Donnerstag 31. August 2017

"Der Wiener Filmemacher und Mitgründer des Filmmuseums, Peter Kubelka, bezeichnet Wohnungskatzen gern als die Kuschelprostituierten des Menschen." Unrecht hat er damit wohl nicht. /o\


Montag 28. August 2017

Gerade keine Zeit für lange Worte, aber schnell mal noch nebenbei vor dem Einschlafen und falls jemand etwas Ruhe und Ausklang zum heutigen, langen Tag sucht - und auch wenn man über den optischen Geschmack definitiv streiten kann - das Video hier mit den mittleren Abschnitten und der Handarbeit ist auf jeden Fall faszinierend anzusehen.

Vielleicht liegt es daran, dass ich unausgeschlafen und leicht genervt bin... aber wenn man sich die Gesichter der Menschen im Zug so anschaut, ihre Mimik, ihr Verhalten alleine und gegenüber Anderen, ist irgendwie klar, dass bei einem Zusammenbruch der Gesellschaft sich diese Humanoiden in Gruppen zusammenrotten und marodierend durch die Straßen ziehen würden.

Bei Manchen hat man das Gefühl, dass sie nur darauf warten, dass die gesellschaftliche Klammer versagt und eine gewisse Konsequenzlosigkeit eintritt.


Sonntag 27. August 2017

Übrigens - weil ich mich in Abendstunden oder auch zeitig in der Früh oft durch das Netz klicke und man sich dort anschauen kann, wie sehr wir alle dem Kommerz unterliegen und uns leiten sowie an der Nase führen lassen (muss mich da zur Zeit bei den Uhren zusammenreißen), möchte ich eine kleine Lanze brechen und zur Abwechslung mal an die einfachen Dinge des Lebens erinnern. So zum Beispiel an dieses Kochfeld - das Foto - das meine Wohnung treu und zuverlässig bereichert. Ich habe die vor vielen Jahren bereits online um ungefähr 25 Euro (wenn ich es richtig im Kopf habe) erstanden und seitdem tatsächlich tagtäglich in Verwendung. Wie man am Foto eventuell erkennen kann, meistens die linke, größere Platte.

Das Teil ist robust, massiv und schwer, auch unkompliziert, da es nur den Drehregler und eine LED-Lampe gibt. Und Ende. Das war es und mehr kann sie auch nicht. Sie ist vielleicht nicht unbedingt die Schnellste in Relation zu den modernen, tollen Kochfeldern mit Touch-Funktion - aber dafür zerbricht da nichts, Kratzer sind nur schwer möglich und sogar wenn, völlig bedeutungslos, es kann kaum Etwas kaputt gehen, denn das Innenleben besteht eigentlich nur aus dem Schleifregler und den Platten an sich, plus noch ein paar Widerstände und das war es eigentlich schon. Sehr puristisch.

Und läuft über die Steckdose, wo ich eine Mehrfachverbindung mit einem Kippschalter dazwischen im Einsatz habe. Wenn ich die Wohnung verlasse, ist das Ding auch vollständig aus und Stromlos. Kein Standby, kein digitales Innenleben und noch dazu: portabel. Ich kann das Teil überall hinstellen, auf der Küchenplatte nach rechts oder links, ohne, die schöne Arbeitsholzplatte zu zerschneiden und mühsam darunter zu verkabeln, zu silikonisieren und blabla, aber genauso kann ich im Wohnzimmer oder im Schlafzimmer kochen, wenn ich mal Lust dazu habe. Und bei einem Umzug würde ich das Teil in den Rucksack packen und auf Wiedersehen!

Und sogar wenn das Teil mal kaputt geht und sich das Problem nicht lösen lässt - komplett verschmort zum Beispiel - dann ist eine Neuanschaffung unkompliziert, recht schmerzlos und schnell erledigt. Manche Menschen zahlen ab 100 Euro aufwärts für Kochfelder, viele oft sogar 300 oder 400 Euro, die ihnen dann aber nach zwei Jahren mit dem ersten geschmiedeten Topf zerbrechen, bei denen sie zudem eh nur meistens maximal zwei Kochfelder tatsächlich gleichzeitig nutzen und die oftmals nach 5 Jahren generell kaputt sind und mühsam über Garantie und Co. ausgetauscht oder repariert werden. Ich schätze, dass meine Kochplatte jetzt die 5 Jahres-Grenze erreicht hat... Bin mir aber nicht mehr sicher, aber bei dem Preis fahre ich auf jeden Fall auf der günstigen Schiene, sogar wenn das Ding heute noch seinen Geist aufgibt. Beispielsweise alle 5 Jahre 25 Euro, da komme ich preislich auch gegen eine Marke an, die 10 oder auch 20 Jahre durchgehend die Küche ergänzt, aber drei Stellen aus dem Geldbörserl verschluckt. Und das emaillierte Metallgehäuse bei meiner Wühlkistenplatte lässt sich auch materialtechnisch und ressourcenschonend - Stichwort Nachhaltigkeit - einschmelzen und wiederverwerten, ebenso wie das Innenleben der Kabel. Und die Produktion von solchen Platten ist auch recht simpel, da es nur sehr wenige Teile sind. Was will man mehr?

Das mal nur so am Rande und als Wort zum heutigen Tage (wie dramatisch) - Qualität und Sinnhaftigkeit findet man also nicht nur im oberen Preissegment. \o/

Nachtrag: Natürlich hat sie visuell ein paar von Suppen und Co. eingebrannte Gebrauchsspuren, aber das ist einfach das Alltagsleben und hat nichts mit der Funktionalität zu tun - sowas stört mich überhaupt nicht. Gefällt mir sogar mehr, als eine aalglatte Keramik-Oberfläche, wo man sich vor jedem Kratzer und Fingerabdruck fürchtet oder insgeheim dann ärgert. Die Platte lässt sich nämlich übrigens auch mit einem Stahlwolle-Schwamm hervorragend und seit Jahren bereits gut reinigen. Und sie kann vor allem eines: einen Topf erhitzen, während andere noch ihre Platte einstellen und Zeiten programmieren. ^^

Nachtrag: Kluge Geister werfen jetzt sicherlich noch das Argument in den Raum, dass solche Gusseisen-Kochfelder energietechnisch ordentlich verlieren, weil es länger zum Aufheizen dauert und die Abkühlphase auch meistens nicht sinnvoll genutzt wird. Ja und nein. Ich denke, das hängt vor allem vom persönlichen Umgang damit ab. Ich nutze beispielsweise die Nachhitze zum Aufwärmen eines Zusatzes recht oft und das Aufheizen selber lässt sich - dank Gas-Durchlauferhitzer bei der Wasserzufuhr, wo bei Bedarf fast kochendes Wasser aus der Leitung strömt - stark reduzieren, zudem - wenn wir schon rechnen - müsste man dann wirklich alle Faktoren miteinbeziehen. Von der Produktion, dem Aufbau, dem technischen Aufwand bei der Herstellung der einzelnen Komponenten eines modernen Kochfeldes vs. gestampftes und gepresstes Gusseisen-Kochfeld und so weiter.


Samstag 26. August 2017

Nicht nur um mich herum, sondern auch im gelebten Alltag der Blogs rumort es bereits herum: der Sommer ist vorbei. Merkt man ja auch, wenn man spät am Abend in das Bett wandeln möchte, sich dabei von den Glühbirnen geblendet fühlt und dann im Bett überrascht feststellt, dass man eigentlich irgendwie um gefühlte zwei Stunden zu früh dran ist und die Zeiger sich erst langsam der 21. Stunde nähern. Also: noch schnell alle Behälter, die man so hat, mit Sonnenstaub und Wolkenkörnern befüllen und für die dunkle Zeit unter dem Bett horten! \o/

Heute in der Früh mühsam durch den unerwartet dichten Verkehr in den Osten des Landes gerollt, um dort - endlich und nach langer Vorarbeitszeit in dunklen Werkstätten in dunklen Seitengassen - einer offiziellen Prüfstation meine fahrende Schüssel aus Metall, Plastik und Glas anzuvertrauen. Ein wenig Klopfen da, ein Reifenquietschen dort, ein aufheulender Pensionistenmotor und es sind wieder ein paar weitere Wochen oder Monate oder länger gewonnen. Das Siegel klebt und tüchtig rollte ich mit der Kleinen wieder in die Großstadt zurück. Es bleibt maximal ein Wochenendauto für den zarten Verkehr in den Morgenstunden, denn Stau, Arbeitsweg, Steigungen oder "mal eben wo hin fahren" tue ich mir generell und prinzipiell sowieso nicht mehr an. Es lohnt nicht und kostet nur Nerven, die man auch noch bezahlen muss. Auch spiele ich weiters kein Taxi mehr, denn da gibt es genug andere Menschen mit eleganteren Schüsseln der Moderne und der Fortbewegung da draußen in der weiten Welt, die hier viel dienlicher sein können - und es auch wollen. Im Gegensatz zu mir.

Willkommen in einem weiteren Lebensjahr meine Kleine, zumindest solange das an einem Aufmerksamkeitsdefizit leidende Lichtmaschinenlager - mein persönliches Sorgenkind und auch die der Prüfer - noch mitspielt. Aber jetzt heißt es mal, Sonnenstrahlen sammeln und ansonsten und zwischenzeitlich schonend auf den Lieblingsparkplatz stellen... bis zur nächsten Morgenstunde auf leerem Asphalt und guter Musik, wo man den Moment des Lebens spürt.


Freitag 25. August 2017

Dadurch, dass ich fast alle Einträge am Smartphone tippe, sind Rechtschreibfehler hier Standard. Tut mir leid, aber bis heute hasse ich Touchscreens und Wortkorrektur-Lösungen sowieso und ohne geht es auch nicht. Ignoriert sie einfach, speziell Groß- und Kleinschreibung.

Genau das stelle ich mir als Worst Case vor und ein Mitgrund, warum ich generell keine Leihautos nutze: zertrümmertes Car2Go-Fahrzeug der gehobenen Klasse mit Frontalschaden in einer Parklücke bei mir am Eck. Unfallspuren und Trümmerteile daneben an der Kreuzung.

Aja. Ein übermotorisiertes Mietfahrzeug ausborgen und damit prompt einen Totalschaden erleiden. Wie unangenehm! \o/

Moment, denn es geht noch weiter! Dann auch noch ein zweites Auto daneben mit eingedrückter Seite und geöffneten Airbags. Mhm. Ein Mietfahrzeug ausborgen und dann an einer Kreuzung den Rechtsvorrang verletzen und prompt einen Unfall verursachen. Mmhh. \o/

Aber es geht noch weiter! Ein übermotorisiertes Mietfahrzeug ausleihen, damit eine Rechtsvorrangverletzung begehen und damit einen Unfall verursachen mit einem.... Polizeiauto. Nanananaaaaa. /o\

Weil das gerade in anderen Text-Kreisen da und dort ausgebreitet wird, möchte ich nochmal anmerken, dass heute wirklich niemand mehr sagen kann, er hatte keine Möglichkeit dazu - wenn er in einem der klassischen Europa-Ländern lebt und einen Computer-Zugang oder etwas Taschengeld hat. Kein Mann - und auch keine Frau - können mehr sagen, dass die Welt des Programmierens, Webseiten-Erstellung, Grafik und Multimedia und so weiter nicht zugänglich ist, weil sie daran gehindert werden. Jeder und jede kann sich heutzutage jederzeit eine Raspberry Pi oder vergleichbares Pendant um wenige Euro selber online oder im Geschäft kaufen kaufen, ebenso finden sich genug nachgeworfene, alte Rechner da und dort, die einen schnellen und leichten Einstieg in diese Welten ermöglichen. So gut wie alle der Programmier- oder Gestaltungsmöglichkeiten sind frei zugänglich, lassen sich einfach herunterladen sowie installieren und sind oftmals sogar unter einer freien Lizenz. Ebenso kann Jeder und Jede seine Ideen, seine Produkte und Ergebnisse auf einer eigenen Webseite um wenige Euro publizieren. Daran wird man nicht gehindert, sofern man sich nicht auf die politische Ebene niederlässt. Dass sich vielleicht niemand dafür interessiert, ist eine andere Geschichte, aber bei der richtigen Präsentationsart und Publikation im Netz unabhängig von dem Geschlecht. Der Markt ist groß, der Markt ist übersättigt und der Markt war und ist noch nie "nett" gewesen, aber dafür funktional.

Und wie kommt man dazu? In dem es einfach gemacht wird. Man muss sich für die Materie interessieren und das Wichtigste - und das ist der große Unterschied in dieser ganzen Diskussion um Benachteiligung und andere Dinge: man muss solche Dinge auch in der Freizeit ganz alleine und nur für sich machen wollen. Und dabei Spaß haben. "Computern" kann man nicht lernen, man kann auch nicht lernen, ein Nerd zu werden oder ein Freak. Das ist man entweder oder man wird es durch das Beschäftigen mit den Dingen.

Mein kleiner Blog hier hat keinen Zweck, er hat kein Ziel und er wird kaum gelesen - aber schon alleine durch Stunden an Beschäftigung damit und den Hintergründen und den Millionen Änderungen lernt man jedes Mal eine kleine, neue Sache dazu, erhascht eine neue Erkenntnis und wird sattelfester. Das gilt für alle Projekte, die ich je mit oder am Computer gemacht habe. Alleine die Rumspielerei mit Linux ist lernintensiv. Da heißt es stundenlang - freiwillig und in Eigeninitiative - in der Nacht oder um vier Uhr in der Früh - sich durch Manuals und sonstige Anleitungen quälen, nur weil man irgendwo eine Partikel-Winzigkeit ändern möchte. Und nein, das ist nicht immer Spaß. Manchmal ist es unglaublich frustrierend, manchmal ist es sterbenslangweilig und manchmal dauern solche Phasen nicht nur Stunden, sondern Tage oder gar Wochen. Oder noch länger. Und manchmal hat man Tagelang kleine Buchstaben am Bildschirm herumgeschoben und wirft dennoch alles am Ende in die digitale Tonne. Da vergeht ein halbes Leben am Monitor, wo andere Humanoiden in der "realen" Welt herumhüpfen oder einen Kaffee trinken. Wer die Materie aber mag - oder "es wissen möchte", der macht es dennoch und das konsequent.

Und dazu brauche ich niemanden. Dazu braucht es keine Gruppe, dazu braucht es keine Schule (nett, wenn sie die Basis vermitteln), dazu braucht es aber auch keine Förderungen, keine eigenen Strukturen, keine Workspaces und keine speziellen Förderungen, wo man künstlich etwas auffüllt, das nicht da ist. Der beste Ort, um zu "Computern" ist das Wohnzimmer oder Kinderzimmer oder was auch immer in den eigenen vier Wänden. Monitor, Tastatur, Maus und ein billiger Rechner am WWW und es geht los. Das Netz platzt vor Tutorials, man findet überall Hilfe, Anleitungen und Lösungen - ohne, dass man je mit Jemanden diskutieren, sprechen oder wie auch immer sonst kommunizieren muss - man wird hier also nicht ausgeschlossen, denn lesen kann ich was ich will, ohne, dass ich hier benachteiligt werde. Mir hat nie jemand all diese Dinge hier je beigebracht, außer vielleicht mal ein Austausch mit Freunden... es ist so gut wie alles eigenständig erarbeitet und erlernt. In den Ferien, im Urlaub, unter der Woche nach der Schule oder nach der Arbeit heutzutage. Ich habe tausende Stunden darin investiert und kann dieses Wissen heute auch beruflich einsetzen - ohne großartiger Ausbildung oder einem Förderprogramm.

Und so wie in allen Bereichen - und speziell in der Welt der nüchternen, kalten, emotionslosen und faden Computern - setzt sich die beste oder einfachste Lösung durch. Wer genau ein Tool geschrieben hat, ist mir als Anwender ziemlich egal und schnuppe, solange es nicht verseucht ist, meinen Rechner zerstört und das Ding eine sinnvolle Ergänzung für meinen digitalen Alltag und leistbar ist. Aber das muss man halt einfach machen - und nicht jammern und darauf warten, dass da irgendwo via Gesetz, Quote, Förderung oder Workspaces mein Bedürfnis gelöst wird - weil so funktioniert diese Welt einfach nicht. Dazu ist sie zu statisch, zu komplex und zu Einzelgängerisch. Computer ist nichts Kollektives per se, den Einstieg muss man halt schon selber finden und suchen. Und es vor allem auch wirklich wollen.


Donnerstag 24. August 2017

Ohoha.... wer hätte das gedacht? Falls sich jemand noch an dieses leidige Thema der Armbanduhren erinnert, der hat vielleicht mitbekommen, dass ich anno dazumal auf ein Paket gewartet hatte, das sich ganz schön dahinzog und irgendwo durch die Welt eierte. Der eine Teil landete ja dann doch noch irgendwie bei mir, der Andere allerdings blieb ein bisschen verschollen. Kurioserweise ist beispielsweise ein Armband um 4 Euro schon seit Wochen unterwegs und erreicht mich erst vermutlich Mitte September laut Tracking-Status, das Ding ist allerdings schon längst bei mir eingetroffen und war sogar bereits auf einem Ausflug dabei. Bin ja gespannt, wie nachher die Begründung lautet, wenn das geplante Lieferdatum erreicht ist. ^^

Unabhängig davon, ist der tatsächliche zweite Teil eingetroffen und manifestiert die Lust auf Armbändchen mit der tragbaren, von Menschen konstruierten Zeit auf ein Neues - ja, ich hatte es Euch verschwiegen, weil es mir auch ein wenig peinlich ist. Momentan wechsle ich die Retro-Plastik-Bomber, die verchromten Resin-Gehäuse, täglich aus. Und je nach Lust und Laune und vor allem emotionaler Stimmung landet ein anderes Teil auf den behaarten Greif-Stäbchen, die aus dem Körper ragen. Die hier kennen wir bereits - Foto - und ich mag ja das klare Bild eines Ziffernblatt, wo man die Zahlen in Nanosekunden deutlich bestimmen kann, aber die Farbe weiß und Chrome bzw. Silberplastikwasauchimmer sind manchmal schon fast zu edel für mein Streuner-Dasein zwischen billigem 5 Euro Polo-Shirt aus der Reduktion und König der Löwen-T-Shirt in Kombination eines Augenringe-Erwachsenen, dessen 40er am Horizont nicht allzuweit steht. Deshalb: wo eine zeitlose, helle Schwester streunt, findet sich auch schnell ein düsterer Bruder, der ein wenig dezenter aus dem Schatten tritt - widersprüchlich für meinen erst vorhin erhobenen Anspruch mit einem schwarzen Ziffernblatt ohne Ziffern: Foto. Und es ist eine Freude, die mich nun heute durch den Tag begleiten wird.

Nachtrag: Was mich übrigens so beruhigt ist, dass wirklich keiner davon Notiz nimmt oder der ständige Wechsel bisher jemanden aufgefallen ist, obwohl so manche Mitmenschen schon mehrfach nach der Zeit gefragt und darauf gestarrt haben. Ich finde solche Dinge enorm angenehm, denn die kleinen Alltagsfreuden sind eben die, die man ganz für sich lebt, ohne, dass man sie da Draußen in dem harten Stadtdschungel zelebrieren oder vor Anderen in der Situation extra mühsam deuten muss. Ich kann Euch das wirklich nur empfehlen! Müssen ja keine Massenproduktions-Uhren sein, geht ja auch mit Armbändern, Kieselsteinen oder der Blumen-Baum-Blatt-Press-Sammlung zwischen den Büchern zuhause. Irgendeine kurzfristige, oftmals gerne unterdrückte Beschäftigung für die Routine des Lebens benötigt man auf jeden Fall. Wobei natürlich die Kombination einer Casio Vintage-Uhr und das Gärtnern in einem Biogarten und Rumwühlen in der Erde auch eine feine Sache wäre... aber das ist zu schwierig umzusetzen. Man kann nicht Alles haben, aber man kann sich über das Wenige auch einfach freuen. \ô/

In den letzten Tagen ist mir mal wieder klar geworden, wie enorm wichtig es ist, dass man in Unternehmen nicht nur Lösungen und Erweiterungen sucht, sondern vor allem als ersten Ansatz mit einem Rotstift durchläuft. Damit meine ich nicht das Wegrationalisieren von Menschen, sondern von Tätigkeiten und deren Umfänge, die oft historisch gewachsen, Unsummen an Zeit, Energie und dergleichen auffuttern und mehr Stolpersteine als Funktion beinhalten. Ich muss mir das auch selber immer wieder bewusst machen, wie sehr der Fokus auf Minimalismus bei Projekten wichtig und eine Voraussetzung ist und welche enormen Freiheiten sich erst daraus ergeben. Ein Bruch der Standards und von Regelwerken geht damit nicht automatisch einher, aber dafür der konzeptionelle Aufwand und der gesamte Rattenschwanz, der angebunden alles vernetzt und sich in sich verfangen lässt. Heute und morgen wird auf jeden Fall so ein Tag sein, wo ich da und dort einfach einen Baustein auf den vielen Listen streiche - es wird gut sein und das auch im Gesamten und für das Gesamte. \o/


Dienstag 22. August 2017

Ich muss wirklich mal ausrechnen, wie viele Stunden und Tage meines Lebens ich mit Warten an der Ampel und auf die Öffis verliere.

Nachtrag: Gerade herumgerechnet... dürften locker an die 60 Stunden pro Jahr sein und das bei einer niedrigen Schätzung.

Gestern dann noch eine alte, stark verfärbte und an manchen Stellen fast ein wenig porös wirkende Damen-Uhr ohne Armband aus einem Behälter gezogen, den ich eigentlich wegschmeißen wollte... so ein billiges Eduscho-Tchibo-Ding, das vermutlich damals auch um die 5~ Euro gekostet hatte und ganz vergessen war. Zumindest dürfte sie bei mir bereits seit gefühlten 10 Jahren ihr nicht vorhandenes Dasein gefristet haben und war zwischen Batterien und anderem Metallkram lose eingelagert.

Nichts für das Männerhandgelenk, aber dennoch ein guter Moment, um mal zu schauen, ob die Kleine denn eigentlich noch läuft... also den gedrückten Boden (Sprungdeckel) mit einem Taschenmesser geöffnet, das Innenleben wirkte sauber und glücklicherweise ist auch die Knopfzelle nicht ausgelaufen. Also mal eben die Zelle ausgetauscht und siehe da, geräuschlos und völlig dezent verrichtet das kleine Uhrwerk aus der Massenproduktion wieder konzentriert sein Werk.

Danach noch - etwas radikal, aber ergiebig - mit Zahnpasta das goldfarbene, mit dunklen Verfärbungen, kristallisiertem Pulver und gefestigter Lack-Kruste überzogene Gehäuse gereinigt und längere Zeit lose poliert, die angegebene Wasserfestigkeit und den Dichtungsring beim Reinigen auch gleich getestet... anschließen den Metall-Boden mit Schleifpapier noch von zwei tiefen Kratzern befreit und mattiert und siehe da, das Ding leuchtet wieder und schaut durchaus fast wie neu aus - Foto.

Leider habe ich Depp gedankenloserweise natürlich - obwohl ich das Smartphone direkt daneben liegen hatte - keine Fotos von davor gemacht, aber der Unterschied ist tatsächlich enorm - wie Tag und Nacht. Eigentlich würde nun nur mehr ein neues Armband fehlen und sie könnte wieder zurück an die ursprüngliche Besitzerin wandern und neu durch das Leben getragen werden, wenngleich auch solche kitschigen Uhren wohl eher für die Wühlkisten beim Handyshop gemacht sind oder waren und sich diese auch tausendfach da und dort bei Flohmärkten, Ramschgeschäften oder auf Ebay finden. Auf der anderen Seite gibt es die Marke heutzutage nicht mehr und die Kleine wirkt solide, hat Gewicht auf dem Gehäuse und ist nutzbar - warum also nicht wiederbeleben? Willkommen zurück!

Erst fünf Uhr vorbei, aber irgendwie schon etwas gestresst... vor allem: es wird bereits merkbar später hell und früher dunkel wieder. Es ist soweit. Adieu Sommer!

Nachtrag: Übrigens gibt es bereits bei meinem Supermarkt unten die ersten Lebkuchen zu kaufen.


Montag 21. August 2017

Und eines muss ich im Leben nach wie vor lernen... das nennt sich "Abschalten". Ich bin einer dieser Menschen, wo der Kopf immerzu weiter rattert und arbeitet und Arbeit und Co. nicht wirklich ruhen lässt. Oder zumindest gedanklich ständig streift und deswegen sich selber nicht immer die Ruhe erlaubt, mal einfach stundenlang am Abend irgendwo zum Beispiel Texte im Netz zu lesen. Oder stupide auf einer Seite herumzusurfen, ohne, dass danach etwas Sinnvolles herauskommt oder irgendein Nutzen im Leben gewonnen ist. Dabei tut genau das so gut im Alltag.


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