Sonntag 15. November 2015

# Also nur so am Rande... wegen Attentate, Flüchtlinge und all diese Dinge: Berlin liefert trotz Beteiligung an Krieg im Jemen Waffen an Katar. Dumdidum.

Samstag 14. November 2015

# Schulfotos kennt und hasst jeder, der über Kinder verfügt oder diese Mühsal selber erleben musste. Interessant ist ein Statistik-Blick in das Nachbarland: Nach Aussage des Bundeskriminalamtes stammten 2014 mehr als 50 % der bundesweite registrierten Korruptionsstraftaten aus dem Bereich Schul- und Kindergartenfotografie.

# Aber ein Nachtrag noch: Frankreich ist ja, was die Überwachung der BürgerInnen, Aufweichung des Datenschutzes und so weiter betrifft, deutlich weiter als unsereins... und trotzdem waren jetzt koordinierte Anschläge an mehreren Orten inklusive Sprengstoff und Co. möglich - und anscheinend hat keiner davon im Vorfeld etwas gewusst.
Da muss man schon die Frage stellen: wo waren denn die ganzen Nachrichten-Dienste, die uns seit Jahren fast täglich beschwören, dass sie uns nur durchleuchten (müssen), um uns vor dem Terror zu schützen? Kann es vielleicht sein, dass die massiv ausufernde Überwachung und Vergläserung irgendwie... glatt... Nüsse bringt!?
Und damit lassen wir das Thema hier auch wieder.
Nachtrag: möchte aber noch aus einem Tweet beifügen "Sorry, aber euer „tiefer Schock“ über Paris ist Anbetracht eures täglich ausbleibenden Schocks über Syrien (und Anschlägen dort sowie ebenso in anderen Ländern wie Irak und Co.) so durchsichtig und falsch." Stimmt. Vor allem folgen jetzt wieder die Trauermeldungen mit emotionalen, visuellen Symbolen & Zeichen und dergleichen, "alle sind entsetzt" und schockiert sowie traumatisiert. Da fragt man sich schon: schaltet denn niemand mehr die Auslands-Nachrichten ein oder wirft mal einen Wissens-Blick in die dunkleren Seiten von Youtube und Co. um zu verstehen, dass genau diese Dinge woanders - teilweise noch offensiver - Alltag sind?! Irgendwo wurde dabei passend angemerkt, dass Flüchtlinge genau vor dieser dunklen Angst flüchten... spätestens jetzt sollte das auch emotional nachvollziehbar sein, wie solche Anschläge und Bedrohung über den Menschen schwer und belastend schweben kann und sie zur Flucht verleitet (ist unabhängig von erfassenden Grenzkontrollen und einer Steuerung der Ströme). Aber egal wie man es dreht und wendet: das Problem ist nicht hier zu lösen, sondern weiterhin dort, wo die USA und Europa seit Jahrzehnten gepfuscht und versagt haben. Hausgemachter Terror, der von außen kommt.
Nachtrag: Und ich bin der Meinung, dass die News-Medien mit diesem völligen Quatsch von "XY zeigt sich tief schockiert, Staatschef Bla äußert seine Trauer, Vorsitzende von XY geben sich entsetzt" und so weiter endlich mal aufhören sollten. A) Was bringen diese ganzen Bekundungen außer Pseudomoral-Darstellung und B) heizt man damit die Stimmung - egal in welche Richtung - nur noch mehr an. Und C) ist es halt genau diese Doppelzüngigkeit, die es schwer macht, noch vernünftig argumentieren zu können: Wir blasen Hochzeitgesellschaften oder falsche Fahrzeuge in die Luft, exportieren Waffen, U-Boote und Co. - aber bei uns ist das ganz große Dramatik, wenn diese Dinge eingesetzt werden oder in die Luft gehen (was natürlich eine Tragödie ist, aber dort dann ebenso bitte). Bin ja gespannt, wann es die ersten Lichtermeere gibt, während woanders mit europäischer Beteiligung das nächste Wohnhaus in die Luft fliegt, Grenzen gegen Geld aufgeweicht werden, man Handschläge mit fragwürdigen Partnern (Beispiel Erdogan) vollzieht und Ressourcen billigst nach Europa exportiert werden, während sich der europäische Tourist vor Ort beschwert, dass sein Gepäck jetzt nicht mit ihm fliegen kann und er schon seit Stunden hier warten muss und das alles ja eine Frechheit und schlechtes Services ist.

# Zu den Anschlägen braucht man nicht viel sagen - da wird eh noch genug in den nächsten Tagen medial auf uns herein prasseln - inklusive Analysen, Spuren und so weiter. Aber man muss realistisch sein: ich wette, dass es auch bei uns früher oder später zu solchen Tragödien kommen wird. Es wird einfach ein Teil der neuen Zeit sein. Und irgendwie laden unsere sozialen und politischen Konzepte auch glatt diese asymmetrische Art der Anschläge ein... und das macht mir fast noch mehr Sorgen: denn Österreich und solche Anschlagserien sind ja bis auf ein paar Briefbomben unbekannt in diesem Zusammenhang - ebenso bei den letzten Generation(en).
Würden solche großen Dinge auch bei uns passieren, dann wäre das vermutlich ein katastrophales, organisatorisches Chaos, die sicherlich jede Tunnel-Übung, breite Lawinen-Katastrophenübung oder die eher peinliche "Terror-Schiff-Entführung-Übung" vor kurzem auf der Donau bei weitem übertrifft. Ich schätze mal, dass weder heimische Polizisten, Feuerwehrleute noch Sanitäter in großer Summe die nötige Koordination und Nerven zu Tage legen würden, wenn es zu aktiven Attentaten mit schweren Waffen und Bomben auf offener Straße kommt. Und beim Bundesheer denke ich eher an verschreckte Jünglinge und überforderte, überhastete Führungskräfte, die auf militärischer Basis oder bei Eingriffen bzw. Zugriffen in einer Großstadt wie Wien wohl völlig fehl am Platz wären.
Österreich lebt schließlich auch mental dieses "I hob nix gsogt, nix gmocht, eck a net irgendwo on, imma freundlich zu olle, mochn allein in da Welt sowieso nix... wos soi uns oiso scho passiern? Oiso brauch ma a net deppat wos mochn, überlegn oder redn."
Erinnert mich an Straßensperren bei Verfolgungen: "Konnte entkommen, in dem er um die Sperre fuhr". Und dabei ist ein Bild zu sehen, wo ein oder zwei Polizeiwagen in der Mitte der Straße stehen und rundherum Platz für drei LKWs ist - und man ist irgendwie ratlos, warum er schon die dritte Sperre umfahren konnte.

Freitag 13. November 2015

# Weil der Tag heute wieder mit viel Technik durchsetzt war, ein nicht unwichtiger Hinweis - also eher in dem Sinne von, dass dann so ziemlich alle ungeschaut auf den Zug aufspringen werden und man mehr oder weniger mitschwimmen wird, weil man ja sonst wiedermal übrig bleibt: Let's Encrypt: Ab dem 3. Dezember SSL-Zertifikate für alle. Eigentlich wäre ich ja gerne wesentlich mehr Rebell, als ich so immer wieder vor mich hinfantasiere, aber auf der Ebene rentiert sich ein Boykott aktueller Technologie wohl kaum.
Und weil ich ja hier nicht nur Kopfschmerzen verursachen will, sondern auch fallweise etwas Mehrwert: der Betreiber Hosttech hat auf Nachfrage meinerseits bereits angekündigt, dass sie die Zertifikate ebenfalls unterstützen werden. Also eventuell könnt ihr bereits ab nächstem Jahr (?) dann hier über eine "gesicherte, verschlüsselte" Verbindung auf den~das Blog hier zugreifen - und ebenso auch auf viele andere Seiten natürlich detto.

Donnerstag 12. November 2015

# Ja ganz toll - wieder einmal ein Paket der österreichischen Post naiverweise anvertraut... und wieder mal wartet man am Bestimmungsort auf die Ankunft. Ausgemacht waren mit Aufpreis 2 bis 4 Werktage. Jetzt sind es bereits 6, nein eigentlich 7 Tage. Und nichts ist. Nicht angekommen. Ich bin echt schon so stinksauer auf diesen Verein... jedes Mal ist irgendwas. Entweder es kommt nach der dreifachen Zeit an, es kommt gar nicht an, es lagert im Verteilerzentrum und bewegt sich erst bei einer Beschwerde weiter, der Aufpreis entspricht nicht der angepriesenen, bezahlten Dienstleistung und so weiter. Das frustet echt ungemein - vor allem, wenn es nur wenige Alternativen für diese Sendungen gibt. Tut mir leid Post, aber Euch sollte man einfach komplett abdrehen. Die Fehlerrate ist einfach zu hoch, so kann kein Unternehmen funktionieren - bei den anderen Anbietern scheitert es wenigstens "nur" an den unterbezahlten, überforderten Auslieferern an der Haustüre am Ende - aber bei der Post ist das ein systematisches, strukturelles Gesamtversagen auf allen Ebenen.
Update: Paket angekommen. Nach insgesamt 8 Tagen. Doppelt so lange also wie versprochen.

# Ich möchte hiermit feierlich festhalten, dass eine Gelse im morgendlichen Wohnzimmer ihr Unwesen treibt.

Mittwoch 11. November 2015

# Nach einer kleinen Beschwerde habe ich den textbasierten #-Permalink am Anfang der Beiträge hier gegen eine kleine, klassische Permalink-Grafik getauscht. Jetzt sollte es klarer sein - und die kleine png-Grafik wird zudem auch vom Browser gecacht, belastet also die Ladezeiten nicht weiter.
Update: Wer aber es gerne weiterhin rudimentär hat, hängt einfach ein index.fla an den Blog-Link.

# Mal wieder ein wenig aus der Cryptography-Mailingliste - sehr schön und vortrefflich formuliert: "By way of analogy: Suppose a drunk driver jumps the curb, plows through the flowerbed, and smashes into my house. I'm not sure it's fair to blame the flowers ... although technically it could be argued that if I had planted oak trees instead of daffodils, they would have defended against this particular attack.
It seems to me that if a given cryptosystem (or subsystem) must be followed by a MAC to make it secure, then the subsystem was no good to begin with.
Never confuse the presence of one thing with the absence of another."

# Bei mir in der Nähe eröffnet demnächst ein neues Bistro mit Fahrradschwerpunkt... bereits jetzt hängen Fahrräder an den Decken, die Bar wird gerade aufgebaut und es wird anscheinend richtig groß und nett. Und jedes Mal, wenn ich dort vorbeistapfe, denke ich mir nur: Warum genau dort an dem Eck? Genau dort? Es ist totes Niemandsland. Ein Hotel daneben ist ein reines Bus-hinbringen-abholen-Ding mit eigener Dachbar und das andere, fette Hotel weiter unten ist quasi Selbstversorger mit Restaurant und deren Touristen kommen die paar Meter praktisch nie rauf zu der Kreuzung, weil die Öffis in die andere Richtung weisen... und sonst gibt es außer den dahinschlapfenden Bewohnern des heruntergekommen, multikulturellen Bezirks nicht viel. Ein Laufhaus bietet sich noch gegenüber an, aber sogar das läuft vermutlich nicht so prächtig (ebenso keine Parkplätze, kein dezenter Zugang, direkt bei einer Straßenbahnstation und in Angesicht eines Supermarktes... da werden wohl nicht viele Familienväter ihr gekauftes Glück finden). Immerhin gibt es ein~zwei Arbeiter-Pendler-Straßenbahnlinien und einen Pendler-Autobus (also kaum Touristen oder Nachtschwärmer auf Tour), die U-Bahn hingegen ist nicht wirklich erwähnenswert, weil zu weit weg.
Zudem befindet sich auf der einen Seite die Westbahnstrecke, die den Bezirk komplett durchbricht, das Ganze noch dazu an einer dicht befahrenen Kreuzungsstelle ohne Parkplätze und Co. (man kann dort wirklich nicht parken rundherum) und der Fahrradweg endet prompt auch noch genau dort und stürzt in den Pendelverkehr - zudem ist die Zahl der Pedalritter an der Stelle wirklich überschaubar, da gehöre ich bereits zu den ein-zwei Prozent. Und ich fahre nur noch selten zur Zeit. Weiter vorne gibt es ein paar dunkle Lokale aneinandergereiht, in denen höchstens nur undurchsichtige Insider je nach Nationalität verschwinden und sogar die dümpeln vor sich hin und wechseln monatlich - vermutlich um wenigstens etwas Geld zu waschen - ihre Besitzer.
Ich hoffe sehr, dass ich komplett daneben liege und jemand hier eine kleine, erfolgreiche Nische gefunden hat und es als Musterbeispiel dienen wird, dass man mit Mut und Willen auch die Skeptiker in die Schranken weisen kann. Aber müsste ich um Geld wetten, dann eher darauf, dass die nach einem Jahr mit Schulden dastehen (kompletter Abbau/Abbriss und Umbau des Kinos, also kompletter Null-Beginn bei der Substanz und Ausstattung) und bald wieder eher zusperren. Radfahren im Winter ist zudem auch nicht so fein (wer kommt dann dorthin?), die Hauptradstrecke bei Schönbrunn unten macht genau das, was der Radweg macht - sie zieht unten am Schloss vorbei in die Stadt - und unseriös Bier trinken kann man an fast allen Ecken in der Gegend hier bei mir und die wenigen seriösen Hipster in der Umgebung begrenzen sich auf einen überschaubaren Rahmen, die so einen Betrieb dort wohl kaum aufrecht erhalten werden. Mmmh... sehr spannend, so etwas mal nun fast tagtäglich live beobachten (und vielleicht dabei auch etwas lernen) zu können.
Nachtrag: ok, ich sehe gerade (Link oben eingefügt), dass auch eine Fahrradwerkstätte plus Fahrrad-Verkauf dabei ist - inklusive Online-Shop ebenso, sie setzen also auf mehrere Ebenen. Und sie wollen regelmäßig Konzerte, Ausstellungen, Kabarett und Co. anbieten. Klingt ja alles schon mal besser - aber auch mutig, denn das einsame, leere Gloriette-Kino durfte ich über 10 Jahre lang inklusive dem dortigen "Betreiber" fast täglich beobachten... eine schmerzhafte, visuelle Tragödie war es und auch ein Wunder, dass es sogar so lange bzw. länger durchhalten konnte, als so manche Innenstadt-Kinos (lag vermutlich an der günstigen Miete und dem staubigen Ambiente aus den 50er-80er-90ern). Und der "Kinotreff" daneben... war eher einer "Spira am Würstelstand"-Dokumentation angelehnt. Mh.
Auf jeden Fall mal die Daumen drücken für das Vorhaben, weil etwas Leben und greifbare Kultur würde dem Bezirk und vor allem dem Eck dort recht gut tun!
Nachtrag: Hier noch ein paar Sätze zu dem Vorhaben auf einer anderen Seite - inklusive Fotos des Umbaus.
Nachtrag: Es gibt sogar einen TV-Beitrag dazu. Wirkt spannend.

# Gelebte Inklusion im Tierreich - denn Forscher konnten eine Schimpansenmutter beobachtet, die sich in freier Wildbahn um ihr behindertes Junges kümmerte. Wäre interessant, ob diese Dinge nicht wesentlich öfter vorkommen und diese Thematik einfach bisher nicht besonders hoch auf der Agenda der Forschung stand.

# Warum drängt sich mir der Gedanke auf, dass sich hier die Gefahr von einem Dauerloop einschleicht, der sich irgendwann selber erhalten will und eben zwecks Existenz ein dauerhaftes, bewusstes Fortlaufen der Situation benötigt? Denn eines ist klar - das Geld kommt überall an... nur nicht bei denen, die es tatsächlich benötigen würden.
"Dabei geht es unter andrem darum, dass afrikanische Länder mehr abgewiesene Asylbewerber aus Europa zurücknehmen sollen. Im Gegenzug werden die afrikanischen Länder mehr Unterstützung von der EU bekommen."

# Bei der APA rumort es anscheinend: es werden angeblich 700.000 Euro an Einsparung verlangt, 4 Journalistinnen sollen gekündigt und fast alle Korrespondenten eingespart werden. Und an die Öffentlichkeit dürfte das so auch noch nicht gedrungen sein, denn: man schaue hier.
Update: naja, hat schon seinen Weg nach draußen gefunden: APA: Gleiches Budget, weniger Personal @ Standard
Update: APA schnürt kleines Sparpaket @ Kurier
Nachtrag: generell gehen dort und da die "kleinen Boten" flöten. Aber es wird spannend, wie sich die heimische Landschaft im Journalismus noch so formen wird. Übrigens finde ich APA-Meldungen generell eher überbewertet, aber ja... warten wir mal ab, was da so folgt.

# Der Begriff "online-extrovertiert" und "offline-introvertiert" trifft es eigentlich ganz gut. Gute Bezeichnung, ja.

# Spannender Einblick in den zukünftigen Journalismus, der vermutlich immer weniger Fokus auf den Text-Content legt, sondern stattdessen mehr auf Daten-Visualisierung. Zukünftig wird die Datenverarbeitung, Kenntnisse von Statistik-Tools, Grafik-Programmen und so weiter für jedes Nachwuchstalent in dem Metier wohl Pflicht sein. Schöne neue Zukunft im Journalismus?


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