Die Tastatur scheint auf, ist auch richtig bezeichnet, aber das Pairing klappt und klappt einfach nicht. Und jetzt freut es mich nicht mehr.
Und vor allem nervt es so extrem, dass jedes Ding, jedes System, jedes Stück Hardware und so weiter immer auf eigene Standards und Lösungen oder gar Treiber setzt. Ernsthaft - wenn ich die Fähigkeiten hätte, mir meine eigene Hardware zu löten und ein OS von Grund auf selber zu programmieren, hätte ich das schon längst getan. Grumpfl.

Montag 21. Dezember 2015

# Erstaunlich wie sich die Zeiten ändern. Wer sich mit Webseiten im Alltag abmüht, kennt natürlich die ganzen Fehlercodes, wenn eine Seite nicht erreichbar ist, umgeleitet wird und so weiter. Also diese 404, 403 und so weiter Fehler... kennt man auch als gewöhnlicher User im Alltag vom Surfen im Netz.
Nun, jetzt gibt es einen neuen HTTP-Fehler-Code: 451.
Die Zahl ist eine Anlehnung an... Fahrenheit 451 und steht für eine Seite, die zensiert wurde bzw. aufgrund von rechtlichen Gründen entfernt werden musste. Mh, wer hätte damals vor einem Jahrzehnt gerechnet, dass es einmal so weit kommen wird?

# Habt ihr nicht auch das Gefühl, dass immer weniger Christbäume gekauft werden? Als ich ein Kind war, waren die meisten Verkaufsplätze schon recht gut geleert um diese Zeit, auch sah man oft Menschen sich mit den eingepackten Dingern abmühen... aber die beiden Plätze hier in der Nähe sind weiterhin zum Bersten gefüllt und die Meisten stapfen recht unbeteiligt durch.
Auf der anderen Seite verstehe ich das auch... für ein kleines Bäumchen hier in der Großstadt 14 Euro zu zahlen, das Mengenmäßig gerademal mit ein oder zwei Tannenzweigen mithalten kann?! Mrmpf.

# Ich muss übrigens anmerken, dass ich mich in die fragwürdige Diskussion dann doch noch eingemischt habe. Mit dem Resultat, dass eine mehr oder weniger angepisste Antwort folgte, dann gab es auch noch einen Einwurf meinerseits... daraufhin kam nichts mehr und jetzt herrscht Stille. Ups. \ô/

Allerdings hatte ich später noch einmal einen Blick auf meine getippten Zeilen dort geworfen und es ist leider etwas beschämend, denn der englischsprachigen Wulst an Blabla war so schnell meinerseits getippt und abgesendet, dass ein paar radikale Rechtschreibfehler und Tippstolperer dabei sind... statt shaping wurde im Schnelltipp shapping. Statt there hatte ich their geschrieben und noch ein paar andere Peinlichkeiten. Autsch, passiert normalerweise nicht, aber man sollte solche Dinge ja auch nur ausgeschlafen und nach einem ausreichenden Frühstück angehen.
Die Quintessenz war übrigens, dass ich der Meinung bin, dass das ewige Diskutieren über die erste Mondlandung mittlerweile sinnlos ist. Es ist in Zeiten von Pathfinder, Rosetta und Co. auch nicht mehr relevant. Das Gegenargument des Russen, der mir übrigens prompt Amerika-Anhängertum nachsagte (mwwhaahaha) war, dass es sehr wohl wichtig ist, denn diese "Lüge ist wiederum Basis für das heutige Amerika und dessen Stärke" und dann folgte noch ein paar Klassiker alias Amerika ist quasi das Nichts und man sollte sie sozusagen von der Bildfläche wegwischen und so weiter... viel Wut-Blabla.

Auf die anschließende Anführung meinerseits, dass es nicht lohnt, Dinge zu philosophieren, die bereits in tausenden TV-Dokus, Youtube-Videos, Büchern und Blogs sowie Mailinglisten Millionenfach durchgekaut wurden (ist ja so) und deshalb auch keine neuen Einblicke ermöglichen - und er sich doch besser ein Beispiel an einem Snowden nehmen soll, der neues Material der Weltöffentlichkeit präsentierte und er solle doch auch hier nachfolgen - das Fachgebiet zum Beispiel studieren, die Leute und Firmen von damals kontaktieren und das Gespräch suchen, sich auf Spurensuche begeben und neue Fakten zusammentragen und dann nach Prüfung durch Journalisten und Co. der Weltöffentlichkeit präsentieren - ja... da kam dann nichts mehr. Mh.

Und das ist der Klassiker - wenn man schon an eine Verschwörungstheorie glaubt, die völlig abseits der Norm ist und ich der Meinung bin, dass sie aber begründet ist... dann werde ich mich doch auf ernsthafte Spurensuche begeben, wenn es mich denn wirklich interessiert?! Und nicht auf einer verlorenen Mailingliste rund um Cypherpunks bzw. Verschlüsselung (!) auf Scriptkiddie-Niveau über so ein Thema erneut philosophieren und uralte Videos raus kramen, die jeder schon Tausendfach gesehen hat, auf der Stelle treten und sich darüber ärgern. So etwas verstehe ich dann nicht. Dafür wäre mir meine Zeit wirklich zu schade.

PS: Falls das etwas arrogant und großkotzig meinerseits klingt und so quasi "Fasse Dich doch an der eigenen Nase", ist das absolut ok. Aber das gönne ich mir hier einfach.

# Ich habe gestern noch relativ spät die Raspberry Pi und meinen alten Nettop-Computer rausgekramt, das Teil muss übrigens auch schon an die 7 Jahre oder älter sein, und beide wieder via einem Debian Linux zum Leben erweckt. Leider fehlt ein eigener Monitor, aber da werde ich mir noch einen Umweg zusammenstoppeln, aber prinzipiell soll die Raspberry sich im Dauerlauf um Blog, Emails und IRC kümmern, während der Nettop im Alltag hin und wieder kleine Dinge übernehmen soll (Backups, aber auch zum Beispiel Fotos in größerem Umfang mit ImageMagick bearbeiten bzw. durchlaufen lassen oder Videos geduldig rendern).
Aber ein paar Dinge nerven gewaltig - überall unterschiedliche USB-Anschlüsse, die Raspberry hat auch zu wenig davon, der Nettop quasi zu viel, das HDMI-Kabel passt nur da und nicht dort, der Bluetooth-Sender spricht die Tastatur erst nach dem Login an, die Mini-Tastatur hat eine völlig andere Belegung als aufgedruckt und so weiter. Und durch einen USB-Hub erweitert sich das Kabelgewirr und deswegen erwähne ich wieder einmal: Ich hasse Kabel abgrundtief. Sie nerven, sie sind vorsintflutlich und unglaublich lästig.

Sonntag 20. Dezember 2015

# Sonntag, der ideale Morgen um mal wieder einen Blick in freie, demokratische Länder zu werfen und so wir besuchen The Intercept. Dort finden wir einen mittlerweile aufgedeckten Katalog mit Überwachungs-Geräten, mit denen man Demokratie und die persönliche Freiheit des kleinen Mann oder der Frau auf der Straße schützt. Und einen längeren, sehr interessanten Text über diesen Katalog. "Nearly a third of the entries focus on equipment that seems to have never been described in public before."

Dabei geht es vorwiegend um Stingrays - in vereinfachter Form gesagt: mehr oder weniger mobile Geräte bzw. Einheiten, die Dutzende oder auch Hunderte von Handys in der Umgebung erfassen, identifizieren, abhören, protokollieren und so weiter können und sich als "reguläre" Funkzelle zum Einhängen ausgeben. Sicher nur Einzelfälle für ganz böse Jungs und Terroristen bei Spezial-Operationen. Deshalb gibt es auch nur wenige davon. "Today nearly 60 law enforcement agencies in 23 states are known to possess a Stingray or some form of cell-site simulator, though experts believe that number likely underrepresents the real total. In some jurisdictions, police use cell-site simulators regularly. The Baltimore Police Department, for example, has used Stingrays more than 4,300 times since 2007."

Gut, wir wissen ja, dass heutzutage überall Schläferzellen lauern und unsere freie Gesellschaft massiv unterwandern, deswegen ist der Einsatz solcher Tools ja auch begrüßenswert - es geht schließlich um unseren eigenen Schutz und auch das Verhindern von Anschlägen. "Michigan State Police claimed their Stingrays would allow the State to track the physical location of a suspected terrorist, although the ACLU later found that in 128 uses of the devices last year, none were related to terrorism. ... 'I am not aware of any case in which a police agency has used a cell-site simulator to find a terrorist,' said Lynch. Instead, 'law enforcement agencies have been using cell-site simulators to solve even the most minor domestic crimes.'”

Wobei unschuldige Passanten. Das Abhören beschränkt sich ja nur auf die Zielpersonen oder ganz bestimmte Gruppen, die unsere Freiheit bedrohen. Deswegen läuft der Unbeteiligte auch nicht Gefahr, irgendwo gespeichert oder protokolliert zu werden. "In 2012, a U.S. magistrate judge in Texas rejected an application by the Drug Enforcement Administration to use a cell-site simulator in an operation, saying that the agency had failed to explain “what the government would do with” the data collected from innocent people."

Tja. Wer übrigens Ironie in dem Text findet, darf sie behalten und sich darüber freuen. Ansonsten empfehle ich, den Beitrag bei The Intercept und auch die Anderen dort aufmerksam zu lesen. Denn das, was dort für die Amerikaner angeführt ist, findet man garantiert auch bei uns in Europa - darauf wette ich.

Nachtrag: Ein Blick in die Kommentare bringt auch diesen Einblick: "It turns out I grew up as part of a family of high profile political dissidents in Cuba .... Not long ago, people would ask me (some of them as a way to crack jokes, some others seemingly out of genuine curiosity) how it was like living in Cuba, Stasiland... “how is that about one family being ‘responsible’ for the other families in the neighborhood”, “how could even a dictatorial government factually control, own the whole country”, “Cuban people must be all clinically crazy, right?”, “how could they even survive for so long under such stringent embargo and manage to keep a life expectancy and educational levels in par with the ‘developed’ world”,..."
und dann folgt dieser wichtige, ergänzende Zusatz:
"Now when they (Anm.: Americans) discovered that the level of surveillance and moral corruption of their own government is order of magnitude greater than anyone had ever imagined, that what many “tin-hat”, “conspiracy theories” kind of people were saying was true, they “simply” and rather amazingly quietly blacked out the side of their individual and societal minds worrying about such issues. They were told it is all about “metadata” and that was that."


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