Dienstag 03. Mai 2016

Also ich weiß ja nicht, aber der Titel und Text zu "Lehrer sollen weniger Fachwörter benutzen – Migranten zuliebe", um für mehr Bildung zu sorgen, mag auf eine gewisse Art und Weise nachvollziehbar sein... aber jetzt mal ganz nüchtern gesehen? Uff.

Ja, klar lernt man eine Sprache besser, wenn man schneller und leichter mit ihr umgehen kann, auf der anderen Seite festigt sich damit auch das Niveau und bleibt allzu gerne stecken. Jetzt im alltäglichen Unterricht zu beginnen, alles noch einfacher zu machen, wo eh schon die Limits in den letzten Jahren herunter gefahren wurden, das Sitzen bleiben mehr oder weniger (zumindest in Österreich) vorsätzlich ausstirbt, die Benotung in den ersten Jahren ausgesetzt wurde, man die Normen bei Einstufungen herunterschraubt und Tests verallgemeinert... dann sehe ich da in solchen Vorschlägen eine wirklich riskante Idee. Man höre sich mal den Sprachschatz vieler Jugendlichen - auch österreichischer oder deutscher Muttersprachlern - mal an. Da ist nicht der nur Slang anders ("Isch schwöre, oida!"), sondern er ist generell einfacher und kürzer geworden - egal ob Migrant oder "Einheimischer".

Genauso wie der Trend im Netz sich im Laufe der Jahre zunehmend in die Richtung von "kurz, einfach, knackig" bei Texten etabliert hat oder Bücher immer kürzere Sätze aufweisen, damit sie ja überhaupt gelesen und verstanden werden, weil es der Durschnittsbürger ja mittlerweile nicht mehr über 5 Zeilen oder 2 Absätze schafft, dem Sinn noch zu folgen bzw. zu erfassen... Mmmh. Es sollte eigentlich eher in die Gegenrichtung laufen, weil früher oder später steht man nach der Schule oder Ausbildung in einer komplexen Welt, die dann jedoch nicht mehr einfach ist. Und wenn wir die Welt bzw. den Alltag jetzt gesamt auch noch vereinfachen, um auch das abzufedern, nun dann steht bald kein Stein mehr auf dem Anderen - weil der Boden für "einfaches Denken" und in Folge dessen politische, wirttschafliche und gesellschaftliche Fehltritte weiter wächst.

Besser selektive Schule, gezielte Kleingruppen-Sprachunterstützung und fokussierte Ausbildung, als allgemein breite, lose, einfache Allerwelts-Lösungen, die dann einfach alles abdecken bzw. besser gesagt: bequem überdecken.

"TTIP ist auf absehbare Zeit die wohl letzte große Chance, den Welthandel im transatlantischen Interesse mitzugestalten und demokratische Prinzipien für fairen und freien Handel zu verankern". Halt schwer, wenn man eine Decke drüberlegt und nicht sieht, was darunter so vorgeht und diskutiert wird. Einfach offen legen alles - auch die Zwischenschritte und offen darüber diskutieren. Fertig.

Der gute Martin hat noch einen Nachtrag zu dem Bitcoin-Eintrag beigesteuert - ich hatte den Link zuvor zwar auch schon irgendwo aufgeschnappt, aber da es davon zur Zeit so viele gibt und alle umfangreich diskutieren, habe ich mir das erst jetzt durchgelesen... der hier ist nämlich skeptisch in Bezug auf den Typen und führt das Warum etwas detaillierter aus.

Montag 02. Mai 2016

Hrhrhrhr! Also Freunde macht man sich so ganz sicher nicht. Aber das Video ist schon auch amüsant... irgendwann springt der Seibert über das Pult und erwürgt den Tilo. ^^

Nachtrag: Aber eines muss man dem Seibert lassen - er reagiert auf jeden Fall souveräner und konzentrierter als österreichische Politiker. Hat immer schnell eine Antwort, stolpert nicht oft rum, geht schnell auf die Fragen ein und zieht Nebeninfos gekonnt dazu... bei uns Ösis wäre das ein Stolpern, Verhaspeln, da und dort ein Räuspern und viele Ääääähhmmss.

Nachdem ich ja im tierischen Umfeld auch mit Diabetes zu tun habe - miau miau - sind solche Beiträge immer wieder interessant. "Wer einmal Diabetes hat, muss für immer damit leben, dachte man bisher. Schließlich produziert der Körper das nötige Insulin irgendwann nicht mehr. Doch eine Studie zeigt: Er kann das wieder lernen."

Ich wohne ja im Westen von Wien und dort wird seit gestern nun die U-Bahn-Linie U4 renoviert. Soll heißen, tausende Menschen sammeln sich nun die nächsten Monate mehrfach täglich wie Weintrauben an und ergießen sich verzweifelt in die wenigen Busse und Straßenbahnen. Das wird ein Sommer! Außerdem führt aber auch ein Radweg von außerhalb gerade in die Stadt hinein und dient als eine weitere Ausweich-Möglichkeit.

Zu dem Zweck hat man bei der Station in Hietzing (für Nicht-Wiener: sozusagen die zentrale Schnittstelle der Öffis in der Gegend, wo alle zusammenkommen und ab wo gesperrt ist) temporäre Abstellmöglichkeiten für Radfahrer aufgestellt. Und zwar ein paar Meter weiter weg in so einem verlorenen Beserlpark zwischen Taxis und einem Amtshaus bei einer Nebengasse. Gut.

Was mich schon mehrfach gewundert hat, waren diverse Zettelchen, auf denen Stand, dass dieser Radabstellplatz mittels Video überwacht wird und somit sicher ist... denn dort findet sich irgendwie keine üblichen Kameras... tja, bis vorhin, als ich zufällig einen Blick auf eine der Lichtsäulen richtete - da ist sie ja! \o/

Es ist eine..... nananana... Wildtierkamera! Foto 1 und Foto 2. ^^

Kostet bei Amazon ca. 140 Euro. Also ob das ausreicht Speicherplatzmäßig... noch dazu an einer Stelle, an der täglich hunderte Menschen vorbeilaufen, ständig Taxis im Hintergrund rumkurven und auch sonst minütlich mehrfach Fahrzeuge durchfahren, Müllsackerl vorbeifliegen und ununterbrochen Tauben sowie Krähen?! Und in Griffweite ist sie auch, wenn man zu zweit ist. Ôo

Es werden jetzt sicher Viele enttäuscht sein, dass der Bitcoin-Gründer sich scheinbar nun "endlich" geoutet hat und nicht wie ein Freak oder Höhlen-Nerd ausschaut. ^^

Nachtrag: Und wie üblich, werden wieder Zweifel laut.

"Die meisten Arbeitszeugnisse sind wertlos. ... Jeder zweite Ersteller glaubt übrigens selbst nicht an die Aussagekraft seines eigenen Werkes. ... Wir haben Personalmanager nach Beispielen für solche Formulierungen gefragt. Es zeigte sich, dass viele aus Angst vor Gerichtsprozessen negative Leistungen gar nicht thematisieren und unter den Tisch fallenlassen. ... Tatsächlich wird dieses sinnentleerte Spiel von allen tapfer weitergespielt. ... Stattdessen sollten wir uns auf eine ausführliche Tätigkeitsbeschreibung konzentrieren: Was hat ein Mitarbeiter wie lange und mit welcher Intensität gemacht? ... Wenn die Personalentscheider etwas im Arbeitszeugnis besonders interessiert, dann ist das meistens die Tätigkeitsbeschreibung." Sag ich ja immer. \o/

Nachtrag: Bildungshysterie produziert arbeitslose Akademiker.

Da muss ich dem Fefe ja irgendwie recht geben: "Aber irgendwie hab ich ja keinen Bock mehr auf die Presse an der Stelle. Schaut nur, was die aus den Panama-Papers gemacht haben. Ein paar dreckige Scoops extrahiert, einmal in Richtung Russland gepinkelt, und dann fallengelassen wie eine heiße Kartoffel."

Nachtrag: Hier kann man sich die Papiere bei Greenpeace anschauen.

Sonntag 01. Mai 2016

"Papiere enthüllen: USA setzen Europa bei TTIP unter Druck.

Demnach droht Washington damit, Exporterleichterungen für die europäische Autoindustrie zu blockieren, um im Gegenzug zu erreichen, dass die EU mehr US-Agrarprodukte abnimmt. Gleichzeitig attackiere die US-Regierung das grundlegende Vorsorgeprinzip beim EU-Verbraucherschutz, der 500 Millionen Europäer derzeit vor Gentechnik und Hormonfleisch in Nahrungsmitteln bewahre."
Aha. AHA!

Hach! Es gab mal eine Zeit, da wollte ich unbedingt das Fluffi Pyra haben... ist gerade in meiner Newsliste aufgetaucht. Völlig vergessen. Anscheinend kann man da (wiedermal) vorbestellen, aber aus heutiger Sicht... mmmh.

Auf in die Anfänge des Krieges! Heute lachen wir darüber, übermorgen blicken wir in die Geschichte und fragen uns "Wie konnte das Alles nur passieren?"

Ist halt schade, dass man so einen Text erst in Zeitungsartikeln als einen besonderen Eintrag präsentieren muss, damit die Masse zum Nachdenken beginnt und warum man erst jetzt plötzlich man auf diese Dinge draufkommt, aber gut... ist halt so. Inhaltlich lesenswert, denn "Jeder sollte sich fragen, ob der Andere nicht auch ein bisschen Recht haben könnte."

Ach ja, tauchen. ^^ Wollte ich früher immer, in die Tiefen des Ozeans gleiten, mich von Putzerfischen abnagen lassen und gemeinsam mit Seetang in die Weite treiben... aber ja... ging halt nicht. Macht aber nichts, weil es heutzutage eh schön langsam retro wird. Sich nass machen, der komische Anzug, die schweren Sauerstoffflaschen am Rücken und so weiter... wer will denn das schon? Erinnert fast an die ersten, klobigen, mobilen Telefone. Diese tragbaren Telefonzellen da... lächerlich.\o/

Deshalb: Ocean One schafft Abhilfe.

"Früheres Mitglied der Tor-Entwickler half dem FBI". Ich sag ja, dass man Tor nicht trauen kann, auch wenn hier die User selber schuld sind. Es wird aber sicherlich noch viel mehr still und schweigsam getrackt bzw. Schnittstellen erfasst und dort massenweise Statistiken, Zugriffe und dergleichen ausgewertet werden. Anonym surfen ist schon enorm schwierig bis kaum möglich - und beginnt ja schon beim Heimanschluss und dem eigenen Verhalten auf jeder einzelnen Webseite. Ich habe das schon aufgegeben. Und das "Darknet" (wwwuuhhuuuu) ist ja erst recht im Fokus.

Amüsant natürlich auch: "Während des Prozesses wollte die Verteidigung den Source Code der Software Torsploit einsehen, die das FBI zu Cottom geführt hatte. Das FBI behauptete, den Quellcode verloren zu haben, Special Agent Smith bestand darauf, niemanden angewiesen zu haben, den Quellcode zu vernichten. Das Gericht fand den Verlust zwar unglücklich, aber nicht weiter wichtig." \o/


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